30:23 - BVB-Frauen siegen in Leverkusen

Handball: Bundesliga

Als die Mannschaft sich bei den mitgereisten Fans für die Unterstützung bedankte, bedankte sich Ildiko Barna Beifall klatschend bei ihren Spielerinnen. Borussia Dortmunds Handballfrauen haben mit dem 30:23 (13:14) bei Bayer Leverkusen nach drei Bundesliga-Niederlagen zuvor einen emotional wichtigen Sieg gefeiert. Mit 8:8 Punkten geht es nun in die WM-Pause.

DORTMUND

, 15.11.2015, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
30:23 - BVB-Frauen siegen in Leverkusen

Anne Müller steuerte sieben Tore zum Erfolg des BVB in Leverkusen bei.

Unweit der BayArena behielt der BVB in allen Phasen des Spiels den Durchblick und die notwendige Ruhe. „Wir haben viel länger als am Mittwoch gegen Oldenburg diszipliniert unser Spiel durchgezogen“, lobte die Trainerin anschließend auch mit einer gewissen Erleichterung in der Stimme. „Alle haben an Energie heute kräftig draufgepackt.“

 

Die Handball-Frauen des #BVB gewinnen das Liga-Spiel in #Leverkusen mit 30:23. pic.twitter.com/Mx2gysklt5

— Ruhr Nachrichten BVB (@RNBVB)

Im NRW-Duell war die Borussia am Ende der hoch verdiente Sieger, es war auch ein Erfolg gegen leise wachsende Selbstzweifel nach zuletzt schwächeren Leistungen. Der Erfolg hatte dabei mehrere tragende Säulen: Rückraumspielerin Nadja Nadgornaja wuchs, getragen von einer deutlich verbesserten Gesamtleistung des BVB, mit elf Toren über sich hinaus, in den wichtigen Momenten wie kurz vor der Pause, als sie in Unterzahl zum 13:14 verkürzte, übernahm die Nationalspielerin Verantwortung.

Woltering zur Stelle

Sie war auch zur Stelle, als der BVB in den ersten elf Minuten der zweiten Hälfte das Tempo anzog und mit einem 7:1-Lauf die Weichen für den vierten Saisonsieg stellte. Drei abgefangene Bälle zeugten auch von einer verbesserten Defensivleistung Nadgornajas.

Insgesamt ließ die Abwehr nach der Pause nur wenig zu. Angeführt von einer starken Clara Woltering, die insgesamt 15 Bälle parierte, davon mehrere hintereinander in der Zeitspanne direkt nach der Pause, biss sich Leverkusen sehr zur Verzweiflung von Trainerin Renate Wolf an der Dortmunder Deckung immer öfter die Zähne aus. Das Konzept ihrer Dortmunder Kollegin hingegen ging auf. „Wir wollten viel Druck machen“, meinte Barna.

Hilfe von der Bank

Wichtige Energie kam auch von der Bank. Nach der Pause agierte dort Alina Grijseels mit der Spur Unbekümmertheit und Draufgängertum, die Bayers Abwehr immer wieder auseinander riss. „Das Ziel war, den Druck hochzuhalten und schnell wegzuziehen“, erklärte Grijseels. „Wir wollten nicht in die Situation kommen, wo Leverkusen am Ende noch nah dran ist.“

Grijseels schuf mit ihrer Dynamik viele Lücken und Platz für einige spektakuläre Anspiele auf Kreisläuferin Anne Müller, die mit ihren sieben Treffern zweitbeste Shooterin beim BVB war. „Wir haben nicht alles richtig, aber viele Sachen gut gemacht“, meinte Barna, der vor allem gefiel, dass ihr Team das Spiel immer wieder in die Breite gezogen hatte. „Dadurch hatten wir freie Räume und konnten im Eins-gegen-Eins Siebenmeter herausholen.“

Leverkusens Rode stark

Mit acht Treffern leistete vor allem Leverkusens Jennifer Rode lange Widerstand. Die gefürchtete Werferin und Spielmacherin Kim Naidzinavicius hatte der BVB hingegen gut im Griff. Bei 20:23 drohte die Partie noch einmal eng zu werden, dann aber traf Nadgornaja dreimal in Serie – und Woltering hielt hinten den Laden dicht. „Der Sieg“, meinte Rechtsaußen Stella Kramer, „war für die Moral enorm wichtig.“  

BVB: Woltering, Burrekers - Nadgornaja (11), Müller (7), Schmele (4/3), Kramer (3), Zimmermann (2), Grijseels (2), Weisheitel (1)

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