SVS heißt Verbandsentscheidung gut – andere Probleme noch nicht gelöst

dzHandball

Die Handballer des SV Schermbeck spielen auch in der kommenden Saison in der Landesliga. Andere Probleme müssen aber von Vereins- als auch Verbandsseite noch gelöst werden.

von Ralf Weihrauch

Schermbeck

, 19.04.2020, 08:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Handballer des SV Schermbeck werden weiterhin in der Landesliga antreten. Da der Handball-Verband Niederrhein die laufende Saison abgebrochen hat, wird es keine Absteiger geben. Für Frederik Bell, Team-Kapitän und Interimstrainer, war das die beste Lösung.

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Bell war ohnehin überzeugt, dass der SVS nicht abgestiegen wäre: „Wir waren in den letzten Wochen sehr gut drauf. Es gab Siege gegen die Top-Teams und ich bin überzeugt, dass wir die Liga ohnehin gehalten hätten.“

Kuriose Amtzeit: Interimstrainer ohne Spiel

Zusammen mit seinem Bruder Niklas hatte er die Leitung der Mannschaft übernommen, nachdem der SVS die Zusammenarbeit mit Trainer Stefan Schmücker beendet hatte. Kurioserweise gewann Schmücker sein letztes Spiel gegen den MTV Dinslaken mit 27:24 und brachte das Team damit aus dem bis dahin relevanten Abstiegsbereich. Die beiden neuen Trainer kamen nicht mehr dazu, ein Spiel zu leiten. „Wir haben uns nicht als Trainer verstanden. Niklas und ich hatten schon vorher ab und zu das Training geleitet. Ich habe mich mehr als Mannschaftskapitän und nicht als Trainer gesehen.“

„Alle jungen Spieler sind ein Jahr älter und auch erfahrener. Ich hoffe, dass sich das dann auch in den Spielergebnissen zeigen wird.“
Frederik Bell, Team-Kapitän und Interimstrainer SVS

Momentan ruht der Ball in Schermbeck, und ein Training findet nicht statt. Im Hinblick auf die neue Saison macht das wenig aus. Die Saison wäre ohnehin fast beendet gewesen. Die Planung für die neue Saison gehört nicht zu den Aufgaben der Zwillingsbrüder, doch Frederik Bell geht optimistisch ins neue Spieljahr: „Alle jungen Spieler sind ein Jahr älter und auch erfahrener. Ich hoffe, dass sich das dann auch in den Spielergebnissen zeigen wird.“

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Burkhard Holl, der Vorsitzende der Schermbecker Handballer ist mit der Entscheidung des Verbandes ebenfalls einverstanden: „Es gab andere Optionen, wie beispielsweise den letzten kompletten Spieltag zu werten. Damit waren aber die meisten Vereine nicht einverstanden.“ In der Landesliga-Gruppe des SVS hat das ohnehin nur wenig Auswirkung. Die zweite Mannschaft der Wölfe Nordrhein stand ohnehin als Absteiger fest. Holl sagt: „Auf die Anzahl der Mannschaften ist die Auswirkung kaum zu spüren.“

Auch andere Baustellen beim SVS-Handball

Nun ist aber die erste Herrenmannschaft nicht die einzige Baustelle des SV Schermbeck. Gerade im Jugendbereich stehen noch Entscheidungen an. So ist in der Qualifikationsrunde für die höheren Ligen noch kein Spiel absolviert worden. Dabei will die weibliche A-Jugend in die Oberliga aufsteigen. Holl sagt: „Diese Spiele müssen noch stattfinden. So eine Entscheidung kann man nicht am Schreibtisch fällen.“ Wann diese Aufstiegsrunde stattfinden kann, steht noch in den Sternen, eventuell kann das erst nach den Sommerferien sein.

Die Trainerfrage der ersten Mannschaft ist ebenfalls noch nicht gelöst, man sei aber auf einem guten Weg, erklärt Holl: „Es laufen Gespräche. Ich hoffe, dass wir bald einen Nachfolger für Stefan Schmücker präsentieren können.“

Gastspielrechte statt kostspielige Transfers

Mit externen Verstärkungen für die Herrenmannschaft ist erst einmal nicht zu rechnen, denn der SV Schermbeck verfügt nicht über die finanziellen Mittel, Spieler aus anderen Clubs abzuwerben. Vielmehr konzentriert man sich auf die Integration von Jugendspielern: „Wir setzen auf Gastspielrechte, mit denen A-Junioren aus anderen Vereinen bei uns in den Senioren spielen können. Insofern war es schon wichtig, in der Landesliga zu bleiben. Bei den Frauen setzten wir ja ohnehin schon regelmäßig A-Juniorinnen ein.“

Zudem steht noch grundsätzliche Frage im Raum. In der vergangenen Saison gab es eine starre Aufteilung in den diversen Teams. Dabei spielen in der Bezirksliga-Mannschaft einige erfahren Handballer, die auf jeden Fall das Zeug für die Landesliga haben. Holl kündigt an: „Die starren Strukturen will ich nicht mehr so hinnehmen. Wir sind ein Verein, und auf Befindlichkeiten möchte ich da nicht mehr so gerne Rücksicht nehmen.“

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