Der SSV Rhade spielt in der kommenden Saison mit seiner U17 in der Bundesliga. Aufstiegstrainer Mike Lerche erzählt, wie er und die Mannschaft die Entscheidung aufgenommen haben.

Rhade

, 27.05.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Gut 48 Stunden weiß Mike Lerche, dass er in der kommenden Saison Bundesliga-Trainer beim SSV Rhade sein wird. Ob er mit dem Aufstieg seiner U17-Fußballerinnen gerechnet hat und wie er sich nun fühlt, erzählt er im Interview.

Mike Lerche, wie geht‘s Ihnen nach der frohen Verkündung?

Ich kann das immer noch nicht glauben. Ich war völlig sprachlos, als Dieter mich am Montagmorgen angerufen hat. Den Mädels durfte ich ja noch nichts sagen, weil der DFB erst am Montagnachmittag tagte.

Als der Dieter mir sagte, dass wir aufgestiegen sind, bin ich am Telefon völlig ausgeraste vor Freude. Ich bin immer noch sprachlos.

Mein Handy ist von Montagabend bis Dienstagmorgen explodiert, da waren so viele Nachrichten, die konnte ich alle gar nicht lesen.

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Wenn Sie schon so euphorisch waren: Wie hat es die Mannschaft erst aufgenommen?

Am Montag hatten wir um 17 Uhr eine Telefonkonferenz mit allen. Ich habe es dann so spannend wie möglich verkündet. Die sind alle ausgerastet, einige waren sprachlos, genauso wie ich.

Hätten Sie vor Saison damit gerechnet?

Ich hatte ein gutes Gefühl, aber richtig damit gerechnet, habe ich nicht. Die Mannschaft war aber reif. Zwei Jahre hat sie gegen den Abstieg gespielt. In der vorherigen Saison gab es dann bereits keine Baustellen mehr. Alles lief friedlich ab, auch mit den Eltern. Alle Spielerinnen bekamen ihre Einsatzzeiten.

„Kurz vor der Vorbereitung dachte ich dann, dass wir das schaffen könnte.“
Mike Lerche, Aufstiegstrainer SSV Rhade

Der damalige jüngere Jahrgang, der jetzt der Altjahrgang war, hat viel von den 2002ern gelernt. Kurz vor der Vorbereitung dachte ich dann, dass wir das schaffen könnte. Was mich am meisten beeindruckt hat, war, wie wir die Spiele bestritten haben. Wie wir mit Gegenpressing gespielt haben und alle Spielerinnen, auch die Neuen, unsere Spielidee umgesetzt haben, das war heftig.

Wie wollen Sie nun mit dem Team feiern, wo doch richtige Feiern in der Coronavirus-Zeit nicht erlaubt sind?

Das ist alles so schwierig. Mir tut das alles so leid für die Mädels, dass wir uns nicht gesehen haben. Nächste Woche wollen wir anfangen zu trainieren, dann sollen Zweikämpfe ja wieder erlaubt sein. Wir hoffen, dass noch mehr Lockerungen kommen und wir dann endlich ordentlich feiern können.

Geplant für die Nach-Corona-Zeit ist jedenfalls noch nichts. Am Donnerstag sprechen Dieter (Müssner; Anm. d. Red.) und ich über die kommende Saison. Dann werden wir auch darüber sprechen, wie wir diesen Erfolg feiern werden.

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Kommen wir zu einem anderen Thema: Die neue Saison will jetzt geplant werden. Wie gehen Sie das an?

Jetzt werden viele Spielerinnen interessant, die wissen, dass wir aufgestiegen sind. Die kommen vielleicht auch selbstständig zu uns. Selbstverständlich haben wir auch eine Liste, die wir nun abarbeiten. Ein paar Neuzugänge stehen dazu schon fest. Klar ist aber auch, dass es schon sehr schwierig war, vor der Entscheidung was zu machen.

2017 stieg Lerche - damals noch ohne Bart - mit den Rhaderinnen erst in die Regionalliga auf. Nun gelang ihm sein Meisterstück.

2017 stieg Lerche - damals noch ohne Bart - mit den Rhaderinnen erst in die Regionalliga auf. Nun gelang ihm sein Meisterstück. © Andreas Leistner

Einmal, weil wir nur telefonieren konnten und ein persönliches Gespräch nicht möglich war. Dann aber auch, weil wir nicht wussten, in welcher Liga wir spielen werden. Nun haben wir aber Gewissheit und machen uns ran. Wir haben auch schon einen Plan, auch wenn wir zusätzlich hoffen, dass die Transferperiode nach hinten geschoben wird.

Wie sieht die aus?

Wir werden jetzt ziemlich aktiv werden. Da wir jetzt wissen, welcher Liga wir zugehörig sind, gehen wir jetzt voran.

„Ich bin noch nie abgestiegen, das soll so bleiben.“
MIKE LERCHE, AUFSTIEGSTRAINER SSV RHADE

Will der SSV Rhade sich in der Bundesliga etablieren oder sehen Sie das Jahr als ein Zusatzjahr zum Genießen an?

Ich bin noch nie abgestiegen, das soll so bleiben. Von daher wollen wir uns etablieren. In der Bundesliga wird ein anderer Fußball gespielt. Da werde ich mir taktisch aber etwas einfallen lassen, so dass wir für Überraschungen sorgen können. Als ich das Team vor vier Jahren übernommen habe, waren wir noch Westfalenliga. Dann haben wir zwei Jahre Regionalliga gespielt und mittlerweile ist es Bundesliga. Damit muss ich erstmal klar kommen.

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Mike Lerche, wir bedanken uns für das Gespräch.

Ich habe zu danken. Vielen, lieben dank!

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