Bereut BVB-Spieler Kirill Fadeev die Entscheidung für eine Profikarriere?

Tischtennis

Kirill Fadeev, Tischtennisspieler bei Borussia Dortmund, hat sich nach dem Abitur gegen Ausbildung und Studium und für eine Profikarriere entschieden. Bereut er das ein Jahr später?

Düsseldorf

von Marco Steinbrenner

, 15.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kirill Fadeev hat sich für eine Profi-Karriere entschieden.

Kirill Fadeev hat sich für eine Profi-Karriere entschieden. © Marco Steinbrenner

Tischtennis ist sein Leben. Und das schon von Kindesbeinen an. Kirill Fadeev, Eigengewächs von Borussia Dortmund, entschied sich nach dem Abitur vor einem Jahr dazu, die Profi-Laufbahn einzuschlagen. In den vergangenen Tagen besaß der 19-Jährige im Rahmen des Düsseldorf Masters die Gelegenheit, sich mit dem Weltranglistenzehnten Timo Boll und dem DM-Dritten Dang Qiu zu messen. Marco Steinbrenner traf sich am Rande des Turniers mit dem Mitglied des U23-Kaders.

Nach der 0:3-Niederlage gegen Timo Boll blieben Sie auch gegen Dang Qiu ohne Satzgewinn. Wie groß ist die Enttäuschung, schon wieder direkt im Achtelfinale ausgeschieden zu sein?

Es ist kein Wunder, dass ich die zwei Matches nicht gewonnen habe. Beide sind sehr starke Spieler. Allerdings muss ich zugeben, dass ich schon enttäuscht bin, so deutlich verloren zu haben. Nach der Corona-Pause war die Nervosität und die Unsicherheit, wo ich spielerisch stehe, groß.

Sie sprachen nach dem Duell mit Timo Boll von etwas „magischem“. Was haben Sie damit konkret gemeint?

Timo hat keinen festen Schlag wie beispielsweise Xu Xin aus China mit seiner bärenstarken Vorhand. Bei Boll geht es viel mehr um die Rotation und Platzierung. Jeder von ihm gespielte Ball war unangenehm für mich.

Wie meinen Sie das?

Ich hatte immer das Gefühl, aufgrund seiner Platzierung schlecht zum Ball zu stehen. Von außen sieht das immer so einfach aus. Für den Gegner ist es aber sehr schwer, gegen Timo Boll einen Punkt zu machen und erfolgreich zu sein.

Was bleibt aus den Partien gegen Boll und Qiu hängen?

Die Vorfreude war schon sehr groß, einmal gegen Timo Boll spielen zu dürfen. Je näher die Partie rückte, umso nervöser wurde ich. Schließlich ist er eine Legende im Tischtennissport. Gegen Dang Qiu war ich im Vorfeld ebenfalls angespannt. Nach dem Boll-Spiel wusste ich nicht, wo ich stehe.

Seit einem Jahr setzen Sie als Profi komplett auf die Karte Tischtennis. Wie weit sind Sie von der deutschen Spitze entfernt?

Ganz ehrlich – sehr weit! Ich muss noch ein wenig trainieren, um den Topleuten Paroli bieten zu können.

Woran werden Sie in Zukunft verstärkt arbeiten?

Ich kann und muss mich in allen Bereichen verbessern. Speziell gilt dies für die Beinarbeit und den mentalen Bereich. Noch schaffe ich es leider nicht immer, meine Emotionen unter Kontrolle zu haben. Auch die Nervosität vor einer Begegnung muss ich ablegen.

Haben Sie es in den vergangenen zwölf Monaten schon einmal bereut, die Tischtennis-Laufbahn eingeschlagen zu haben?

Nein, auf keinen Fall. Ich wollte schon immer Profi werden. Außerdem: Studieren kann ich immer noch.

Der Saisonstart in die 2. Bundesliga ist noch nicht exakt auf einen Tag im September terminiert. Trotzdem schon jetzt die Frage: Was ist möglich mit dem BVB?

Einiges. Die Liga ist wie gewohnt extrem ausgeglichen. Mit Dennis Klein haben wir einen Neuzugang aus der 1. Bundesliga bekommen. Vor einem Jahr war ich sehr optimistisch und am Ende steckten wir im Abstiegskampf. Deshalb geht es für uns zunächst darum, den Klassenerhalt zu schaffen. Vielleicht lehne ich mich jetzt zu weit aus dem Fenster, aber unter die Top 3 können wir kommen.

Die kommende Spielzeit wird am 5. und 6. September mit der Vorrunde zur deutschen Pokalmeisterschaft beginnen. Was steht für Sie in den nächsten knapp drei Monaten auf dem Programm?

Ich trainiere weiter in Düsseldorf und werde sicherlich nochmals die Möglichkeit bekommen, an einem Turnier der Masters-Serie teilnehmen zu dürfen. Mitte Juli beginnen die Vorbereitungslehrgänge mit dem U23-Kader. Langeweile kommt deshalb nicht auf.

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