Erstaunlich - Schermbecks Rumpftruppe trumpft auf

dzFussball

Mit einer starken Leistung hat der SV Schermbeck gegen Erndtebrück drei weitere Punkte geholt. Angesichts der personellen Situation kann dieser Sieg nicht hoch genug eingeschätzt werden.

von Ralf Weihrauch, Andreas Leistner, Armin Dille

Schermbeck, Dorsten

, 03.11.2019, 19:59 Uhr / Lesedauer: 3 min

Oberliga Westfalen

SV Schermbeck - TuS Erndtebrück

2:1 (2:0)

Die Partie begann mit einem Erndtebrücker Gastgeschenk. Kapitän Moritz Bratos wollte Ball aus 30 Metern zu seinem Keeper zurückspielen, doch der missglückte Pass rollte zum 1:0 über die Linie.

Trainer Thomas Falkowski hatte sich am Samstag entschieden, dem jungen Miles Grumann einen Platz in der Startelf einzuräumen. Das Vertrauen zahlte ihm der Youngster doppelt und dreifach zurück. Nach 16 Minuten spielte Kilian Niewerth einen langen Pass auf Dominik Milaszewski. Der legte den Ball in die Mitte auf Miles Grumann, der mit dem 2:0 sein erstes Oberligator schoss.

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SV Schermbeck - TuS Erndtebrück

Dieser Treffer hatte eine wahrscheinlich aufputschende Wirkung auf Grumann, der bis zu seiner Auswechslung ein großer Aktivposten war. So legte er wenig später Marek Klimczok den Ball auf, der aus 18 Metern die Latte traf. Auch Dominik Milaszewski hatte kurz vor der Pause Pech, als er nach einer Ecke an den Pfosten köpfte.

Es war einmal mehr das Schermbecker Manko, dass sie nicht für eine vorzeitige Entscheidung sorgten und nur mit einem 2:0 in die Pause gingen.

Stattdessen kassierten sie gleich nach dem Wiederanpfiff das 2:1 (47.). Abbas Attia kam über links ungehindert in den Strafraum und bediente den einschussbereiten David Jäger. Doch dieser Anschlusstreffer beeindruckte die Gastgeber überhaupt nicht. Die Falkowski-Elf brachte den Ball immer wieder vorbildlich vor das Erndtebrücker Gehäuse. Zwischen der 54. und der 62. Minute gab es vier erstklassige Chancen. Zwei vergab Marek Klimczok und auch Kilian Niewerth und Dominik Milaszewski verpassten das beruhigende 3:1.

Zittern in der Schluss-Viertelstunde

Angesichts des knappen Rückstandes witterten die Erndtebrücker die Chance auf einen Punkt. Die Schermbecker wurden müder und mit dem angeschlagenen ins Spiel gegangenen Patrick Rudolph verließ in der 64. Minute ein ruhender Pol den Platz.

So gestaltetet sich die Schlussviertelstunde als Zitterpartie, zumal die Schermbecker den reichlich vorhandenen Platz nicht effektiv zum Kontern nutzen. In der 75. Minute setzte Mehdi Reichert einen Freistoß an die Latte, wenig später ging ein Schuss Nico Renners knapp links neben den SVS-Kasten. Die Schermbecker überstanden auch die fünfminütige Nachspielzeit schadlos und haben sich weit von den Abstiegsrängen abgesetzt.

SVS: Drobe KLimczok, Zugcic, Milaszewski, Jacoby (74. Gerner), Poch, Steinrötter, Miles Grumann (84. Mertes), Patrick Rudolph (64. Malte Grumann), Kissi, Niewerth (90.+ 3 Helling)

Tore: 1:0 Brato (Eigentor, 1.), 2:0 Miles Grumann (16.), 2:1 Jäger (47.).

Landesliga 4

SC Altenrheine - RW Deuten

1:0 (0:0)

Eine verschlafene erste Halbzeit machte RWD-Trainer Frank Frye für die Niederlage verantwortlich. „Da haben wir die Qualitäten vermissen lassen, die wir in den Spielen gegen die Topteams zuletzt gezeigt haben. Wir haben dem Gegner viel zuviel Raum gegeben.“

Zudem hatten die Rot-Weißen Probleme, sich auf das 3-4-3-System der Gastgeber einzustellen. Altenrheines Mittelstürmer und die Standards des SCA sorgten regelmäßig für Gefahr, und Marvin Radüchel musste im Tor wiederholt sein ganzes Können aufbieten, um einen Rückstand zu verhindern.

Taktische Korrekturen Frank Fryes sorgten aber dafür, dass sein Team schon vor der Pause besser zurechtkam, und in der Kabine stellte er seine Spieler dann neu ein. „Wir wollten mehr Handlungsschnelligkeit erreichen“, erklärte der Coach, und tatsächlich präsentierten sich die Gäste nach dem Seitenwechsel wacher.

„Hätten wir schon vor der Pause so gespielt, hätten wir dieses Spiel nicht verloren“, war sich Frank Frye sicher. Die Krux an der Geschichte: Das entscheidende Tor für Altenrheine fiel in Halbzeit zwei, nämlich nach 60 Minuten, als Deuten einen Eckball nicht weit genug abwehrte.

Mit der Führung im Rücken igelten sich die Gastgeber dann aber ein. Frank Frye versuchte noch einmal alles, brachte frische Stürmer und stellte auf Dreier-Kette um − vergebens.

RWD: Radüchel; Hubert, T. Goeke, J. Goeke, Swiatkowski, Noetzel, A. Fell (81. Arifaj), Fabisiak (65. Mertens), Frasheri, Werner (46. Falkenstein), Lachs (81. Nolte).

Tore: 1:0 Pakularz (60.).

Viktoria Heiden - SV Hardt

2:3 (1:1)

Unsichere Abwehrreihen hüben wie drüben prägten die erste Halbzeit. Früh ging die Elf des Hardter Cotrainers Tunahan Terzi nach einem von Benedikt Jansen ausgeführten Eckball in Führung. Am zweiten Pfosten des Heidener Tores lauerte Tim Wellers und traf zum 1:0 für den SV Hardt (10.). Aus stark abseitsverdächtiger Position glich dann Heidens Markus Seyer nach einem Konter zum 1:1 aus (36.). Dabei blieb es trotz Riesenchancen von Hendrik Bromkamp, erneut Wellers und Jannis Scheuch bis zur Halbzeitpause, vor der der Hardter Keeper Stefan Schröder mit einer Glanzparade einen Einschlag verhinderte.

Kuriose Heidener Führung

Ein kurioses Tor von Benedikt Hussmann führte zum 2:1 für die Platzherren, als der Ball vom Arm Muhamet-Ata Attris‘ ins Hardter Tor abgelenkt wurde (48.). Nach einem von Jannis Scheuch ausgeführten Freistoß stand Jens Lensing goldrichtig am zweiten Pfosten und grätschte das Leder zum 2:2-Ausgleich ins Heidener Tor (56.). Und nach einer scharf geschossenen Ecke von Scheuch war Alex Brefort zur Stelle und traf zum 3:2 für die Hardter (66.). In einen Zweikampf gingen Jansen und sein Gegner dann beide mit gestrecktem Bein. Jansen hakte nach, was der Referee als Tätlichkeit wertete und dem Hardter die Rote Karte präsentierte (77.). Heiden warf nun alles nach vorn, doch der SV Hardt verteidigte mit Herz den Sieg.

Hardt: Schröder; Lensing, Buda, Haarmann, Wellers, Jansen, Attris, Bromkamp, Beisenbusch (87. Heitbreder), J. Scheuch (90.+1 Sasse), Brefort.

Tore: 0:1 (10.) Wellers, 1:1 (36.) M. Seyer, 2:1 (48.) Hussmann, 2:2 (56.) Lensing, 2:3 (66.) Brefort.

Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Jansen (Hardt) wegen Tätlichkeit (77.).

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