TuS Bövinghausens Neuzugang: Ich möchte für einen großen Klub spielen

dzFußball-Westfalenliga

Adolf Otibo ist aus Ghana nach Europa gekommen, um seinen Traum als Fußballprofi zu leben. Dieser Traum führte ihn zunächst nach Spanien, dann nach Köln und schließlich nach Bövinghausen.

Dortmund

, 21.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein langer Weg, den Bövinghausens Neuzugang Adolf Otibo hinter sich hat, bis er an der Provinzialstraße angekommen ist. Sein Traum, professionell Fußball zu spielen, brachte ihn dorthin. Seine Reise begann in Ghana, seinem Heimatland, führte ihn nach Spanien, wo ihn ein Zweitligist verpflichtete, dann zu Victoria Köln und schließlich zum TuS Bövinghausen.

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Am Sonntag traf der Stürmer Adolf Otibo nach seiner Einwechslung zweimal. „Das ist, wofür ich Fußball spiele“, sagt der 21-Jährige auf Englisch. „Ich will immer treffen. Als Stürmer ist es meine Arbeit, zu treffen. Wenn ich treffe, bin ich glücklich, wenn ich nicht treffe, macht mich das sauer.“ Dieses Gefühl gehe dann aber auch relativ schnell wieder vorbei, sagt Otibo.

Der Ghanaer ist ein fröhlicher Mensch, einer der sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lässt. Das hört man heraus, wenn man mit ihm spricht. Es klingt in seiner Stimme mit und in dem, was er sagt. Dabei läuft es mit seinem großen Traum bislang noch nicht so, wie er sich das zunächst gedacht hatte.

Von Ghana nach Spanien

Als Otibo 18 ist, wird er in Ghana gescoutet, ein Spielerberater vermittelt ihn zur U19 des spanischen Zweitligisten Cultural Leonesa. Von da aus zieht er weiter zur U19 von Zweitligist Leganés und spielt dort nach seiner Zeit in der Jugend in der zweiten Mannschaft. Zwei Leihen bringen auch nicht die gewünschte Veränderung. Es gibt Ärger mit seinem Berater. Otibo schließt das Kapitel Spanien Ende 2019 und zieht zu seinem Onkel nach Köln.

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Über seine Zeit in Spanien sagt er heute: „Ich bin zwar ein bisschen enttäuscht, dass es dort nicht geklappt hat, aber ich mache weiter. Alles passiert aus einem bestimmten Grund.“ In Köln kennt er außer seinem Onkel niemanden. Er fragt beim Drittligisten Victoria Köln an und macht ein Probetraining.

Aber auch dort kommt er nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. „In der ersten haben sie mir keine Chance gegeben“, sagt Otibo. Über einen ehemaligen Fußballprofi aus Ghana wird der Kontakt zu einem Spielerberater hergestellt. Der vermittelt ihn schließlich zum TuS Bövinghausen.

„Bövinghausen ist gut für mich“, sagt Otibo. „Ich bin jung, ich kann eine Menge von den anderen Spielern lernen.“ Dass er jetzt in der Westfalenliga spielt, demotiviert ihn nicht. Er spiele für sich selbst, damit helfe er aber auch der Mannschaft, sagt Otibo. Sein Ziel sei es mit der Mannschaft aufzusteigen.

„Ich möchte für einen großen Klub spielen“

Der 21-Jährige setzt dafür alles auf die Karte Fußball. „Ich arbeite und kämpfe weiter hart für meinen Traum. Jetzt ist meine Zeit gekommen. Ich möchte für einen großen Klub spielen.“ Es sei hart, es in die erste Liga zu schaffen, aber er wisse dass er es schaffen könne. Er sei schon fast da, sagt Otibo mit Überzeugung in seiner Stimme.

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Dafür nimmt er es auch in Kauf, tausende Kilometer von seiner Familie entfernt zu sein. „Ich bin hierher gekommen, weil ich denke, dass es gerade der richtige Platz für mich ist. Natürlich vermisse ich meine Familie, aber solange ich lebe, sind sie nie weit entfernt von mir. Wir könnten uns ja theoretisch jederzeit sehen.“

In Dortmund gefalle es ihm außerdem auch ganz gut, einsam fühle er sich nicht. „Meine Mannschaftskollegen sind meine Freunde“, sagt er. Außerdem sei er Fan des BVB. „Ich schaue jedes Spiel“, sagt Otibo. „Ich wäre natürlich überglücklich, wenn ich für Dortmund spielen könnte.“ Er wisse aber natürlich auch, dass das sehr schwierig sei, aber Träumen darf man ja.

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