Ohne den Mann mit der goldenen Jacke läuft nichts. DJ Sven alias Sven Terhoeven sorgt bei den Heimspielen der Drittliga-Volleyballer des TV Hörde für Stimmung. Ein Lied ist extrem beliebt.

Hörde

, 25.10.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Licht aus – wromm. Spot an – jaaaa. Der Mann mit der goldenen Pailletten-Jacke tritt in den Schweinwerferkegel der Sporthalle am Phoenixsee, im Hintergrund Musik, in der Hand ein Mikrofon. Es ist Samstag Abend, es ist Heimspiel. „Und mit der Rückennummer 19 – Lenard Exner“ – Applaus, Applaus, Applaus. DJ Sven schaut zufrieden auf die Tribünen, das Volleyball-Publikum in der Halle geht mit, ist schon vor dem Anpfiff auf Betriebstemperatur. So soll es sein, so muss es sein. Denn das ist sein Job.

Sven Terhoeven ist schon in der sechsten Saison der unumstrittene Stimmungsmacher beim TVH, vor dem Spiel, während des Spiels und auch danach. Der echte Hörder Junge, der hauptberuflich als Veranstaltungsmanager im Rathaus der „verbotenen Stadt“, also in Gelsenkirchen, arbeitet („Meinen Schreibtisch erkennt man an der BVB-Fahne“), legt seit 1999 im Nebengewerbe auf Hochzeiten oder Geburtstagen Platten auf, moderiert Veranstaltungen. 2004 übernahm „DJ Sven“ das Hallen-Mikrofon bei den Zweitliga-Volleyballerinnen aus Schwerte, danach bei den Männer in Iserlohn. Aber Hörde, das ist seine Heimat.

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Volleyball-DJ Sven Terhoeven

„Ich war auf dem Phoenix-Gymnasium, habe bei Urgestein Wolfgang Goeke trainiert. Und ich durfte bleiben, weil ich vom Tennis den Aufschlag von oben konnte“, erzählt Sven Terhoven und lacht. Die eigenen sportlichen Aktivitäten sind inzwischen auf Darts bei den „Mighty Darts Hörde“ zusammengeschmolzen. Das Moderieren ist manchmal anstrengend genug. „Wenn unsere Mannschaft 0:2 zurückliegt, da müssen wir dann halt eskalieren. Ich gehe da voll mit und lebe auch von meinem Temperament und meinen Emotionen“.

Volleyball-Publikum gilt gemeinhin als akademisch, sprich: schwer aus der Reserve zu locken. „Ich merke sofort, wie die Leute drauf sind. Ist anfangs Zurückhaltung spürbar, ist es mein persönlicher Ehrgeiz, alle zum Mitmachen zu animieren. Wenn die Mannschaft gut spielt, ist es natürlich leichter für mich“, sagt der 37-Jährige, der das Gold-Jackett zu seinem Markenzeichen gemacht hat, denn: „Mit dieser Jacke ist dir nie einer böse. Sie gibt mir am Mikrofon ´ne Menge Freiheiten, auf allen Veranstaltungen“.

Der Mann mit der Gold-Jacke peitscht den TV Hörde nach vorne

Sven Terhoeven fiebert bei jedem Spiel des TV Hörde mit. © Nils Foltynowicz

Sven Terhoven, dessen Schwager Jan Teamkapitän der Hörder Volleyballer ist, hat sich ein Song-Repertoire für alle Gelegenheiten erarbeitet. Da Hallen-Sprecher die Spiele nicht kommentieren dürfen, sagt´s der DJ durch die Blume. Eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters? Da erklingt „Er hat Sand in seinen Augen“. Ein starker Hörder Angriff? Da tönt „So geht der Hammer“ von Mickie Krause durch die Halle. Eine gute Block-Abwehr? Da kommt musikalisch Sido ins Spiel mit „Mein Block“. Und wenn die gegnerische Mannschaft mal einen Fehler produziert, spielt Sven Terhoeven Udo Jürgens und seinen Hit „Vielen Dank für die Blumen“ ein.

In der Mannschaft kommt die musikalisch-moralische Unterstützung bestens an. „Sven ist volleyball-verrückt. Er macht das super“, sagt sein Schwager Jan und lobt: „Es ist ein Riesenunterschied, ob er da ist oder nicht“. Inzwischen haben sich zwei Hörder Spieler sogar eigene Songs verdient. Wenn Youngster Moritz Finke (19), der 2,01-Meter-Mann aus Sundern, seine Reichweite am Netz in Angriff oder Block erfolgbringend einsetzt, schallt „Sauerland“ durch die Halle am Phoenixsee, das in den 80ern von der Iserlohner Band Zoff auf den Markt geworfen wurde. Da singen sogar die Hörder Ersatzspieler mit. Es ist da beliebteste Lied.

Terhoven spielt „Lass das mal den Papa machen“.

Und wenn Routinier Marius Harrmann eingewechselt wird und sofort für die Rothemden punktet, spielt Sven Terhoven „Lass das mal den Papa machen“ ein, den Papa macht das gut. Und da der Deutsche an sich gern klatscht, wird jede noch so kurze Spielpause musikalisch untermalt. „Put the hands up in the air“ wechselt sich mit Kalinka ab, der Sirtaki mit Maria von Scooter.

Neugierig geworden? Samstag ist Hörder Heimspiel-Doppelpack: Um 16 Uhr spielen die TVH-Frauen, ab 19.30 Uhr die Herren in der Halle an der Seekante – und der Mann mit der goldenen Jacke ist wieder dabei.

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