"Wir haben uns echt den Arsch aufgerissen": Bastian Bruß verteidigt den TuS Gahlen

dzFußball

TuS Gahlens Co-Trainer Dominik Seemann und Neuzugang Bastian Bruß äußern sich zur Vorgeschichte des Stadtmeisterschaft-Finals gegen den SVS. „Unsere Kräfte waren einfach am Ende“, sagt Bruß.

von Niklas Berkel

Dorsten

, 29.07.2019, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Davon, dass wir keine Lust hatten, kann überhaupt nicht die Rede sein“, sagt TuS Gahlens Neuzugang und Kapitän bei der Stadtmeisterschaft Bastian Bruß. Der Fußball-A-Kreisligist war das Thema Nummer eins bei der Stadtmeisterschaft am vergangenen Samstag. Vor dem Finale gegen den SV Schermbeck hieß es, der TuS wolle nicht antreten. „Wir konnten einfach gar nicht mehr“, sagt Bruß. „Unsere Kräfte waren einfach am Ende.“

Gahlen wollte nie, nie antreten

Die Trainer des TuS, Thomas Grefen und Dominik Seemann, wollten lediglich ihre Spieler schützen, das erklärt Co-Trainer Seemann: „Wir haben ja auch Ambitionen, da wollten wir nicht, dass sich noch irgendjemand verletzt, weil er nicht mehr richtig hinterherkommt.“ In erster Linie stand für Seemann und Co. auch nie zur Debatte, „gar nicht anzutreten“. Das sagt auch Bruß: „Das wäre vielleicht echt eine kleine Schande für den TuS gewesen.“ Es ging zumindest darum, eine Lösung zu finden, wie das Finale auf einem anderen Weg hätte ausgetragen werden können. „Was dann am Ende bei den Gesprächen mit der Turnierleitung besprochen wurde, kann ich nicht sagen“, sagt Co-Trainer Seemann, „da war ich nicht dabei.“

„Wie wir im Halbfinale gekämpft haben, hat bei uns Trainern Glückgefühle ausgelöst.“
Dominik Seemann, Co-Trainer des TuS Gahlen

Sein Spieler Bruß ärgert sich, dass derzeit ein so negatives Bild der Mannschaft gezeichnet werde. „Der tolle Erfolg ist leider in den Hintergrund gerückt“, sagt er. In der Tat: In der Vorrunde und im Halbfinale überzeugten die Gahlener mit einer zwar körperlich robusten, aber auch spielerisch ansehnlichen Spielweise. Das 4:1 gegen Eintracht Erle un das 5:1 gegen den SV Lembeck sprechen eine klare Sprache. Und auch beim 0:0 gegen RW Dorsten hatte der TuS genug Chancen, das Spiel zu gewinnen. Dazu kam die Energieleistung gegen den BVH Dorsten im Halbfinale. „Da hat jeder noch einmal alles reingeworfen, was er hatte“, sagt Seemann. „Und das gegen ein frisches Team“, fügt der Co-Trainer hinzu. Der BVH spielte im Halbfinale als Ausrichter seine ersten 45 Minuten überhaupt bei dem Turnier. „Auf das Erreichte bin ich brutal stolz“, sagt Co-Trainer Seemann. „Wie wir im Halbfinale gekämpft haben, hat bei uns Trainern Glücksgefühle ausgelöst.“

"Mein Gegenspieler lachte schon, weil ich nur noch am pusten war.“
Bastian Bruß, Neuzugang des TuS Gahlen

Am Ende sei er auch stolz auf die Leistung seines Teams im Finale. „Das hat mich dann selber überrascht, wie sich unsere Spieler durchgequält haben. Das war für den langen Tag sehr passabel“, sagt Seemann. „Natürlich war auch ein Grund, dass sich das Wetter abkühlte“, fügt er hinzu. Neuzugang Bruß hingegen sagt, dass das Finale die reinste Quälerei war. „Ob wir eine Chance gegen einen Oberligisten hatten oder nicht, ist egal. Wir haben uns echt den Arsch aufgerissen, aber dass wir ordentlich mitgespielt haben, kann ich so nicht sagen. Wir sind gefühlt nur noch hinterhergelaufen. Mein Gegenspieler lachte schon, weil ich nur noch am pusten war.“

Thomas Fries, der Vorsitzende der Fachschaft Fußball, sah das anders: „Vor allem die ersten 15 Minuten war Gahlen gleichwertig. Ich habe das alles nicht wirklich verstanden.“ Das Ergebnis sei auch um zwei Tore zu hoch ausgefallen, sagt er.

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