Ahmed Ersoy: „Für Kevin und Reza verzichte ich auf die Westfalenliga“

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Stürmer Ahmed Ersoy hat Fußball-Landesligist Kemminghausen für ein weiteres Jahr zugesagt. Und das, obwohl er sogar Angebote aus der Westfalenliga hatte...

Dortmund

, 25.05.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ahmed Ersoy bleibt noch eine Saison beim Fußball-Landesligisten VfL Kemminghausen. Diese Nachricht flatterte zwei Tage vor dem entscheidenden Spieltag in der Landesliga per Whatsappp auf die Handys der Trainer Reza Hassani und Kevin Großkreutz. Und das, obwohl Kemminghausen am letzten Spieltag noch der Absturz in die Bezirksliga droht. Im Interview erklärt der 22-jährige Stürmer, warum er in Kemminghausen bleibt, wie vor einem Jahr sein Wechsel zum Lüner SV platzte und wieso er sogar Westfalenligisten eine Absage erteilte.

Herr Ersoy, Sie spielen noch ein weiteres Jahr in Kemminghausen - egal was am Sonntag passiert?

Ja, genau, es ist völlig egal ob wir nächste Saison in der Bezirksliga oder Landesliga spielen.

Sie spielen eine richtig starke Saison, haben nach ihrer schweren Verletzung in vier Spielen schon wieder fünf Tore erzielt, insgesamt schon 16. Warum würden Sie mit so einem Potenzial auch in der Bezirksliga spielen?

Erstmal wegen dem Vertrauen von Kevin und Reza. Die Zusammenarbeit in Kemminghausen gefällt mir einfach. Ich vertraue den beiden auch. Und deswegen werde ich noch ein Jahr da bleiben.

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Warum nur ein Jahr? Was machen Sie danach?

Danach will ich versuchen, zu einer höher spielenden Mannschaft zu wechseln.

Diese Möglichkeit hätten Sie auch jetzt schon gehabt...

Ja, das stimmt. Ich hatte mehrere Angebote aus der Wetsfalenliga. Da habe ich auch ordentlich drüber nachgedacht, weil ich irgendwann auf jeden Fall mal höher spielen möchte. Aber ich habe mich diese Saison - wie gesagt - nochmal für Kevin und Reza entschieden. Es wären ja auch weitere Fahrten in der Westfalenliga dabei gewesen. Hätte aber eine Oberliga-Mannschaft angefragt, dann wäre ich gewechselt.

„Wir schaffen es, weil jeder von uns kämpfen, beißen und kratzen wird. Wir werden den Gegner auffressen.“
Ahmed Ersoy

Haben Sie die Entscheidung gegen die Westfalenliga alleine getroffen?

Nein, natürlich habe ich mit meiner Familie, meiner Freundin und meinem Freundeskreis diskutiert. Und dann haben wir zusammen die Entscheidung getroffen, die für mich die beste ist.

Wann haben Sie Reza Hassani und Kevin Großkreutz Ihre Entscheidung mitgeteilt und wie sehr haben sich die beiden gefreut?

(lacht) Die haben sich sehr gefreut, die haben auch gekämpft um mich. Ich habe es Donnerstagabend schon angedeutet und am Freitag dann endgültig per Whatsapp zugesagt.

Das ist dann Ihre zweite Saison in Kemminghausen, vorher waren Sie in Brambauer.

Genau, seit dieser Saison spiele ich bei Kemminghausen, vorher war ich drei Jahre in Brambauer und davor in der Jugend beim VfB Waltrop. Von der A-Jugend bin ich dann direkt in die Bezirksliga zu Brambauer. Vor der Saison wollte ich eigentlich zum Lüner SV wechseln.

Warum hat das nicht funktioniert?

Die wollten meine Ablöse damals nicht bezahlen, dann wäre ich gesperrt gewesen. Deshalb bin ich nach Kemminghausen gegangen.

Mit Kemminghausen stehen Sie vor dem entscheidenden Spiel im Abstiegskampf. Warum schaffen Sie am Sonntag den Klassenerhalt?

Wir schaffen es, weil jeder von uns kämpfen, beißen und kratzen wird. Wir werden hinten nichts zulassen, wir werden den Gegner auffressen.

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Ihr Trainer Reza Hassani hat gesagt, dass er nicht mehr richtig schlafen kann vor Nervosität. Wie sieht es da bei Ihnen aus?

Ich freue mich eigentlich eher auf das Spiel, aber natürlich bin ich auch ein bisschen nervös. Ich will einfach, dass ganz schnell Sonntag ist.

Merken Sie die Anspannung auch außerhalb des Platzes oder können Sie da abschalten?

(lacht) Meine Freundin sitzt gerade neben mir, ich glaube schon, dass sie was merkt. Und auch meine Familie. Während der Arbeit (Ersoy macht eine Ausbildung zum Bankkaufmann, Anm. d. Red.) konzentriere ich mich aber einfach auf die Arbeit. Aber da ja einige Teams bei mir angefragt haben, schwirrt einem das schon irgendwo im Kopf rum.

Es ist noch keine acht Wochen her, da haben Sie sich drei Rippen gebrochen und Ihre Lunge war eingeklappt. Jetzt stehen Sie schon seit vier Spielen wieder auf dem Platz. Merken Sie Ihre Verletzung noch?

Eigentlich nicht. Das Einzige, woran ich es merke, ist, dass ich keine Ausdauer habe. (lacht)

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Gibt es noch besondere Treffen oder Trainingseinheiten vor dem Spiel?

Nein, am Freitag hatten wir sogar trainingsfrei, jeder soll nochmal abschalten vor dem entscheidenden Spiel gegen Obersprockhövel..

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