Der BVB spielt eine ganz andere Saison, als er zuvor ausgerufen hat

dzTischtennis-Bundesliga

Nach Platz zwei in der Vorsaison hat Borussia Dortmund für dieses Jahr einen Platz im Mittelfeld ausgerufen. Doch nach einem Drittel der Saison sieht es ganz anders aus.

Dortmund

, 30.10.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bei Borussia Dortmund reiben sie sich derzeit etwas verwundert die Augen. Nach sechs Partien in der 2. Tischtennis-Bundesliga ist der Vorjahreszweite noch immer ungeschlagen. Eine Bilanz von 8:4 Punkten macht die Schwarzgelben zum ersten Verfolger von Spitzenreiter TTC OE Bad Homburg 1987. Dabei, sagt BVB-Abteilungsleiter Bernd Möllmann, „sind unsere Ambitionen eigentlich ganz andere“.

Vor dieser Spielzeit, noch Ende August, habe man die Ziele von Vereinsseite bewusst zurückhaltend formuliert, betont Möllmann. „Wir haben in Alberto Mino unter anderem unseren Spitzenspieler verloren.“ Zudem gab es den „Tausch“ Vater gegen Sohn. Jugend gegen Erfahrung. Evgeni Fadeev, 44 Jahre alt, hat das Team im Sommer in Richtung zweite Mannschaft verlassen. Seinen Platz nahm dessen zwar äußerst talentierter, aber eben auch erst 18 Jahre alter Sohn Kirill ein. Und so war dementsprechend erst einmal vom „Klassenerhalt“ die Rede, vielleicht von einem Platz im „gesicherten Mittelfeld“.

Was soll jetzt kommen?

„An unseren Zielen hat sich nichts verändert“, sagt Möllmann, der sich von Platz zwei nach nun einem Drittel der Saison nicht täuschen lassen will. „Natürlich sind wir glücklich, dass wir derzeit dort oben stehen. Aber wir freuen uns über jeden Punkt, den wir holen.“ Und Nachwuchshoffnung Kirill Fadeev meint: „Der zweite Platz ist sehr gut. Aber wir sollten uns jetzt keinen Druck machen, dass wir jetzt unbedingt Zweiter werden müssen.“

Am Sonntag spielte der BVB, angetreten in der Bestbesetzung Fedor Kuzmin, Erik Bottroff, Krisztian Nagy und Kirill Fadeev, gegen den TV 1879 Hilpoltstein mal wieder unentschieden, zum insgesamt vierten Mal in dieser Saison. Bereits eine Woche zuvor hatten sich die Schwarzgelben nach einem zwischenzeitlichen 1:5-Rückstand beim bisher sieglosen Schlusslicht TV Leiselheim zumindest noch einen Punkt erkämpft, wobei man angesichts der Tabellensituation schnell dazu neigen mag, in diesem Fall von „nur einem Punkt“ zu sprechen.

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Für Außenstehende mag das vielleicht sogar richtig erscheinen, „aber wir wissen, unter welchen Bedingungen die Ergebnisse zustande gekommen sind. Und dass wir bislang immer hundert Prozent unsere Leistung bringen mussten, um erfolgreich zu sein. Daher wäre es falsch, bei solchen Ergebnissen von einer Enttäuschung zu sprechen“, sagt Möllmann.

Ein Unentschieden ist „ein großer Erfolg“

Der Abteilungsleiter bewertet auch das Remis in Hilpoltstein als „großen Erfolg“, zumal der Weg dorthin äußerst kraft-, vor allem aber nervenaufreibend war. Mit 2:5 lagen die Borussen zwischenzeitlich schon zurück, doch Bottroff und Nagy verkürzten noch einmal auf 4:5. Und so war es an BVB-Talent Kirill Fadeev, diesen einen, lange Zeit verloren geglaubten Punkt doch noch in Dortmund zu halten.

Im Duell der zwei Youngster zeigte sich der 18-Jährige überaus nervenstark. Fadeev wehrte gegen den ebenfalls erst 20 Jahre alten Argentinier Francisco Sanchi im fünften Satz vier Matchbälle ab und gewann die hitzige Partie am Ende mit 11:8, 10:12, 12:14, 11:3, 13:11.

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Fadeev, der in der vergangenen Saison noch für den TTC Ruhrstadt Herne in der dritten Liga an der Platte stand, verbesserte seine Saisonbilanz damit auf drei Siege bei acht Niederlagen. Anfangs sei es in der Liga, mit den gestiegenen Ansprüchen und besseren Gegnern schwierig gewesen.

Den Verantwortlichen würde schon was ganz anderes reichen

„Für mich persönlich ist der Saisonstart auch nicht so gut geglückt“, sagt Fadeev. Der Unterschied zur dritten Liga sei eben „recht groß“. Aber mittlerweile finde er sich immer besser zurecht, sagt der Neuling, den sie beim BVB vor dieser Saison „einfach mal ins Zweitliga-Wasser“ werfen wollten, wie Möllmann erklärt.

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Fadeev, als dessen Lieblingsschlag die Rückhandbanane gilt, schwimmt sich zunehmend frei. Auch, weil in Bottroff (29) und der neuen Nummer eins, Fedor Kuzmin (36), zwei erfahrene Lehrer an seiner Seite stehen, die ihm die nötige Hilfe geben.

„Wir haben in dieser Saison eine gesunde Mischung aus Erfahrung, aber auch jugendlicher Unbekümmertheit“, sagt Möllmann. Wohin diese den BVB am Ende führen wird, ist offen. Den Verantwortlichen würde schon ein Platz im Mittelfeld reichen.

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