„Limbo“ stellt sich im Spätherbst seiner Karriere nochmal in den Dienst des VfR Sölde

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Daniel Limberg hat seine Fußball-Karriere eigentlich längst beendet. Doch ein Engpass beim VfR Sölde, in dem er die U19 betreut, sorgt aktuell für ein Revival, das nicht bei allen gut ankam.

Dortmund

, 19.11.2019, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Daniel Limberg war eigentlich nie verletzt. Erst mit Anfang 30 begannen die Probleme, 2012 riss er sich in Wickede die Achillessehne, später kamen noch Knieprobleme hinzu. Mit 33 zog er selbst den Schlussstrich unter eine Torhüter-Karriere, die ihn in bis in die Oberliga geführt hatte: „Da wurde es einfach Zeit aufzuhören“, sagt Limberg heute über seine Entscheidung im Sommer 2013.

Daniel Limberg ist Trainer bei der U19 des VfR Sölde

Im Winter 2019 steht der 39-Jährige, der beim VfR Sölde als Trainer die U19 übernommen hat, nun aber plötzlich doch wieder zwischen den Pfosten. Nicht für den FC Brünninghausen, wo er zunächst noch als Torwarttrainer agierte, nicht für Westfalia Wickede, wo er lange spielte oder den VfL Schwerte, bei dem er zuletzt als Co-Trainer arbeitete, sondern eben für den Bezirksligisten in Sölde.

Der Grund: Stammkeeper Stephane Preuß fällt mit Bänderrissen in der Schulter noch bis zum Jahreswechsel aus, Ersatzkeeper David Schydlo hat sich in der Vorbereitung das Schienbein gebrochen und der dritte Torhüter Sebastian Preuß ist noch nicht so weit: „Sie haben mich vor vier Wochen gefragt, ob ich das für den Verein machen würde“ erzählt Limberg, „und nach reiflicher Überlegung und Absprache mit meiner Frau, hab ich dann gesagt: Ich mach das mal.“

Limbergs Frau hatte Befürchtungen

Seine Frau allerdings fand die Idee angesichts der Verletzungen zum Ende seiner Karriere zunächst nicht so erbaulich: „Sie hatte starke Befürchtungen und meinte nur: ‚Ich hoffe, du kommst da heile raus.‘“ Bislang kann man sagen: Er ist da heil rausgekommen. Dreimal 90 Minuten hat Limberg seinen Körper seitdem für die Jungs von Trainer Marco Nagel zur Verfügung gestellt, beim extrem wichtigen 2:1 gegen Westfalia Wethmar „hat er uns mit zwei, drei Paraden den Sieg gerettet“, schwärmt Nagel.

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Der Coach hat Limberg ein bisschen überredet: „Man merkt beim Rauslaufen einfach seine extreme Sicherheit“, sagt Nagel, „von der Statur her ist Limbo ja auch ein ordentlicher Bulle.“ Einer allerdings, der nach den Partien mittlerweile schon merkt, dass er nicht mehr 23 ist: „In Wethmar bin ich ein bisschen unglücklich im stumpfen Rasen hängengeblieben“ sagt Limberg. Das Knie hat sich wieder gemeldet: „Ich habe nicht umsonst aufgehört“, sagt Limberg.

Wie Captain Ahab

Auch nach dem sonntäglichen Spiel gegen Herbstmeister Türkspor (0:2) hatte Limberg wieder Schmerzen: „Er hat mit Schmerzen gespielt und hinterher gehumpelt wie Captain Ahab“, sagt Nagel, „aber wir haben ja jetzt spielfrei, da kann er sich 14 Tage lang ausruhen.“

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Zwei Spiele muss Limberg noch durchhalten, will er durchhalten: „Ich muss es jetzt nicht mehr unbedingt regelmäßig machen und ich hoffe auch, dass es nicht über die Winterpause hinaus geht“, sagt Limberg, „aber ich habe das schon gerne gemacht und auf die beiden Spiele gegen Roj und Massen habe ich auch nochmal Bock.“ Danach ist entweder Stephane Preuß wieder zurück - oder Dustin Kossmann übernimmt. Den früheren Sölder haben sie vom VfL Kemminghausen zurückgeholt.

Dustin Kossmann kommt im Winter aus Kemminghausen

Ein Vereinswechsel steht für Limberg nicht mehr zur Debatte: „Ich muss mich immer wohlfühlen bei den Klubs“, sagt Limberg, „und das ist in Sölde der Fall.“ Der Job als A-Jugend-Trainer erfüllt ihn sogar ein Stück mehr als der Aushilfsjob zwischen den Pfosten: „Das ist eine coole Sache und macht richtig Spaß.“ Er wohnt nur einen guten Kilometer vom Rosengarten entfernt, perfekt, um Job, Familie und Trainertätigkeit zu vereinbaren.

Am 8. Dezember wird er seine Spielerkarriere dort beim Heimspiel gegen Massen dann aber endgültig beenden. Oder? „Man sollte nie irgendwas ausschließen“, sagt Limberg. Einmal Torhüter, immer Torhüter.

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