Arif Et steht schon nach einem halben Jahr wieder vor dem Aus bei der BVB-U23

dzBVB-U23-Transfercheck

Die U23 des BVB ist mit zehn Neuzugängen in die Regionalliga-Saison gestartet - höchste Zeit für einen Transfercheck. In Teil zwei beleuchten wir Arif Et, Magnus Kaastrup und José Relucio.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 16.01.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Arif Et: Als Dortmunds erfolgreichster Amateur-Torjäger kam er im Sommer vom FC Brünninghausen. Ein Experiment sei dieser Wechsel, betonten sie im BVB-Lager. Mehr ist daraus bislang nicht geworden. Drei Regionalliga-Einsätze stehen aktuell in Ets Vita, jeweils in Teilzeit war er da auf dem Feld, für 15, 20 und 30 Minuten. Für mehr konnte sich der 27-jährige Angreifer nicht qualifizieren. Während des Training nicht – und auch nicht während seiner Kurzarbeit in Pflichtspielen.

Erst gegen Drittligist KFC Uerdingen im ersten Test des Jahres (0:1) waren seine Defizite wieder klar ersichtlich. Et mangelt es an der Handlungsschnelligkeit, seine Entscheidungsfindung unter Zeitdruck ist oftmals fehlerhaft – und die Präsenz eines Steffen Tigges besitzt er ohnehin nicht. Et ist zwar stets bemüht, allein das im Zeugnis stehen zu haben, kann indes nie zufriedenstellend sein. Für den Arbeitgeber BVB nicht. Und für den ein Jahr angestellten Spieler ebenfalls nicht.

So wird das Experiment Et wohl im Sommer enden, wenn sich nicht noch einiges tut. Der 1,78 Meter große Offensive hat zu viele Schwächen nicht abstellen können – und ist so keine außerordentliche Hilfe im Kampf um Regionalliga-Punkte. Dass der türkischstämmige Et wegen eines Instagram-Beitrags, mit dem er seinen Gefallen am politisch motivierten Salut-Jubel türkischer Nationalspieler kund tat, für die Auswärtspartie beim Bonner SC (1:1) aus dem Kader gestrichen wurde, markiert den negativen Höhepunkt seines ersten Halbjahres bei Borussia Dortmund.

Magnus Kaastrup: Der Däne ist der einzige Sommerzugang von Dortmunds U23, der zunächst mal nur geliehen wurde. Aus Dänemarks Elite-Liga kam er für eine Saison von Aarhus GF — und zeigte schon ein ums andere Mal seine Klasse. Der Flügelspieler ist schnell, gut in Eins-gegen-Eins-Situationen. Jeder seiner in 17 Partien erzielten drei Treffer hatte zudem großen Wert.

Erst schoss er im äußerst engen Aufeinandertreffen mit Rot-Weiß Oberhausen den Endstand zum 2:0, den ersten Treffer – von Joseph Boyamba per Elfmeter gemacht – hatte er schon mit einem Dribbling im Strafraum provoziert. Und seine Saisontore zwei und drei gelangen ihm beide im Auswärtsspiel gegen Fortuna Köln (2:0).

Arif Et steht schon nach einem halben Jahr wieder vor dem Aus bei der BVB-U23

Magnus Kaastrup ist für eine Saison von Aarhus GF ausgeliehen. © Stephan Schuetze

Nach erfolglosen Wochen bescherte dieser Doppelpack dem etwas nervös gewordenen BVB mal wieder einen Sieg und ging als wichtiger Befreiungsschlag in die Saisonhistorie ein. Wenn Kaastrup traf, war es also immer enorm wichtig. Nur zweimal – in beiden Aufeinandertreffen mit Rot-Weiss Essen (1:2, 0:1) – kam der mit 19 Jahren noch extrem junge Mann nicht zum Einsatz. Zum unumstrittenen Stamm darf er sich trotzdem nicht zählen.

Seine Leistungen sind noch zu unstet, um einen festen Startplatz im U23-Ensemble zu bekommen. Als gefährliche Alternative tut er der Borussia dennoch gut.

José Relucio: Achraf Hakimi hatte in der Champions League gerade zum eminent wichtigen 3:2 gegen Inter Mailand getroffen, da stieg er auf die Werbebande und jubelte mit ausgestreckten Armen gen schwarzgelber Zuschauerschar. Ein ikonisches Bild, das die Borussia flugs auf ihren Kanälen im Internet verbreitet. Doch wer genau hinschaut, der sieht dort nicht nur Hakimi, sondern auch „Relu“, seinerseits Mitglied der U23 und ein guter Freund des Dortmunder Profis.

Was diese Episode erzählen soll? Relucio, im Sommer von Spaniens Zweitligist AD Alcorcón gekommen, hatte durchaus Grund, mal in Ekstase zu geraten. Ursächlich dafür allerdings war dann meist sein prominenter Kollege – und nicht seine eigene Leistung. Die Zeit beim BVB steht für den 21-Jährigen persönlich bislang unter keinem guten Stern.

Arif Et steht schon nach einem halben Jahr wieder vor dem Aus bei der BVB-U23

José Relucio kam vor der Saison aus der spanischen zweiten Liga zur U23 des BVB. © Stephan Schuetze

31 Minuten hat er in Pflichtspielen mitwirken dürfen, diese mickrige Arbeitszeit verteilt sich auf sechs Einsätze. Lange fehlte Relucio wegen einer Knieverletzung, spielte deshalb keine Rolle. Seine Paradeposition, das zentrale Mittelfeld, ist beim BVB bestens besetzt. Relucio, dessen Vertrag bis Juni 2021 läuft, wird sich arg strecken müssen, um neben bzw. vor die Taylan Dumans oder Marco Hobers zu kommen.

Dabei sind die nötigen Anlagen dafür durchaus vorhanden. Der Spanier besitzt ein feines Passspiel, kann im richtigen Moment punktgenaue Spielverlagerungen einleiten. Bislang jedoch bleibt ihm zu oft die Zuschauerrolle. Während es Relu an jenem Champions-League-Abend, an dem sein Freund Hakimi doppelt traf, nicht im geringsten gestört haben dürfte, wird ihn der Istzustand bei Dortmunds U23 sehr wohl wurmen.

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