Sie hatten vor allem sich selbst gewarnt. 40 Punkte sollten es erstmal sein, sagte Ex-Trainer Alen Terzic vor Saisonbeginn. Nur: So viele wurden es nicht. Die Gründe sind vielfältig.

Dortmund

, 05.06.2019 / Lesedauer: 3 min

In unserem Fußball-Rückblick schauen wir eine Woche lang auf alle überkreislich spielenden Teams der abgelaufenen Saison. Teil 7: FC Brünninghausen (Oberliga, Platz 17, 37 Punkte, 10 Siege, 7 Unentschieden, 17 Niederlagen).

Das Spiel der Saison:
Das fand schon in der Vorbereitung statt, als der FCB den Zweitligisten VfL Bochum im ersten Testspiel am Rande einer Niederlage hatte. Arif Et und Patrick Sacher (der im Winter nach Holzwickede wechselte) legten für Brünninghausen vor, doch der VfL kam in der 90. Minute noch zum Ausgleich. Trotzdem: In diesem ersten Testspiel deutete sich an, dass die Neuzugänge Tim Dudda und Hendrik Brauer echte Verstärkungen sein könnten.

Das Highlight der Saison: Domenico Palmieris Auftritt im ZDF-Sportstudio. Der A-Jugendliche hatte ein paar Wochen zuvor beim 0:2 auf Schalke ein starkes Oberliga-Debüt auf der Linksverteidigerposition gegeben, weil die Verletztenliste in Brünninghausen immer länger wurde. Danach kam er zwar nur noch einmal gegen Gütersloh zum Einsatz, doch den Fernseh-Auftritt nimmt ihm niemand mehr. Vor allem nicht, weil er Hasan Salihamdzic, den Sportdirektor des FC Bayern, an der Torwand besiegte.

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Wendepunkt der Saison: Vielleicht die Niederlage im Finale der Hallenfußballstadtmeisterschaft gegen den TuS Bövinghausen im Achtmeter-Schießen. Denn dort verletzte sich erst Abwehrchef Mert Sahin folgenreich, fiel danach fast ein halbes Jahr aus und dann wurde Trainer Alen Terzic zum BVB II gerufen. Die Folge: Der FCB ging mit neu formierter Abwehr und Maximilian Borchmann als Trainer in die Rückrunde. Zwar startete die mit einem 2:1-Erfolg gegen Rhynern erfolgversprechend, doch dann fielen erst zahlreiche Spiele wegen des Wetters aus und dann noch mehr Spieler wegen Verletzungen.

Kuriosum der Saison: Weder in der Hinrunden- noch in der Rückrundentabelle steht der FCB auf einem Abstiegsplatz. Doch weil zum Beispiel das schwächste Rückrundenteam TuS Ennepetal (7 Punkte) seine Hausaufgaben schon in der Hinrunde gemacht hatte (34) und Hinrunden-schwache Teams wie der FC Gütersloh (14) oder Westfalia Herne (15) in der Rückrunde zwei Gänge hochschalteten (beide 30 Punkte), blieb für den FCB nach 22 Hinrunden-Punkten und 15 in der Rückrunde nur der bittere Gang in die Westfalenliga.

Das Lowlight der Saison: Natürlich der sang- und klanglose Abstieg am letzten Spieltag in Holzwickede. Ohne Körpersprache und Zweikampfwillen verlor der FCB-Jahrgang 2019 mit 0:3 und wurde von der Hammer Spielvereinigung und dem FC Eintracht Rheine noch abgefangen. Hamm hatte sogar das Handicap eines Drei-Punkte-Abzugs - und lief trotzdem vor dem FCB ein.

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Der Spieler der Saison: Auch wenn eine individuelle Auszeichnung am Ende einer Abstiegssaison schwierig ist, muss man 18 Tore im Oberliga-Abstiegskampf auch erstmal schießen. Nur Timo Scherping vom FC Eintracht Rheine war mit 19 Toren noch besser als Brünninghausens Sturmflitzer Arif Et. Die Belohnung: Der Wechsel in die Regionalliga zur U23 von Borussia Dortmund und die Torjägerkrone Dortmunds.

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Die Maschine der Saison: Robin Gallus. 34 Spiele, 90 Minuten, echte Gefühle! Gallus war nie verletzt, immer dabei, immer einer der besten Brünninghauser. Der ehemalige Ennepetaler spielte trotz Abstiegs eine phänomenale Saison, ging an seine Grenzen. Kein Wunder, dass er in der kommenden Saison Co-Trainer werden und noch mehr Verantwortung übernehmen soll.

Die Saison als Film oder Serie: Brünninghausen has fallen.

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