Borussia Dortmund gewinnt am Derbyspieltag

Handball-Bundesliga

Schwach begonnen, aber am Ende den Pflichtsieg gegen Neckarsulm eingefahren. Die Handball-Bundesliga-Frauen des BVB lassen die Hoffnungen auf den Europapokal weiterleben.

Dortmund

, 27.04.2019, 23:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Borussia Dortmund gewinnt am Derbyspieltag

Johanna Stockschläder traf einmal für den BVB. © Stephan Schuetze

Nach der harten Fußball-Derby-Niederlage gegen den FC Schalke gab es am späten Samstagabend für BVB-Fans doch noch einen Grund zur Freude: Die Handball-Frauen gewannen ihr Bundesligaspiel gegen die Neckarsulmer Sport Union 24:18 - dabei sah es in der ersten Halbzeit beim Abschiedsspiel in der Bleichsteinhalle in Herdecke auch eher nach einem schwarzen Tag für die Borussinnen aus. Wieder waren es die Dortmunder Torhüterinnen, die ihr Team im Spiel hielten.

In der 15 Minute nahm BVB-Trainer Gino Smits beim Stand von 3:6 aus Dortmunder Sicht eine Auszeit, um seine Mädels wachzurütteln - immerhin war der Gegner nicht wie vor zwei Wochen der Deutsche Meister aus Thüringen oder die ewigen Rivalen aus Blomberg wie in der vergangenen Woche, sondern Abstiegskandidat Neckarsulm. Zum Zeitpunkt der Auszeit hatten Harma van Kreij und Co aber schon wieder fünf Fehlwürfe und etliche technische Fehler auf dem Konto. Auch die Auszeit schien aber nichts zu helfen, die Borussinnen wirkten beim Gang zurück aufs Feld irgendwie niedergeschlagen und unmotiviert, fünf Meter daneben pushten sich die Gäste aus Neckarsulm gegenseitig hoch.

BVB-Torhüterinnen in starker Form

Das war zu viel für Clara Woltering: Die BVB-Torhüterin schrie von der Bank aus nochmal aufs Feld, klatschte in die Hände und gestikulierte wild in Richtung der Borussinnen auf dem Feld. Ihrer Torhüter-Kollegin Yara ten Holte galt der Schrei dabei bestimmt nicht, die Holländerin hielt in der ersten Halbzeit starke 42 Prozent aller Bälle. Bis zur Halbzeit blieb sie damit auch die stärkste Borussin - Gino Smits Feldspielerinnen waren vorne wie so oft zu harmlos: „Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht und waren nicht dynamisch genug“, analysierte der BVB-Trainer, der mit einem 10:12-Rückstand mit seinen Mädels in die Kabine musste.

Das änderte sich - zum Glück für alle BVB-Fans - in der zweiten Hälfte. Nach zehn gespielten Minuten traf Leonie Kockel per Unterarmwurf zur ersten Führung für den BVB (14:13), die Bleichstein kochte. Wer die Führung überhaupt erst möglich machte? Natürlich Torfrau Clara Woltering, die nach der Pause für Yara ten Holte gekommen war. „Clara hat unglaublich gehalten, ganze 72 Prozent aller Bälle“, lobte Co-Trainerin Zuzana Porvaznikova nach dem Spiel.

Jetzt lesen

Der starke Rückhalt brachte die Borussinnen wieder ins Spiel: „Nach der Pause waren wir viel gelöster, das hat man gemerkt, wir sind auch aggressiver gewesen“, sagte Gino Smits. So verhinderten die BVB-Spielerinnen auch, dass die Gäste aus Neckarsulm ihre schnellen Angriffe nach dem Anpfiff effektiv ausspielen konnten. Vor allem Saskia Weisheitel und Rückkehrerin Mira Emberovics, die nach langer Verletzung endlich wieder auf dem Feld stand, packten im Mittelblock ordentlich zu. Über 18:15 (17.) und 22:16 (26.) setzen sich die Dortmunderinnen bis zum 24:18-Endstand immer weiter ab.

Somit endete der schwarzgelbe Abend dann doch noch versöhnlich: Mit einem wichtigen Sieg fürs Selbstvertrauen, zwei Punkten im Kampf um Europa, einem ordentlichen Abschied aus Herdecke und einem positiven Tagesabschluss für alle von der Derby-Niederlage gebeutelten schwarzgelben Fans.

BVB: Woltering, ten Holte, Duijndam - Weisheitel, C. Müller (4/2), A. Müller (2), Kockel (4), Einarsdottir (1), Stockschläder (1), van Kreij (5), Huber (1), Fujita (4/3), Wulf, Emberovics, Bleckmann (2), Kriese
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt