3:1 für Dortmund gegen Lünen: Großer Ärger bei den Vereinen aus Lünen

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Die Ständige Konferenz hat am Montag über eine neue Aufstiegsregelung abgestimmt, die die A-Kreisligen betrifft. Während ein Dortmunder Klub darüber jubelt, ärgern sich zwei Lüner Teams.

Dortmund

, 13.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Des einen Freud ist des anderen Leid: ein eigentlich abgedroschenes Sprichwort, das jedoch die neue Aufstiegsregel für die A-Kreisligen im Amateurfußball in Westfalen aktuell gut zusammenfasst. Am Montag hat die Ständige Konferenz, bestehend aus FLVW-Präsidium und den Vorsitzenden aller Fußballkreise Westfalens, über die neue Regel abgestimmt.

Die besagt, dass mit einem Spitzenreiter punktgleiche Tabellenzweite einer Kreisliga A in die Bezirksliga aufsteigen dürfen. Im Kreis Dortmund findet diese Regelung direkt Verwendung - zur Freude und zum Leid der betroffenen Klubs.

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Westfalia Huckarde, derzeit mit Tabellenführer DJK BW Huckarde punktgleicher Zweiter der Kreisliga A1 Dortmund, ist Nutznießer der neuen Regelung. Beide Huckarder Teams dürfen wohl für die Bezirksliga planen. Lediglich der Verbandstag, der virtuell im Juni stattfinden soll, steht der Regelung noch im Wege. Dritter Aufsteiger im Bunde ist vorbehaltlich des Verbandstages der ASC 09 Dortmund - momentan Dritter der Kreisliga A1.

Hinrundenmeister ist ebenfalls zum Aufstieg berechtigt

Den Aplerbeckern glückt der Sprung in die Bezirksliga wohl, weil der ASC am Ende der Hinrunde auf Rang eins stand. Neben dem aktuellen Tabellenführer nach Quotientenregel und dem punktgleichen Tabellenzweiten ist der Hinrundenmeister ebenfalls zum Aufstieg berechtigt, wenn der Verbandstag die FLVW-Empfehlung durchwinkt.

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Während die Dortmunder also ganz vorsichtig mit drei Bezirksliga-Aufstiegen planen können, macht sich in Dortmunds Nachbarstadt Lünen großer Ärger breit. Aus der Parallelstaffel A2, in der mit BW Alstedde, dem VfB Lünen, der SG Gahmen und dem SV Preußen Lünen vier Lüner Teams kicken, gibt es nämlich wohl nur einen Aufsteiger.

Das ist mit BW Alstedde zwar ein Klub aus der Lippestadt, der souveräner Tabellenführer ist. Den zweiten und dritten Tabellenplatz belegen mit der SG Gahmen und dem VfB Lünen allerdings ebenfalls Lüner Teams, die nun leer ausgehen - sich aber Hoffnungen auf den Aufstieg gemacht hatten.

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Bei der SG Gahmen kochen die Verantwortlichen vor Wut, fühlen sich ungerecht behandelt. „Ich finde die Entscheidungen ungerecht. Ich frage mich, wer wird hier gerecht behandelt? Die Staffel A1 wird richtig gut behandelt, aber auch wir und der VfB Lünen haben gekämpft. Warum werden wir vergessen?“, fragt sich Musa Sagculu, zweiter Geschäftsführer bei der SG Gahmen.

Groß ist der Ärger bei Musa Sagculu, zweiter Geschäftsführer der SG Gahmen, wegen der Aufstiegsregel.

Groß ist der Ärger bei Musa Sagculu, zweiter Geschäftsführer der SG Gahmen, wegen der Aufstiegsregel. © Timo Janisch

Die Gahmener (40 Punkte) belegen aktuell Platz zwei in der Staffel A2, haben acht Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Alstedde (48). Dahinter folgt der VfB Lünen (38), der noch ein Nachholspiel austragen muss.

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Sagculu wünscht sich vom Verband eine andere Lösung in der Aufstiegsfrage. „Es sollte von jeder Staffel drei Aufsteiger geben. Dann können in der nächsten Saison ja wieder vermehrt Teams absteigen“, sagt Sagculu und ergänzt: „Den Lüner Vereinen gegenüber ist diese Regel einfach unfair“. Die Gahmener ärgern sich vor allem darüber, weil sie derzeit Tabellenzweiter sind, damit einen Aufstiegsrelegationsrang belegen.

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Beim VfB Lünen gibt man sich ein Stück weit defensiver, wenngleich sich auch die Lünen-Süder ärgern. Friedhelm Hoffmann, Vorsitzender des VfB sagt dazu: „Man muss gucken, ob diese Regelung so haltbar ist. Wir fühlen uns dadurch auf jeden Fall nicht bevorteilt. Mit dem Gahmener Wunsch, dass aus beiden Ligen jeweils drei Teams aufsteigen, könnten wir gut leben, schöner ist es aber sowieso immer, wenn man über den sportlichen Erfolg aufsteigt“, sagt Hoffmann, der sich wünscht, dass der Verband beide Gruppen gleich behandelt.

Der VfB-Vorsitzende Friedhelm Hoffmann (r.), hier mit Manfred Tapken, fühlt sich durch die neue Regelung nicht bevorteilt.

Der VfB-Vorsitzende Friedhelm Hoffmann (r.), hier mit Manfred Tapken, fühlt sich durch die neue Regelung nicht bevorteilt. © Foto: Benedikt Ophaus

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