BSV Schüren verpatzt erneut den Saisonstart

Fußball: Landesliga 3

Den Blick auf die Tabelle würden sich die Fans vom Fußball-Landesligisten BSV Schüren gerne schenken. Punktlos steht der Klub ganz unten, dem eigenen Selbstverständnis nach gehört der BSV in die Ligaspitze. Erste Parallelen zur Vorsaison zeichnen sich ab.

DORTMUND

, 22.08.2017, 08:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
BSV Schüren verpatzt erneut den Saisonstart

Ein Bild mit Symbolcharakter: BSV-Stürmer Eyüp Cosgun im Spiel gegen SW Wattenscheid in der Vorsaison. Den Auftakt gegen SW hat Schüren mit 0:2 verloren, es folgte eine 1:6-Klatsche bei Horst-Emscher und – wie im Vorjahr – der Tabellenkeller zum Saisonstart.

Vor einem Jahr ging der Start des damals überall als Meisterschaftsfavorit gehandelten BSV immerhin nicht ganz so krachend in die Hose. Ein Remis zum Auftakt, ein Heimsieg – dann ging die Fahrt in den Keller los. Immerhin hatten die Schürener da schon vier Punkte auf dem Konto. Nun stellt sich das drastischer dar: 0:2 zum Start gegen SW Wattenscheid, nun 1:6 beim SV Horst-Emscher. Null Punkte, 1:8 Tore, Schlusslicht mit dem SV Zweckel.

Schneller "Tiefpunkt"

Das Debakel am Sonntag bezeichnete Spielertrainer Dimitrios Kalpakidis anschließend als schnellen „Tiefpunkt“ der noch jungen Saison. Im Vorfeld der Spielzeit hatten sich die Verantwortlichen bewusst zurückgenommen mit offensiven Formulierungen, die ihnen vor einem Jahr um die Ohren flogen. Damals sprach Kalpakidis offen vom Aufstieg, der sich nach der Achterbahnfahrt der Saison nicht realisieren ließ. Nun, auch aufgrund der mäßigen Vorbereitung, backt der Coach kleinere Brötchen und spricht vom oberen Bereich – sobald die Mannschaft die Defizite im spielerischen und athletischen Bereich aufgeholt hat. „Alle sehen nur, was wir für tolle und erfahrene Spieler im Kader haben. Aber mit halber Fitness nützt einem das wenig.“

Die Qualität können die Schürener nicht leugnen. Schon im Vorjahr besaß der BSV einen Kader mit Top-Qualität, von den Stammspielern hat nur Patrick Njambe den Verein verlassen. Dafür tragen nun weitere Größen wie Michael Oscislawski, Pjer Radojcic, Sotirios Stratakis und Santiliano Braja das Schürener Trikot – alle bringen Oberliga-Erfahrung mit. Doch hat der BSV momentan mit einer langen Ausfallliste zu kämpfen. Am Sonntag hatte Kalpakidis nur zwei Auswechselspieler auf der Bank. Für den BSV-Vorsitzenden Peter Seifert ist aber auch das kein Grund: „Die Jungs, die am Sonntag auf dem Platz standen, hätten es auch richten können und müssen.“

Eine Frage der Mentalität

Dass einige Spieler während der Saison im physischen Bereich noch was aufholen müssen, war Kalpakidis im Vorfeld klar. „Wir müssen nun einfach noch mehr und härter arbeiten, aber nicht jeder bringt die nötige Mentalität mit“, so Kalpakidis, der hofft, dass „einige Spieler sich jetzt auch selbst hinterfragen“, um den Verein zurück auf die Erfolgsspur zu führen.

Besonders zum Vergessen war die Auswärtsfahrt für Torhüter Sascha Samulewicz, der den Ball sechs Mal aus dem Netz holen musste: „Das war eine schallende Ohrfeige. Aber wir müssen die Uhren auf Null stehen und die erfahrenen Spieler – zu denen ich mich auch zähle – müssen nun vorangehen.“ Samulewicz hatte, wie jeder andere im Team, ganz andere Erwartungen an den Saisonstart. Die kritischen Worte richtet er deshalb an die gesamte Mannschaft – sich eingeschlossen: „Jeder muss und soll im Sommer Urlaub machen, in der Vorbereitung entsteht dann aber auch ein Rückstand, der für den Start nicht förderlich ist.“ Nun liegt es an ihm und seinen Jungs, die Rückstände fix aufzuholen.

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