BVB-Handball-Reserve geht personell auf dem Zahnfleisch: „Die erste Mannschaft hat Priorität“

Frauen-Handball

Die Reserve der BVB-Handball-Frauen hat mit Personalsorgen zu kämpfen. Mit im Spielerinnen-Karussell von Trainer Tobias Fenske hängen auch die B-Jugend - und das Bundesliga-Team.

Dortmund

, 19.02.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Julie Hafner ist nur eine von vielen Spielerinnen, die BVB 2-Trainer Tobias Fenske im Moment verletzt fehlen.

Julie Hafner ist nur eine von vielen Spielerinnen, die BVB 2-Trainer Tobias Fenske im Moment verletzt fehlen. © Ludewig

Tobias Fenske muss im Moment jedes Wochenende puzzeln. Der Trainer der zweiten Mannschaft der BVB-Handball-Frauen und der schwarzgelben A-Jugend muss jede Woche aufs neue überlegen, welche Mädels er in welcher Mannschaft und auf welcher Position auf die Platte schickt. Oder eher schicken kann. Denn die Verletztenliste ist lang – viele Teile in Fenskes Puzzle fehlen im Moment.

Die Torhüterinnen Thara Sieg (Schuler) und Sina Röttger (Blinddarm-OP) sowie die Feldspielerinnen Julie Hafner (Sprunggelenk), Mariuca Patru (Ellbogen), Lotte Iker (krank) und Mariel Wulf (Kreuzbandriss) fallen aus. Dazu macht Lena Hausherr gerade wieder die ersten Schritte auf dem Feld, Nicol Bojda hat nach ihrem Kreuzbandriss gerade erst wieder mit dem Training angefangen und Leistungsträgerin Marie Michalczik hilft, wie auch am vergangenen Samstag, immer mal wieder in der Bundesligamannschaft von André Fuhr aus.

BVB 2-Trainer Fenske: „Eine Win-win-Situation“

Trotz der Personalsituation erkämpfte sich die schwarzgelbe Reserve in der 3. Liga West am Wochenende ein Unentschieden gegen den Blomberger Nachwuchs – mit neuen Puzzleteilen: Mit Catharina Althaus, Jana Nordberg und Jana Haas standen gleich drei B-Jugendliche über 60 Minuten auf dem Feld, Kreisläuferin Carlotta Fege musste ihre Qualitäten im Rückraum beweisen – bis ihre Lippe anfing zu bluten. „Das hat fast 15 Minuten nicht mehr aufgehört, da wurde es mit nur noch einer Auswechselspielerin dann dünn auf der Bank“, erklärt Fenske. Dass seine Schützlinge einen 22:14-Vorsprung aus der 50. Minute noch verspielten, nimmt Fenske deshalb gelassen: „Das“, sagt der BVB-Trainer, „ist dann irgendwann auch einfach mal so“.

BVB 2-Trainer Tobias Fenske steht wegen der dünnen Personalsituation in ständigem Austausch mit der Bundesliga-Mannschaft und der B-Jugend.

BVB 2-Trainer Tobias Fenske steht wegen der dünnen Personalsituation in ständigem Austausch mit der Bundesliga-Mannschaft und der B-Jugend. © Ludewig

An Fenskes Personalpuzzle hängen neben der zweiten Mannschaft und der A-Jugend auch die B-Jugend, die am Wochenende das Oberliga-Spitzenspiel in Hemer trotz der Abwesenheit von Althaus, Nordberg und Haas für sich entscheiden konnte, und die erste Mannschaft. Aus dem Bundesliga-Team von André Fuhr stießen am Wochenende Leonie Kockel und Torhüterin Yara ten Holte zum Drittliga-Team, sammelten Spielpraxis – und halfen Fenske natürlich weiter. „Das ist eine Win-win-Situation für beide.“

Überhaupt stecken hinter dem allwöchentlichen Puzzeln „viel Überlegung“ und viele Gespräche zwischen Fenkse, Fuhr und Yasmin Yusif, Trainerin der B-Jugend. „Es wird nur dann eng“, erklärt Fenske, „wenn alle drei Mannschaften gleichzeitig spielen wie jetzt am Wochenende.“

Erste Rückkehrer bei der BVB-Handball-Reserve

Trotzdem habe der BVB den Spieltag für Fenskes Geschmack richtig gut gemeistert. Die B-Jugend hat ihr Oberliga-Spitzenspiel gewonnen, die Bundesligamannschaft ihre Auswärtspartie in Bensheim für sich entschieden und Fenskes zweite Mannschaft einen Punkt in Blomberg erkämpft. „Ich finde es gut, wie die Abteilung zusammenarbeitet.“

Bei allem habe natürlich immer das Bundesliga-Team Priorität. „Wir sind nunmal eine Ausbildungsmannschaft“, betont Fenske. Es gehe darum, dass junge Spielerinnen sich beweisen können. Da ärgere es ihn auch nicht, dass seine Leistungsträgerin Michalzcik in der ersten Mannschaft den Großteil der Spiele meist auf der Bank verbringt. „Es ist meine Aufgabe, mit den Mädels zu arbeiten, die da sind.“ Er sei in der Vergangenheit gut damit gefahren, nicht darauf zu schauen, wer nicht zur Verfügung stehe: „Ich vertraue allen, die da sind, sonst wären sie nicht hier“, erklärt Fenske.

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Außerdem gehe es personell langsam wieder bergauf, Lotte Icker und Mariuca Patru können langsam wieder ins Training einsteigen, weitere Spielerinnen sollen demnächst folgen. Bis dahin muss Fenske noch ein bisschen weiter puzzeln.

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