Bövinghausens Marco Onucka: Trainerwechsel lassen mich völlig kalt

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Bei Bövinghausens Marco Onucka läuft es im Moment, der Kicker ist Stammgast in unserer Elf des Tages. Wenn es nach seiner Frau ginge, hätte Onucka die Fußballschuhe aber schon an den Nagel gehangen.

Dortmund

, 03.10.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marko Onucka ist in dieser Saison Stammgast in unserer Elf des Tages. Der 32 Jahre alte Offensivspieler mit Regionalliga-Erfahrung ist in seinem zweiten Jahr ein Erfolgsgarant des ambitionierten TuS Bövinghausen in der Westfalenliga geworden. Selbstbewusst, offen, klar und freundlich sprach er mit uns über sich, Verein, Saison, Corona und Zukunft.

Marko Onucka, mittlerweile sollte wirklich jeder in Dortmund wissen, warum der TuS Sie in die Stadt geholt hat. Wie erleben Sie Ihren Höhenflug?

Ich bin sehr gerne in Bövinghausen. Ich bin dann gut, wenn ich mich wohlfühle. Und ich benötige die Rückendeckung. Die spüre ich hier von allen Seiten.

Sie spielten in der Regionalliga, Ihre Haupt-Liga war die Oberliga. Ist es nicht schwierig, sich an die Westfalenliga anzupassen?

Von der Regionalliga zur Westfalenliga ist es ein Riesenunterschied. Regionalliga ist ja das Höchste, was es im Amateurbereich gibt. Taktisch und vom Aufwand her passiert da natürlich mehr.

Und doch sind Sie in der Westfalenliga gelandet…

Ich habe auch schon mit Westfalia Herne, wo ich sehr gerne war, in dieser Liga gespielt. Ich weiß, wie die Gegner ticken. Und auch in dieser Liga schießt du mal eben keinen Gegner so einfach ab. In Bövinghausen bekomme ich aber auch Studium, Job, Familie und Fußball unter einen Hut.

Dann ziehen wir die Schlussfrage vor. Wie lange noch?

Eine sehr gute Frage! Geht es nach meiner Frau: gestern! Natürlich möchte sie gerne mit mir auch an Sonntagen Zeit verbringen. Manchmal frage ich mich auch, wenn wieder Vorbereitungen beginnen: Warum tust du dir das an? Dann aber kommt die Lust. Fußball ist schon wie eine Sucht für mich. Und ich habe bislang das Glück gehabt, nie ernsthaft verletzt gewesen zu sein. Daher sage ich: Ich spiele, so lange mich meine Füße tragen.

Bevor wir nun eine Ehekrise mit Ihren Aussagen provozieren, wechseln wir das Thema. Und sind dann auch beim Thema Wechseln. Spaß beiseite: Inwieweit wirken sich Personalentscheidungen wie die Trennung von Trainer Dimitrios Kalpakidis auf Sie aus? Wer Bövinghausen kennt, weiß, dass Trainer hier auch in Zukunft besser nicht in Jahren, eher in Monaten oder im schlimmsten Fall Wochen planen.

Das lässt mich völlig kalt. Ich bin hier, um Fußball zu spielen. Ich beschäftige mich damit auch gar nicht. Ich bin bei den internen Gesprächen nicht dabei und weiß daher auch nicht, wo die Probleme liegen könnten.

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Und wie Sie eingangs sagten, spielen Sie sehr gerne beim TuS. Was für eine Mannschaft haben Sie da um sich herum?

Eine sehr gute! Viele Jungs kenne ich aus meiner Herner Zeit. Wir haben eigentlich auch keine echte Westfalenliga-Mannschaft, um auf Ihre Frage bezüglich meiner Anpassung an die Liga zurückzukommen. Von der Besetzung her ist das hier Oberliga. Und ich finde, dass die Konkurrenz belebt, sie fördert und fordert auch mich jeden Tag.

So richtig blühen Sie aber erst seit Saisonbeginn auf. Woran liegt es?

Wieder eine gute Frage! Vor unserem Pokalspiel gegen Aplerbeck war ich gerade drei Tage aus dem Urlaub zurück. Da habe ich mich auch etwas fitgehalten. Aber schon gleich richtig gefordert zu werden, hat mir offenbar gutgetan. Zwar war unser Liga-Auftaktspiel gegen YEG nicht mein bestes. Insgesamt komme ich jetzt auf drei Tore und drei Assists in vier Spielen. Das ist gut, aber da geht noch mehr.

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Was geht denn mit Ihrer Mannschaft?

Wir können uns noch steigern. Zwei Siege und zwei Unentschieden sind okay. Aber gerade während der Remis-Spiele sind wir schlecht reingekommen und haben uns erst während der Partien gesteigert. Wenn wir durchgehend Gas geben, werden wir noch effizienter und können auch ganz oben mitspielen. Wir sollten früh eine gute Platzierung haben.

Wegen Corona?

Genau. Wir gehen davon aus, dass bei einem immer möglichen Saisonabbruch die dann aktuelle Tabelle zählt. Daher sehe ich jedes Spiel als Endspiel.

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