Déjà-vu für den ASC 09: Warum der Oberligist nach dem Sieg in Hamm auf die Wende hoffen darf

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Dass ein Last-Minute-Treffer über eine ganze Saison entscheiden kann, hat der ASC 09 schon in der vergangenen gezeigt. Nach dem Sieg in Hamm stellt sich die Frage: Schafft er es nochmal?

Dortmund

, 24.09.2019, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der vergangenen Oberliga-Saison gab es dieses eine Spiel, das eine Initialzündung für den ASC 09 war. Das war das 2:1 gegen den Holzwickeder SC, als Maximilian Podehl in der Nachspielzeit zum Sieg traf. Es folgten zehn Siege in Serie.

Der Sportliche Leiter Samir Habibovic zieht einen Vergleich zur Partie am vergangenen Sonntag. Auch hier gewann der ASC nach einer zuvor schwachen Phase durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 2:1. Diesmal war es Lars Warschewski, der den ASC in Hamm ganz spät jubeln ließ. „Das war am Sonntag auch ein dreckiger Sieg“, sagt Habibovic.

Habibovic träumt jetzt nicht von zehn Siegen in Serie, hofft aber auf positivere Ergebnisse, als in den Wochen zuvor. „Wichtig ist nur, dass wir gegen Siegen nachlegen und die Köpfe endlich frei bekommen. Um mehr geht es aktuell bei uns nicht.“

Beim ASC schaut niemand auf die Tabellenspitze

Als er darauf angesprochen wird, dass Platz eins ja nur fünf Punkte entfernt sei, wechselt er gleich das Thema. „Platz eins ist bestimmt nicht unsere Baustelle. Wir haben drei der letzten vier Spiele verloren. Da guckt hier niemand auf die Spitze.“

Den Auftritt gegen Hamm fand er von der Moral her top, spielerisch lief es nicht so gut. Das war natürlich der Verunsicherung und der frühen Roten Karte gegen Simon Hendel geschuldet. „Umso stolzer macht mich, dass die Jungs in Unterzahl und mit einem 0:1-Rückstand nicht aufgeben haben“, sagt Habibovic.

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„Der Erfolg hat uns gezeigt, dass wir als Team funktionieren. Wäre das nicht der Fall, hätten wir bestimmt nicht das Spiel in Unterzahl gedreht“, sagt Siegtorschütze Lars Warschewski.

Habibovic übt Selbstkritik

Warschewski gehört zu den ganz jungen im Team. Gegen Hamm standen während der 90 Minuten neun ASC-Spieler auf dem Feld, die 1998 oder später geboren wurden: Jasper Stojan, Phil Südfeld, Maurice Buckesfeld (alle 1998), Jan Stuhldreier, Lars Warschewski (alle 1999), Moritz Isensee, Dzanan Mujkic, Maciej Bokemueller und Simon Hendel (alle 2000).

Habibovic zeigt sich selbstkritisch. „Bei der Kaderplanung habe ich Mist gebaut. Ich habe zu viele A-Jugendliche verpflichtet. Zehn Stück. Ich bin zwar von allen überzeugt, aber unser Kader ist einfach zu groß. Das ist ein Problem für unseren Coach in der Trainingsgestaltung“, sagt Habibovic. Aktuell stehen 27 Akteure im Kader, 24 Feldspieler und drei Torhüter.

Talente plötzlich beim ASC 09 dabei

Wie schnell es aber für die jungen Spieler nach oben gehen kann, haben Bokemueller und Mujkic erlebt, die beiden Talente aus der U19 des TSC Eintracht.

„Beide haben sich am Anfang in der zweiten Mannschaft wiedergefunden und da Woche für Woche überzeugt. Jetzt wurden sie gegen Hamm mit ihren Einsätzen belohnt“, sagt Habibovic.

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Es sei „extrem wichtig, dass die jungen Leute bei uns Geduld mitbringen“, erklärte der Sportliche Leiter weiter. „Machen sie das, bekommen sie über kurz oder lang ihre Chance. Werden sie ungeduldig und fangen an zu fordern, haben sie ein Problem.“ Aktuell zeigen sich alle Akteure aber geduldig und werden belohnt. „Es ist ganz wichtig, dass wir die Ruhe bewahren, dann wird sich auch der Erfolg wieder einstellen“, sagt Habibovic.

In der vergangenen Spielzeit hatte der ASC zum gleichen Zeitpunkt nur einen Zähler mehr auf dem Konto als jetzt – und am Ende spielte der Klub lange um den Aufstieg mit. Aber auch davon will Habibovic nichts wissen. Wie gesagt: „Wir gucken nur auf den nächsten Gegner.“

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