Cola und Burger für den neuen Europameister

Triathlon

Cola. Burger. Kuchen. Hubertus Brand konnte kaum genug davon bekommen. All die ungesunden Dinge, die er sich monatelang verkniffen hatte, bedeuteten nun die größte Belohnung. Verdient hatte er sich die fiesen Leckereien allemal: Brand ist seit Sonntag Triathlon-Europameister in der Altersklasse M 50.

Dortmund

, 01.06.2016, 19:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Cola und Burger für den neuen Europameister

Auf dem Zeitfahrrad machte Hubertus Brand ordentlich Tempo. Er wurde in Lissabon Europameister.

Auf dem Weg dahin hatte Brand in Lissabon nicht nur literweiße Schweiß und viel Kraft gelassen, sondern auch Nerven. Beim Schwimmen visierte er eine falsche Boje an, der Umweg kostete ihn mindestens eine Minute Zeit. Schon ging das Kopfkino los. Dennoch befand er sich auf Rang fünf, als er die 1500 Meter nach 22:35 Minuten hinter sich gebracht hatte.

„Danach griffen dann die Automatismen“, erzählte Brand. Auf seinem schicken Zeitfahrrad machte der Dortmunder von Beginn an Druck. Auf dem zweimal zu absolvierenden 20-km-Rundkurs stellte sich ein 1,5 Kilometer langer Anstieg in den Weg. „Da hat sich das harte Frühjahrstraining ausgezahlt.“ Mit der zweitbesten Radzeit des Tages (1:06;22) und auf Platz zwei liegend wechselte Brand auf die Laufstrecke.

Schockmoment

Noch zehn Kilometer. Die er im Höchsttempo mit Tunnelblick abspulte, obwohl der Parcours von den 1500 Athleten, die in Wellen starteten, gut bevölkert war. Nach 34:59 Minuten stoppte Brand seine Uhr im Ziel – und erlebte den nächsten Schockmoment. „Auf meiner GPS-Uhr standen nur 7,8 Kilometer. Ich dachte, ich wäre eine Runde zu wenig gelaufen“, sagte Brand. Fast hätte er eine Holzbande eingetreten. Doch Kollegen von der Deutschen Triathlon-Union (DTU) konnten mit Blick auf den Live-Tracker die aufgewühlten Nerven beruhigen. Europameister!„Umso größer fiel dann der Jubel aus.“

Die Begeisterung, nach EM- und DM-Titel im Duathlon nun auch noch Europameister im Triathlon geworden zu sein, teilte Brand mit der Familie und der „größeren Reisegruppe“. Besonders herzlich fiel der Glückwunsch von Mutter Elisabeth Brand (81) aus, die vor 21 Jahren in Stockholm in der Altersklasse W 60 Vize-Europameisterin geworden ist.

Wieder ins Training

Nach ein paar weiteren Tagen mit ungesundem Essen und Entspannung will Brand wieder ins geregelte Training einsteigen – und weitere Wettkämpe absolvieren. Zum Beispiel in der NRW-Liga für die Dortmunder Tri Geckos.

Dort verliefen die ersten beiden Wettkämpfe der Saison nicht ganz nach Wunsch. Beim Teamsprint am Sonntag in Gladbeck kamen Cedric Lambracht, Vincent Meyer, Maik Aßhoff und Niklas Geißler auf Rang 13 von 18 Mannschaften ein. Beim Auftakt eine Woche zuvor in Gütersloh reichte es in gleicher Besetzung für den ordentlichen Rang 10. Aßhoff (19.), Meyer (35.), Lambracht (41.) und Geißler (59.) steuerten ihre Platzziffern zum Gesamtergebnis bei.

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