Co-Trainer des ASC 09 Dortmund will wieder auf dem Feld angreifen

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Beim ASC 09 Dortmund ist Dominik Kemler schon seit sechs Jahren, zuletzt stand er an der Seitenlinie des Oberligisten. Jetzt will der 30-Jährige es noch einmal auf dem Feld versuchen.

Dortmund

, 26.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verletztgesagte spielen länger. Ginge Dominik Kemler immer zum selben Arzt, dürfte er für einen 30-Jährigen eine Rekord-Krankenakte haben. Der Leistungs- und Sympathieträger des Fußball-Oberligisten ASC 09 Dortmund schien seine aktive Karriere beendet zu haben, fungierte zuletzt als Co-Trainer des Oberligisten.

Und jetzt nannte Dominik Altfeld, Sportlicher Leiter von Aplerbecks Bezirksliga-Reserve, den „alten Bekannten“ als Neuzugang – fast so, als wäre nichts gewesen. Ganz so überraschend, wie es für Außenstehende kommen mag, ist es für Kemler selbst allerdings nicht. „Dominik und die Trainer Tim Schwarz und David Steindor hatten mich immer wieder angesprochen. Für das Co-Traineramt fehlte mir jetzt aus beruflichen Gründen die Zeit. Ich wollte den Verein, den ich ins Herz geschlossen habe, aber nicht einfach so verlassen.“

Kemler ist sehr froh, dass dieses Herz gesund schlägt. Denn dieses so wichtige Organ bereitete ihm schon in jungen Jahren Sorge. Aber der Vollständigkeit halber listet er alle seine Verletzungen und Krankheiten nur aus Aplerbecker Zeit auf. 2014 kam der ehemalige Wattenscheider Juniorenspieler zum ASC und litt gleich an einer schmerzhaften Schambeinentzündung. Bänderrisse, die folgten, nennt der Defensivspezialist rückblickend „kleine Sachen“, was schon viel aussagt.

Dominik Kemlers Verletzungsliste ist lang

Es folgten die erwähnten Herzprobleme. Sogar mit Verdacht auf Herzinfarkt kam er vor mehr als drei Jahren ins Krankenhaus. Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich glücklicherweise nicht. Aber auch die dann diagnostizierte Rippenfell- und Lungenentzündung war nicht ohne. Und gerade hatte sich der Pechvogel ins Team zurückgearbeitet, da riss ihm die Achillessehne. Jeder, der Sport treibt, weiß, welch schmerzhafte und folgenreiche Verletzung das ist.

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Obwohl er lernte, seine Leidensgeschichte zu akzeptieren, warf ihn ein kurz nach dem erneuten Comeback erlittener Außenbandriss am Knöchel zurück. „Ich habe mir dann gesagt, so geht es nicht weiter. Ich war sehr froh, als der ASC das Co-Traineramt anbot.“ Ein Job, der ihm auch liegt.

Dominik Kemler wird in der kommenden Saison für die Bezirksliga-Mannschaft des ASC 09 Dortmund auflaufen.

Dominik Kemler wird in der kommenden Saison für die Bezirksliga-Mannschaft des ASC 09 Dortmund auflaufen. © Nils Foltynowicz

Aber, wie erwähnt, passte es zeitlich nicht mehr. „Und irgendwie kam dann die Lust auf das Fußballspielen doch wieder. Es juckte.“ Und wieder warteten Altfeld/Schwarz/Steindor nicht lange und machten jetzt Nägel mit Köpfen. „Denn das passt. Ich finde es super. Wahnsinn, was die Jungs da aus der zweiten Mannschaft gemacht haben. Dieser Zusammenhalt imponiert mir.“ Mehrere Male trainierte er bereits mit. Kemler bekam schon Lust auf mehr. Jetzt findet er auch die Zeit, sein erstes Testspiel zu bestreiten.

Dominik Kemler wird dem ASC 09 nicht nur auf dem Spielfeld helfen

Kemler aber möchte sich nicht nur als Spieler („Ich denke auf der Sechs“) helfen: „Ich sehe mich auch als Ansprechpartner, Ratgeber und Unterstützer der jungen Spieler, die der Verein vorbildlich fördert. Ich nehme diese Aufgabe und natürlich meine Rolle als Spieler schon sehr ernst.“ Kemler bleibt also ohne offizielle Funktion nicht nur Teil des Teams auf dem Platz, sondern auch der Mannschaft, die den ASC außerhalb des Feldes stark macht.

Es gibt wohl keinen im Kreise der Aplerbecker, aber auch der anderen Fußballfreunde, der ihm jetzt nicht das Glück wünscht, das ihm zuletzt so oft verwehrt blieb. Beruhigend aber zu wissen, dass Kemler auch im Fall der Fälle gefestigt bleibt: „Mal sehen, was der Körper so macht. Wenn es dann irgendwann nicht funktioniert, dann soll es eben so sein. Aber mein familiäres, mein privates und mein berufliches Umfeld sind top.“

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Er, der sich verlobt hat, einen intakten Freundeskreis zu schätzen weiß und beruflich als Consultant erfolgreich ist, sagt: „Das zählt.“ Gäbe es eine Akte für privates Glück, wäre die von Dominik Kemler auch ziemlich dick. Diese darf gerne noch weitere Kapitel erhalten, die Krankenakte aber natürlich nicht.

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