BVB-U19 in der Krise - Jugendkoordinator Lars Ricken: „Das ist nicht mein Anspruch“

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Auf die krachende Niederlage im Revierderby folgte die Niederlage in der Youth League in Mailand. Die U19 des BVB in der Krise. Jugend-Koordinator Lars Ricken nimmt die Spieler in die Pflicht.

Dortmund

, 26.10.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor der Saison waren die Erwartungen groß und obwohl klar ist, dass Erfolg im Juniorenfußball von mehreren Faktoren abhängt und demzufolge schwer planbar ist, können die Ergebnisse der U19 von Trainer Michael Skibbe nicht zufrieden stellen. 0:4 im Derby gegen Schalke, 1:4 in der Youth League gegen Inter Mailand. Was sagt Jugendkoordinator Lars Ricken dazu?

Die BVB-Jugend hat die Fans in den letzten Jahren mit außergewöhnlichen Resultaten verwöhnt. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung der U19 seit dem Sommer?

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Wir sind unnötigerweise in der ersten Runde im DFB-Pokal ausgeschieden, wir stehen in der Bundesliga nur im gefühlten Mittelmaß und haben auch in der UEFA Youth League jetzt von drei Spielen zwei verloren. Dementsprechend besteht die Gefahr, dass wir schon im Winter alle unsere Ziele verpasst haben werden. Das ist nicht mein Anspruch, und auch nicht der Anspruch der Spieler. Daher bin ich natürlich alles andere als zufrieden, aber wir werden unsere Ansprüche trotzdem nicht aufgeben. Die U19 ist als letzter Jugendjahrgang keine Komfortzone, und daher gilt es hart daran zu arbeiten.

Niederlagen an sich sind sicher nicht so dramatisch. Machen Ihnen aber solche Niederlagen wie die gegen Schalke (0:4) oder jetzt gegen Inter Sorgen (1:4)?

Es geht nicht darum, sich Sorgen zu machen, sondern die Probleme zu lösen.

Gehören solche Niederlagen denn im Sinne der Entwicklung der jungen Leute auch mal dazu?

Natürlich gehören Niederlagen zur Entwicklung dazu. Ein gutes Beispiel dafür ist sicherlich die letztjährige U17, die nur ein Spiel in der vergangenen Saison verloren hat - leider aber das Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Aber gerade aus solchen Niederlagen lernen junge Spieler sehr viel, wenn sie die Bereitschaft und Haltung zeigen, sich weiterzuentwickeln.

Welche Ansätze gibt es für Korrekturen?

Diese Mannschaft muss wieder eine homogene Einheit werden, in die jeder seine individuellen Stärken einbringen kann und Schwächen durch die Gemeinschaft aufgefangen werden. Nur dann kann sich auch jeder persönlich weiterentwickeln und der beste Spieler werden, der er sein kann. Wenn wir beispielsweise die hohe Anzahl der Gegentore sehen, heißt das auch, dass alle Spieler in der Verantwortung sind, das eigene Tor leidenschaftlich zu verteidigen.

Sind Sie da mit Trainer Michael Skibbe im Austausch und wie sieht er die Situation?

Natürlich stehe ich in permanentem Austausch mit dem Trainer. Die Mannschaft ist in der Pflicht, dass sie das, was sie mit dem Trainer auf dem Trainingsplatz erarbeitet auch auf dem Platz am Spieltag umsetzt.

Haben Sie damit gerechnet, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch Sand im Getriebe ist?

Nein, das habe ich nicht. Diese Mannschaft ist im Sommer 2018 deutscher U17-Meister geworden. Mit Julius Rauch und Gio Reyna sind nur zwei Spieler hinzugekommen, und daher hat die Mannschaft in dieser Formation gezeigt, dass sie sich als Einheit präsentieren kann.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass über diese Niederlagen in dieser Woche bald keiner mehr spricht, weil die Jungs eine Reaktion zeigen?

Es geht nicht darum, dass niemand mehr über diese Niederlagen spricht, sondern darum, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Eines aber kann ich Ihnen versichern: Intern werden diese Niederlagen noch eine ganze Weile nachhallen.

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