Aufruhr bei den Oberliga-Vereinen – Staffelleiter Spohn: Die haben mich falsch verstanden

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Die WhatsApp-Gruppe der Oberliga-Klubs stand am Mittwochmittag nicht still. Der Grund: Die Abstiegsregelung der Oberliga Westfalen. Staffelleiter Reinhold Spohn versteht die Aufregung nicht.

Dortmund

, 06.08.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen hat am Mittwochmittag die Auf- und Abstiegsregelungen für die Oberliga Westfalen veröffentlicht. Zwei Teams steigen in die Regionalliga auf. Alles beim Alten. Bei der Anzahl der Absteiger laufen die Verantwortlichen der Vereine aber Sturm und fühlen sich verraten.

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In den Ausführungen des Verbandes steht geschrieben: Fünf Teams steigen definitiv aus der Oberliga Westfalen in die Westfalenliga ab. Steigen mehr als zwei Teams aus der Regionalliga in die Oberliga West ab, müssen sechs Teams runter. Kommt noch ein weiterer Regionalligist hinzu, droht sogar sieben Oberliga-Mannschaften der Gang eine Klasse tiefer.

„Als ich das gelesen habe, habe ich den Glauben verloren. Unser Staffelleiter Reinhold Spohn hat vor zwei Wochen in der Videokonferenz zu uns klar und deutlich gesagt, dass nur drei Absteiger feststehen. Pro Regionalliga-Absteiger in unsere Gruppe käme dann ein weiterer Absteiger hinzu“, sagt Michael Linke. Der Vorsitzende des ASC 09 Dortmund war Teil der Videokonferenz, an der Spohn und die 21 Vereine teilnahmen.

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Staffelleiter Reinhold Spohn versteht die Aufregung nicht. „Das habe ich so nie gesagt. Ich habe nie gesagt, dass es nur drei Absteiger gibt. Die haben mich falsch verstanden“, sagt Spohn und erklärt die definitiven fünf Absteiger als rechtens.

Thomas Riedel ist sich zu 100 Prozent sicher

Thomas Riedel, Sportlicher Leiter des TuS Ennepetal, kann Spohns Aussage nicht nachvollziehen: „Er hat nicht zu 99,9 Prozent von drei Absteigern gesprochen, sondern zu 100 Prozent. Auf Nachfrage von Michael Linke hat er uns sogar vorgerechnet, warum er von drei Absteigern spricht“, sagt Riedel.

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Aktuell spielen aufgrund der fehlenden Absteiger der Vorsaison 21 Mannschaften in der Oberliga West. Das Ziel ist es, sofort wieder auf 18 Teams zu kommen. Deshalb soll Spohn diese Rechnung vorgetragen haben: Steigt kein Regionalligist in die Oberliga West ab, komme die Liga bei drei Absteigern wieder auf eine 18er-Staffel für die Spielzeit 2021/22. 21 Oberligisten-2 Regionalliga-Aufsteiger-3 Oberliga-Absteiger+2 Westfalenliga-Aufsteiger=18 Teams für die Spielzeit 2021/22.

Reinhold Spohn soll vorgerechnet haben

Spohn soll weiter ausgeführt haben, dass für jeden Regionalliga-Absteiger in die Oberliga West ein Absteiger aus der Oberliga hinzukäme. Das bestätigten unserer Redaktion alle acht kontaktierten Teilnehmer der Videokonferenz: Neben Linke und Riedel auch Cem Kara (SV Schermbeck), Andre Meister (TSG Sprockhövel), Jochen Trilling (Kaan-Marienborn), Gerald Stoffers (Spielvereinigung Hamm), Christoph Kondring (Vreden) und Martin Reismann (TuS Haltern).

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Christoph Kondring, Vorsitzender beim Aufsteiger SpVgg Vreden, kann sich gut an die Ausführungen von Reinhold Spohn erinnern: „Er hat bei der Videokonferenz genau vorgerechnet, wie die Liga wieder auf 18 Mannschaften kommen soll. Dabei war die Rede von drei festen Absteigern, und auf diese Aussage verlasse ich mich auch.“

Teams wollen eine Aussprache mit Spohn

SV Schermbecks Sportlicher Leiter Cem Kara war am Mittwochmittag auch nur verwundert: „Spohn hat zu eine Million Prozent von nur drei Absteigern gesprochen.“ Martin Reissmann (Geschäftsführer TuS Haltern) betont, dass Spohn die Zahl fünf nie in den Mund genommen habe.

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Alle kontaktierten Klubs halten fünf Absteiger auch für sinnlos. „Wenn keiner aus der Regionalliga runterkommt und fünf Teams bei uns absteigen, hätten wir in der darauffolgenden Saison nur noch 16 Mannschaften in der Gruppe. Das ist ja nicht das Ziel. Wir wollen auf 18 Teams kommen“, sagt Linke.

Die Verantwortlichen der Oberliga-Mannschaften geben sich nicht mit der aktuellen Abstiegsregelung zufrieden und werden das Gespräch mit Spohn suchen.

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