Mit Rote-Beete-Saft zum Titel: Manuel Sanders und sein Erfolgsgeheimnis

Leichtathletik

Manuel Sanders ist frisch gebackener Meister über 400 Meter. Was ihn so stark macht, kann er nicht genau sagen. Sanders hat aber eine ganz eigene Vermutung, warum er sich so fit fühlt.

Dortmund

, 06.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit Rote-Beete-Saft zum Titel: Manuel Sanders und sein Erfolgsgeheimnis

Manuel Sanders gewann - für ihn selbst überraschend - den Titel über 400 Meter. © imago

Manuel Sanders musste sich „erst einmal kneifen, um zu begreifen, dass ich Deutscher 400-Meter-Meister bin“, wie der 21-Jährige von der LG Olympia einen Tag nach seinem unerwarteten Erfolg von Berlin sagte. „Auch nach meiner schnellsten Vorlaufzeit fühlte ich mich nicht als Favorit.“ Als Sanders auf Tuchfühlung zur Konkurrenz auf die Zielgerade einbog, dachte er: „Jetzt könnte noch etwas gehen.“ Und er war selbst überrascht, wie einfach es gelang. Er kehrte damit mit einem Paukenschlag an den Ort zurück, an dem er vor einem Jahr als Ersatzmann für die deutsche „4x4“ zum Zuschauen verurteilt war.

Sanders dankt seinem Trainer

Eigentlich sollte das Jahr 2019 eine Übergangsphase mit dem Fernziel Tokio 2020 werden, denn nach seiner langwierigen Erkrankung, war er im Training erst seit Februar dieses Jahres wieder voll belastbar. Dennoch dosierte Coach Thomas Kremer das Training sehr vorsichtig und zurückhaltend. „Thomas hat mich mit angezogener Handbremse trainiert, und ich kann mich vor allem bei ihm dafür bedanken, dass ich heute da bin, wo ich mich derzeit befinde“, lobt er seinen Trainer.

Auch Physiotherapeut Sanel Göran schreibt einen guten Anteil an seiner Gesundung zu. So hat er trotz der hohen Belastungen keine gesundheitlichen Probleme bei mehreren Läufen hintereinander, und die alte Verletzung hat sich nicht mehr gemeldet. Ein Geheimrezept hat der Fast-zwei-Meter-Mann nicht. „Ich trinke jeden Morgen ein Glas Rote-Beete-Saft. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich so fit fühle“, erklärt er mit einem Augenzwinkern.

Sanders hat nun seinen ersten Teilzeit-Arbeitsplatz bei der Dortmunder Event-Agentur Neovaude GmbH angetreten. „Mein Arbeitgeber gewährt mir genug Zeit, damit ich meinen Fokus auf den Leistungssport legen kann“, und gesteht: „Natürlich ist es nicht einfach, alles unter einen Hut zu bringen, aber bis jetzt bin ich gut zurechtgekommen“, sagt er. Zeit für andere Hobbys bleibt ihm nicht. „In Torben Junker und Henrik Krause habe ich in unserer Trainingsgruppe gute Freunde gefunden, und wir harmonieren prächtig“, sagt er. Deshalb bedauert er das Ausscheiden von Junker im Vorlauf sehr: „Im Training sind wir Partner und Freunde, aber im Wettkampf schenken wir uns nichts.“

Einsatz bei der Team EM

Sein nächster internationaler Einsatz, der dritte in diesem Jahr, erfolgt am kommenden Wochenende bei der Team-Europameisterschaft im polnischen Bydgoszcz. Dabei wird er sich vor allem auf die 4x400-Meter-Staffel konzentrieren, denn die deutschen Langsprinter wollen noch einmal einen Angriff auf einen Platz unter den ersten 16 der Weltrangliste unternehmen und sich damit für die WM in Doha zu qualifizieren. Dafür sind 3:01,92 Minuten zu unterbieten.

Sanders hat jedoch noch ein weiteres Ass im Ärmel, denn die 4x400-Meter-Mixed-Staffel hat bereits die Anforderungen für die Weltmeisterschaften im Wüstenstaat erfüllt und aus diesem Quartett ist er nun nicht mehr weg zu denken. „Aber an Doha verschwende ich noch keinen Gedanken, denn das ist noch lange hin.“

Sanders gibt sich selbstkritisch

Bis dahin will er noch an seinen Schwächen arbeiten. „Obwohl ich schon stärker geworden bin, muss ich noch meine Schnelligkeit verbessern und an meiner Athletik arbeiten. Darunter darf aber mein Stehvermögen nicht leiden“, übt er Selbstkritik.

Wenn ihm dieser Spagat gelingt, dann kann seine Kampfansage gelingen, wenn er sagt: „Im nächsten Jahr kommt noch mehr.“

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