Alle vier Teams der ASC-Handballerinnen steigen auf - nur eines als Meister

Handball

Das war schon eine historische Saison bei den Handball-Damen des ASC 09: Die erste Mannschaft steigt in die dritte Liga auf - und auch die anderen drei Teams spielen künftig je eine Liga höher.

Dortmund

, 09.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die erste Mannschaft des ASC spielt in der kommenden Saison in der dritten Liga.

Die erste Mannschaft des ASC spielt in der kommenden Saison in der dritten Liga. © Ludewig

Vier Aufstiege mit vier Mannschaften - das ist die sagenhafte Bilanz der Handballerinnen des ASC 09 Dortmund. In der kommenden Saison wird es nun sogar Drittliga-Handball in Aplerbeck geben.

„Corona sei Dank“, relativiert Abteilungsleiter Frank Fligge zunächst. Denn lediglich die dritte Mannschaft hat den Aufstieg in die Bezirksliga als Kreisliga-Meister auf sportlichem Wege geschafft. Die anderen drei Teams profitieren von der Quotienten-Regelung.

„Wir nehmen das aber sehr gerne genauso mit“, betont Fligge dann - und unverdient steigt keine Mannschaft auf. Das erste Damen-Team stand zum Zeitpunkt des Saison-Abbruchs auf Rang zwei der Oberliga. Ein Tabellenplatz, den die ASC-Damen in den letzten Jahren fest gebucht hatten.

Zum dritten Mal in Serie beendeten die Aplerbeckerinnen die Spielzeit als Vize-Meister. Jetzt profitiert die Mannschaft vom Rückzug des HC Rödertal II und steigt in die dritthöchste Klasse auf. „Das macht für mich die Frage unzulässig, ob dieser Aufstieg verdient ist oder nicht“, findet Fligge, „wer drei Mal Zweiter wird, ist definitiv eine Spitzenmannschaft der Oberliga und verdient es daher auch, sich in der dritten Liga zu beweisen.“

Duelle gegen BVB II und Fortuna Düsseldorf winken

Diesen Nachweis wird die erste Mannschaft unter Dirk Niedergriese erbringen. Der war in der vergangenen Saison noch Co-Trainer, übernimmt nun aber das Hauptamt, weil Vorgänger Tobias Genau zum Herren-Landesligisten HVE Villigst/Ergste wechselt. „Ich lasse mich überraschen, was da auf uns zukommt“, sagt Niedergriese und meint damit vor allem die zahlreichen noch offenen Fragen.

So ist noch nicht bekannt, in welcher Staffel die Mannschaft antreten wird. „Alles andere als die Staffel West würde aber keinerlei Sinn ergeben“, sagt Fligge. Am 18. Juli wird darüber entschieden. Spielt der ASC in der West-Staffel, kommt es zu attraktiven Duellen gegen den BVB II, 1.FC Köln, PSV Recklinghausen oder Fortuna Düsseldorf.

„Das ist schon eine Reihe klangvoller Namen“, freut sich Fligge und kommt direkt zur nächsten offenen Frage - wieviele Zuschauer werden bei der voraussichtlich Ende September beginnenden Saison erlaubt sein? „Ohne Zuschauer geht es nicht, das ist ganz klar. Dann können wir uns das Abenteuer dritte Liga genau ein Jahr lang leisten“, stellt der Handball-Abteilungsleiter klar.


Ohne die Einnahmen aus Ticket-Verkäufen und Catering sind die Ausgaben, zum Beispiel für die Schiedsrichter und die Aufwandsentschädigungen der Trainer, einfach zu hoch. Fligge wünscht sich deshalb zumindest eine erlaubte Auslastung von 75% in der knapp 400 Leute fassenden ASC-Halle - 300 Zuschauer würde beispielsweise das Derby gegen die zweite Mannschaft des BVB problemlos anziehen.

Leonie Schmitz hinterlässt große Lücke

Eine weitere (kleine) Baustelle ist der Kader der ersten Mannschaft. Neben Jana Möllmann hat auch Leonie Schmitz den Klub verlassen, Letztere hinterlässt eine große Lücke im Rückraum. „Ihren Abgang hatten wir nicht auf dem Schirm, sie hatte uns eigentlich zugesagt“, gibt Fligge zu. Als allerdings Zweitligist TV Beyeröhde anklopfte, entschied sich Schmitz gegen den ASC.

Vier Neuzugänge stehen dafür bereits fest: Delia Topp und Klara Rosenthal kommen vom TV Arnsberg, auch Julia Eckardt (SG ETSV Ruhrtal Witten) und Anne Seehagen (HC TuRa Bergkamen) spielen künftig für Aplerbeck. „Das ist eine gute Mischung aus Erfahrenen, die uns sofort weiterhelfen können und jungen talentierten Spielerinnen, mit denen wir langfristig planen“, erklärt Niedergriese.

Zweite Mannschaft spielt nun in der Verbandsliga

Doch auch über die drei anderen aufsteigenden Teams soll gesprochen werden - jedes hat ihre eigene kleine Geschichte zu erzählen. „Die Mannschaften machen uns genauso viel Spaß wie die Erste“, stellt Fligge klar. Da wäre zum einen die Zweitvertretung, die nun in der Verbandsliga aufläuft.

Im März letzten Jahres schwebte Aplerbecks Zweite noch in großer Abstiegsgefahr, schaffte unter Trainer Günther Herbrich dann nicht nur den Klassenerhalt, sondern in diesem Jahr als Dritter den Aufstieg in die Verbandsliga. „Da muss man allen Beteiligten einfach ein Riesenkompliment machen“, bekräftigt Fligge.

Die dritte Mannschaft des ASC steigt als Tabellenerster in die Bezirksliga auf. Auf dieses Team sei man in Aplerbeck besonders stolz, besteht es doch allein aus Eigengewächsen des Klubs. Fast ausschließlich 18- bis 20-Jährige haben die Kreisliga in dieser Saison dominiert.

Und die vierte Mannschaft in der Kreisklasse? „Die haben wir eigentlich nur angemeldet, um den A- und B-Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, mal ein bisschen Luft im Senioren-Bereich zu schnuppern“, erklärt Fligge. Dass auch dieses Team nun eine Liga höher geht, war also alles andere als geplant. Hier hat der vierte Platz für den Aufstieg gereicht.

Neben dem sportlichen Aufstieg erhofft sich der ASC 09 nun auch vereinsintern einen Aufschwung. „Für uns ist das die große Chance, sich als Nummer zwei hinter dem BVB im Frauen-Handball in Dortmund zu etablieren“, sagt Fligge. Er hofft, dass Aplerbeck künftig auch für talentierte Spielerinnen aus dem näheren Umkreis zu einer noch attraktiveren Adresse wird.

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