Das nächste Traditionsturnier fällt der Corona-Krise zum Opfer

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Hecker-Cup, Kronen-Hellweg-Cup, West-Cup und Hörder Stadtmeisterschaft – vier Turniere, die jedes Jahr fest zur Saisonvorbereitung der Fußball-Amateure gehören. Doch 2020 ist alles anders.

Dortmund

, 17.06.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dortmunder Amateurfußballer mussten schon eine Hiobsbotschaft verkraften: Die Hörder Stadtmeisterschaft wurde bereits vor einigen Wochen abgesagt. Jetzt folgt das nächste der vier Dortmunder Sommerturniere.

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Der ASC 09 mit dem Hecker-Cup und der SV Brackel mit dem Kronen-Hellweg-Cup schielen schon auf einen späteren Termin im September. Bereits Ende Mai zog der VfL Hörde als Ausrichter der Hörder Stadtmeisterschaft die Reißleine. Jetzt hat die Corona-Krise ein zweites Turnieropfer in Dortmund gefordert: Auch der West-Cup, der in diesem Jahr von Arminia Marten hätte ausgerichtet werden sollen, wird nicht stattfinden.

„Wir haben uns im Verein alle gemeinsam darauf verständigt, dass wir den West-Cup 2020 nicht veranstalten werden“, sagt Arminia Martens 1. Vorsitzende Vera Schreiber. „Und auch wenn sich nach der Entscheidung gegen die Ausrichtung vor wenigen Tagen seit dem 15. Juni ja schon wieder einige Erleichterungen ergeben haben, ändert das nichts mehr an der Absage. Ich wüsste nicht, wie wir so eine Veranstaltung verantwortungsbewusst umsetzen sollten – zumal wir mit jeder Vorbereitung ja den ständig neuen und unabsehbaren Vorgaben der Politik immer wieder hinterherarbeiten müssten.“

Vereinsführung zur West-Cup-Absage: „Uns tut das total Leid“

Aus Sicht der Vereinsführung des A-Ligisten, so Schreiber, sei ja auch gar nicht sicher, dass die Erleichterungen so wie jetzt weiter fortgeschrieben würden. „Es kann ja genauso gut sein, dass irgendwo was passiert – und dann wird wieder zurückgeschraubt. Aus Vereinsperspektive sei das eine völlig unwägbare Situation.

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„Uns tut das natürlich total Leid, weil der West-Cup schon lange nicht mehr bei Arminia Marten war und wir uns da wirklich darauf gefreut haben. Zudem ist so eine große Veranstaltung unter normalen Umständen ja auch ein ganz wichtiger Wirtschaftsfaktor für einen Amateurklub“, sagt Schreiber. „Aber wenn wir jetzt in die Vorbereitungen einsteigen würden, die ja mit großem menschlichen und finanziellen Einsatz geschehen, wissen wir überhaupt nicht, ob es am Ende eine Veranstaltung sein wird, die das alles rechtfertigt“, so Schreiber.

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„Und ganz ehrlich, so ein Turnier soll ja auch ein Fußballfest sein. Und wenn ich mir vorstelle, dass Ehrenamtliche mit Mundschutz hinter der Zapfanlage stehen und sich 30 Mal die Hände waschen müssen oder sich Ordner darum kümmern sollen, dass der Mindestabstand der Zuschauer zur Bande und untereinander eingehalten wird, dann hört sich das für mich nicht nach dem Spaß an, den wir uns alle erhoffen“, erklärt Schreiber. „Da hab ich hinterher mehr Ärger als Freude.“

Absage des West-Cups ist für Arminia Marten das kleinere Übel

Zudem ist aus Sicht des Klubs selbst bei einer weiteren Lockerung der Sicherheitsvorschriften völlig ungewiss, ob überhaupt schon genug Amateurfußball-Fans nach einer Feier zumute ist, wie sie eine solche Veranstaltung braucht, um nicht in ein massives Minus zu münden. „Wir würden absolut ins Leere planen“, erklärt Vera Schreiber. „Und wir machen das ja auch nicht hauptberuflich sondern ehrenamtlich aus Spaß an der Freude. Keiner weiß, ob in vier Wochen vielleicht 200 Leute auf die Anlage dürfen oder plötzlich wieder nur noch 50. Das ist alles völlig offen.“

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Und gemessen daran, was sich gerade in Sachen Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Betreuungsnot in Familien ereigne, so Schreiber, sei ein abgesagtes Turnier ja auch noch immer das deutlich kleinere Übel.

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