Abschied mit Gänsehaut - Eichlinghofens Alte Herren dürfen sich freuen

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Wenn es sowas wie den Inbegriff der „festen Größe“ beim Bezirksligisten TuS Eichlinghofen gibt, dann ist das Thomas Hillebrand. Trotzdem kehrt er dem Amateurfußball den Rücken. Mit „erst“ 32.

Dortmund

, 08.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der erste Anruf bei Thomas Hillebrand läuft ins Leere. „Ich war noch Joggen“, erklärt er beim zweiten Versuch. „Da ist kein Telefon dabei.“

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Joggen? So, so. Dabei hat der Mann doch seinen Abschied vom Amateurfußball erklärt. An der Gesundheit kann es also nicht liegen. „Fit bin ich schon“, erklärt Hillebrand. „Aber für meine eigenen Ansprüche eben nicht fit genug. Ich bin ein Typ, der immer 100 Prozent geben will. Ich hab einen ziemlich hohen Anspruch an mich selber. Und ich hab gemerkt, dass ich in den letzten Jahren immer mehr investieren musste, um das Niveau zu halten, das ich von mir selbst für die Bezirksliga erwarte. Dazu hat in der Vergangenheit auch immer gehört, dass ich meine Urlaube nur in die spielfreien Zeiten gelegt habe.“

Und jetzt darf es ein bisschen mehr Freiheit sein? „Sagen wir mal so, wenn zuletzt mal ein Spiel vorgezogen wurde - vielleicht mal auf einen Freitag oder in die Woche, dann hab ich ehrlich gemerkt, wie sehr ich auch den freien Sonntag genossen habe. Und da merke ich dann, dass ich sowas gerne öfter hätte. Und so ist die Entscheidung gefallen. Das wird vielleicht in Zukunft auf mal schwer werden, wenn man so lange dabei war und dann die anderen Jungs wieder auf dem Platz sieht. Aber im Moment bin ich mit der Entscheidung ganz zufrieden.“

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Um den guten Draht zum TuS Eichlinghofen macht sich Hillebrand indessen überhaupt keine Sorgen. „Das ist mein Heimatverein, ich kenne da jeden, hab die letzten acht Jahre da gespielt, davor etliche Jahre in der Jugend. Und ich bin mir sicher, dass ich in Eichlinghofen irgendwann mal Alte Herren spielen werde.“

TuS Eichlinghofen plant ein Abschiedsspiel für Thomas Hillebrand

Bis dahin ist es aber noch etwas hin. Erstmal ist die Frage zu beantworten, was mit der laufenden Saison wird. Abbruch oder gar Fortsetzung im Spätsommer? Thomas Hillebrand mag da keine Prognose abgeben. Was ihn aber besonders freut ist, dass er auch für den Fall des Saisonabbruchs wenigstens noch einmal im Trikot der ersten Mannschaft des TuS Eichlinghofen auflaufen wird. „Trainer Marc Risse will sowas wie ein Abschiedsspiel für Marvin Pluck, Mirnas Husic und mich auf die Beine stellen. Das wäre schon toll.“

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Es wäre ein würdiger Abschluss für die bewegten Zeiten, die Hillebrand beim TuS erlebt hat. Und der größte Moment liegt noch gar nicht lange zurück. „Das war natürlich der Sieg im Kreispokal im letzten Jahr. Dieser Sieg ist wirklich in die Geschichte eingegangen. Das ist so ziemlich das größte, was der Verein erlebt hat. Das war so besonders für alle, die etwas mit diesem Klub zu tun haben. Und ich kriege schon wieder Gänsehaut, wenn ich jetzt nur daran denke.“

Und welchen Sieg vermisst Thomas Hillebrand nach so vielen Jahren beim TuS? „Eigentlich sind es zwei. Den Sieg 2016 im Endspiel um den Aufstieg in die Landesliga. Das war bitter, dass wir das nach dieser Saison damals verpasst haben. Und den Titel bei den Dortmund Hallenstadtmeisterschaften. Aber ich glaube, wenn jemals der Sieg in der Halle gelingt, dann müssen wir das Vereinsheim neu aufbauen.“

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