Bundesliga und Sprachschule für Sarolta Selmeci

Handball: BVB-Frauen

Deutsch versteht Sarolta Selmeci schon recht gut, nur zu reden traut sie sich noch nicht. Der ungarische Neuzugang der BVB-Handballfrauen steht in Dortmund vor einer Doppelbelastung: Mit dem BVB in der Bundesliga durchstarten - und gleichzeitig die deutsche Sprache lernen.

DORTMUND

, 15.08.2015, 10:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bundesliga und Sprachschule für Sarolta Selmeci

Die Bundesliga-Handballerinnen des BVB absolvieren einen Laktattest am Sportinstitut der TU Dortmund.

Trainerin Ildikó Barna, selbst Ungarin, war überrascht von Selmecis Fähigkeiten: „Sie versteht alles in der taktischen Besprechung. Sie hat nur noch nicht den Mut zu reden“, sagt die Aufstiegstrainerin. Selmeci erhalte laut Barna erstmal „Zeit zum Ankommen“.

Grundwörter sind da

Sobald die Saison im September gestartet ist, besucht sie auch eine Sprachschule. Auf die Frage nach ihrer Größe (1,76 Meter) antwortet die 23-Jährige noch auf Ungarisch. Ildikó Barna muss übersetzen. Aber die Zahl ihrer Schuhgröße kennt die Neu-Dortmunderin bereits: „Vierzig.“ Grundwörter und -sätze beherrscht Selmeci schon. Wenn sie unter sich seien, würde Selmeci auch mehr sprechen. Versagt die Kommunikation auf Deutsch, würden die Spielerinnen dann Englisch nutzen. „Wir wollen aber nicht nur Englisch sprechen“, stellt Barna klar.

„Mein Ziel ist, mich auf meiner Position durchzusetzen. In der Abwehr möchte ich so stehen, dass es keine Schwierigkeiten auf meiner Seite gibt - und im Angriff viele Tore machen“, sagt sie. In Selmeci hat Barna eine weitere Rückraumschützin dazubekommen.

Die Rechtshänderin will vorwiegend auf der rechten Seite spielen. Barna aber hat längst ihre variablen Einsatzqualitäten erkannt: „Sie ist total flexibel und kann alle drei Rückraumpositionen spielen, hat auch schon Mitte und Rückraum links besetzt.“ Und auch in der Abwehr sei sie eine Allrounderin. Und das ist Kennzeichen, das die Trainerin im Jahr eins nach der Bundesliga-Rückkehr gebrauchen kann.

Auf Empfehlung nach Dortmund

Barna sieht in Selmeci die gute Handballschule ihres Heimatlandes Ungarn: „Mit ihren 23 sieht man, dass die technische Ausbildung gut ist“, so Barna. Selmeci begann beim ungarischen Frauenhandball-Erstligisten Dunaújváros. Der Verein in der Kleinstadt (50.000 Einwohner) an der Donau hat ein Internat.

Aus Szeged wechselte Selmeci auf Empfehlung eines Spielerberaters nach Dortmund. „Sie hat eine gute Empfehlung bekommen, dass Dortmund einen guten Plan hat“, übersetzt Barna stolz. Das Angebot aus der Bundesliga war ihr einziges aus dem Ausland. 

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