ASC-Neuzugang über RW Essen: „Letztlich sind wir nicht zusammengekommen“

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Der ASC 09 Dortmund hat kurz vor Saisonbeginn noch ein Talent verpflichtet, das kurz davor stand, Profi bei einem Traditionsklub zu werden. Am Sonntag stand der 19-Jährige schon in der Startelf.

Dortmund

, 12.09.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein enttäuschender Ausgang für den ASC 09 Dortmund zum Auftakt der Oberliga-Saison gegen den TuS Ennepetal. Mit 2:3 unterlag das Team. Und das nach einer 2:1-Führung. In der Startelf stand ein Spieler, der zuletzt noch in der A-Junioren-Bundesliga gekickt hatte.

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Michael-Marvin West hat in kürzester Zeit ASC-Trainer Antonios Kotziampassis von seinen Qualitäten überzeugt. Der Innenverteidiger stieß als letzter Neuzugang zum Team, spielte gegen Ennepetal aber von Beginn an. Für ihn war die Niederlage „doppelt enttäuschend“, wie er im Interview erzählt.

Haben Sie die Niederlage schon verkraftet?

Niederlagen sind für jeden Sportler enttäuschend. Das 2:3 gegen Ennepetal war aber doppelt enttäuschend, weil ich das Gefühl hatte, dass wir ein Stück besser waren. Eine Niederlage gegen einen besseren Gegner akzeptiert man dann schon eher.

Michael-Marvin West hat bisher einen guten Eindruck hinterlassen.

Michael-Marvin West hat bisher einen guten Eindruck hinterlassen. © Goldstein

Es war Ihr erstes Senioren-Pflichtspiel. Wie war es?

Es war körperlich noch einmal etwas ganz Anderes als in den Testspielen. Man hat gemerkt, dass es um Punkte ging. Das war eine ganz andere Welt als der Jugendfußball.

Können Sie denn körperlich mithalten?

Ich denke schon. Ich bin 1,87 Meter groß und körperlich ganz gut gebaut, auch wenn ich kein Fitnessjunkie bin. Die Natur hat mir einen ganz guten Körper geben.

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Sie sind sehr spät zum Team gestoßen.

Ich habe mich aber schnell eingelebt. Die Mannschaft ist charakterlich überragend. Jeder hat mir geholfen. So habe ich das bisher noch nicht erlebt. Aber alle Spieler waren mir ja nicht fremd.

Wen kannten Sie denn schon?

Mit Kevin Mitrovic habe ich ja zuletzt in der U19 von Essen gespielt, mit Julian Franke zusammen in der U17 des VfL Bochum. Es ist immer gut, gleich Bezugspersonen zu haben, auch wenn ich kein verschlossener Charakter bin.

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Haben Sie damit gerechnet, so schnell den Sprung in die erste Elf zu schaffen?

Ich habe es natürlich gehofft. Aber in den Gesprächen haben die Verantwortlichen mir schon deutlich gemacht, dass sie auf mich setzen und mich nicht nur für die Breite des Kaders geholt haben. Es ist für einen jungen Spieler wichtig, dieses Vertrauen zu spüren.

Stimmt es, dass Sie auch bei RW Essen in der Regionalliga hätten bleiben können?

Das stimmt.

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Und warum hat das nicht geklappt?

Der Klub hätte mich gerne gehalten. Aber wir sind bei den Vertragsverhandlungen letztlich nicht zusammengekommen. Das Angebot konnte ich nicht annehmen.

Verdienen Sie bei Aplerbeck jetzt mehr?

Nein, nein, nein. Bei Essen hätte ich unter Profibedingungen gespielt. Da hätte ich von dem Geld leben müssen.

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Und was machen Sie jetzt?

Mit der Essen-Nummer war ich ein bisschen zu blauäugig. Ich dachte, das klappt. Jetzt bin ich auf der Suche nach einer Ausbildung. Vielleicht fange ich auch an zu studieren.

Und wie hoch wollen Sie als Fußballer noch hinaus?

Jetzt geht es erstmal nur darum, sich in der Oberliga zu etablieren. Ich werde jetzt bestimmt keine Liga heraushauen, in der ich mal spielen möchte. Ansonsten werde ich ab heute an meiner Aussage gemessen.

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