Der BSV Schüren spielt zwar mit elf Mann - aber ein Spieler hat ein Alleinstellungsmerkmal

dzFußball-Westfalenliga

Der BSV Schüren ist mit zwölf Punkten Dortmunds bestes Team der Fußball-Westfalenliga 2. Zu verdanken hat der Klub das bisher vor allem einen Spieler aus den eigenen Reihen.

Dortmund

, 05.10.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nicht nur für alle Fußballer einer Mannschaft ist es populär, wenn einer von ihnen einen Sonderstatus in der öffentlichen Wahrnehmung genießt. Schließlich erarbeiten sie sich ihre Erfolge idealerweise als Team. Und oft mag es der Betroffene selbst nicht, alleine im Mittelpunkt zu stehen.

„Kamil ist für alle ein absolutes Vorbild“

Wie aber sonst soll sich das Verhältnis von Kamil Bednarski zu seinen Mitspielern des Westfalenligisten BSV Schüren, wo dies zutrifft, beschreiben lassen?

Jetzt lesen

Denn wer die Spiele des mittlerweile bestplatzierten Dortmunder Teams der Liga analysiert, kommt zu dem Schluss, dass die Grün-Weißen wenigstens sechs ihrer zwölf Punkte ohne den Ex-Profi wohl nicht geholt hätten. Selbst wenn sich Bednarski Anfang September nach dem 2:1 über Concordia Wiemelhausen „nicht als Matchwinner“ sah, stand fest: Ohne den EX-Profi (zuletzt SC Wiedenbrück) hätte der BSV diese Partie nie gewonnen. Er versenkte den Freistoß zum 1:1, er besorgte den Siegtreffer. Durch seine Cleverness rettete der BSV den Vorsprung über die Zeit. „Ich bin aber nicht der Matchwinner“, wiegelte er damals ab. Vielleicht soll zum Einstieg die Einschätzung des Trainers Arthur Matlik genügen, dass „Kamil für alle ein absolutes Vorbild ist“.

Sonntag gegen den FC Iserlohn

Sein 1:1 eine Woche später in Neheim reichte nicht, Schüren verlor 2:6. Dann aber wieder ein Bednarski-Tag: Beim 3:1 gegen den TuS Sinsen war Bednarski alleiniger Torschütze. Es waren die Punkte vier, fünf und sechs. Zuletzt bei YEG Hassel erzielte der 33 Jahre alte ehemalige RW Essen-Spieler den ersten Treffer beim 2:0. Vor dem Duell am Sonntag gegen den FC Iserlohn am Sonntag um 15.15 Uhr an der Schürener Straße 47 a ist klar, dass die sieben Treffer des nach Philipp Hennes (SG Finnentrop-Bamenohl, 9 Tore) und Dawid Ginczek (DSC Wanne-Eickel, 8) drittbesten Torschützen der Liga enorm wichtig für den sportlichen Aufschwung sind.

Das ambivalente Fazit aus der Anfangsphase, einerseits den Teamgedanken zu würdigen, andererseits die Klasse Bednarskis und bestenfalls beides zu koppeln, gelingt dem Vorsitzenden Peter Seifert: „Ja, Kamil macht den Unterschied. Die vielen jungen Spieler aber sind in ihrem zweiten Jahr bei uns so weit, dass sie einen eventuellen Ausfalls Kamils kompensieren könnten. Aber einen solchen Ausfall möchte ich uns lieber ersparen und hoffen, dass er unser Erfolgsgarant bleibt.“

Peter Seifert ist stolz auf die Verpflichtung

Ein wenig Stolz klingt schon durch, wenn Seifert über die Verpflichtung des Wunschspielers spricht: „Er hat sich für uns und nicht für Oberligisten entschieden, weil wir ihm einen Job ermöglicht haben. Es hat sich gelohnt – Kamil ist menschlich und sportlich eine echter Gewinn.“

Dass der Angreifer seine individuelle fußballerische Klasse, aber auch seine menschliche Art nutzt, um Schüren als Mannschaft voranzubringen, würdigt der Vorsitzende: „Ob im Training oder im Spiel: Er zieht die Jüngeren mit.“ Und so kommt Seifert zu dem Schluss, dass „bei uns alle 100 Prozent geben“.

Die Jüngeren müssen mitziehen

Die Jüngeren mitziehen möchte auch Björn Menneke, der sich nach einer Operation im Wadenbereich voll erholt hat. „Das sehe ich neben meinem Part im Mittelfeld als wichtigste Aufgabe.“ Auch er schätzt seinen Teamkollegen Bednarski sehr: „Wenn er vor dem Tor an den Ball kommt, kannst du dir sicher sein, dass er trifft.“ Aber Menneke tut seinem Angreifer den Gefallen und hebt die Entwicklung des Teams hervor: „Wir haben aus zwei Spielen sechs Punkte geholt. Das waren Mannschaftsleistungen. Denn wir haben immer die Ordnung gehalten. Und natürlich hat Kamil dann seine Klasse. Aber wir haben jetzt auch gesehen, dass beispielsweise Eyüp Cosgun, der das 2:0 auflegt, ebenfalls sehr stark ist.“ Wie Seifert sieht auch Menneke keine Gefahr, dass im Fall eines Bednarski-Ausfalls alles zusammenbreche. „Nein, dazu sind wir zu stark.“

Jetzt lesen

Das hofft auch der Trainer, der sagt: „Genauso wichtig wie Kamils Tore ist seine Funktion neben dem Platz.“ Sein Verhalten sei in jeglicher Hinsicht vorbildlich. „Kamil geht immer voran“, sagt Matlik. Und die Jungs nehmen das offenbar an. Die Ergebnisse, die nicht nur Kamil Bednarski zu verdanken seien, sprächen für sich. „Es sieht alles schon viel besser aus“, sagt Matlik. „Aber wir haben, da jetzt alle Mann an Bord sind, noch mehr Möglichkeiten.“ Der Coach, der vor Iserlohnern, die „insgesamt hinter ihren Erwartungen stehen“, Potenzial für Veränderungen. Dabei kann er auch auf den Gegner reagieren: „Iserlohn hat jetzt mit einem 3:0 über Erkenschwick ein Ausrufezeichen gesetzt. Das ist schon eine gute Mannschaft mit einem sehr guten Trainer.“

Mario Plechaty kehrt nach Dortmund zurück

Mario Plechaty kehrt zum zweiten Mal in dieser Spielzeit nach Dortmund zurück. Im ersten Duell bei Westfalia Wickede holte er ein 1:1. Ein Ergebnis, das auf Grund der Trefferquote von Schürens bestem Angreifer eher unwahrscheinlich scheint. Selbst wenn Matlik von einigen Optionen spricht – sein Torjäger dürfte gesetzt sein. Und ganz klar wird er sagen, sollte er wieder treffen: „Wir als Mannschaft haben gewonnen.“ Viele werden es gerne hören.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt