SuS Hervest traf nach 15 Sekunden gegen den großen Favoriten RW Deuten

dzFußball: Kreispokal und Testspiele

Die Spiele im Kreispokal am Dienstagabend waren gerade erst angepfiffen, da jubelte der SuS bereits und machte sich zur großen Überraschung bereit. Lesen Sie hier, wie die Pokal- und Testspiele am Abend ausgingen.

von Niklas Berkel, Ralf Weihrauch

Deuten, Hervest, Raesfeld, Hardt, Holsterhausen, E

, 02.09.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 4 min

Kreispokal, 2. Runde

SuS Hervest - RW Deuten

1:3 (1:1)

Einige Zuschauer standen noch am Eingang, um sich in die Kontaktdatenlisten einzutragen. Wiederum andere holten sich gerade ein Getränk oder eine Bratwurst, um das Kreispokal-Spiel zwischen dem SuS und RW Deuten zu genießen. Da brach in Hervest auf einmal großer Jubel auf. „Nun gut“, dachten die Zuschauer, die ihren Blick gerade nicht auf das Spielfeld gerichtet hatten, „dann wird‘s ja wohl heute nicht ganz so spannend.“ Als sie sich umdrehten, waren ihre Augen dafür umso größer.

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Marvin Lapsien brachte Hervest nach 15 Sekunden mit 1:0 in Führung, dabei hatte Deuten Anstoß. Doch ein Ballverlust im Spielaufbau und ein langer Ball auf den schnellen Stürmer genügten, um die Deutener Defensive auszuhebeln. Alleine vor Torwart Pascal Lehmkuhl behielt Lapsien die Ruhe und traf zur Führung.

Der eine behält die Ruhe, der andere nicht

Die Ruhe nicht behalten hat gut zehn Minuten vor dem Abpfiff Hervests Neuzugang Miguel Quijada Garrido. Deuten führte bereits mit 2:1 und hatte einen Eckstoß. Doch Hervest klärte den Ball und rannte mit zwei Mann auf die zwei Spieler starke Absicherung der Rot-Weißen zu. Garrido kreuzte klug und erhielt den Ball durch die Schnittstelle.

Ganz alleine vor Lehmkuhl scheiterte er aber an dem Torwart aus bester Position. „Wenn wir den gemacht hätten, hätten wir im Elfmeterschießen gewonnen“, sagte SuS-Trainer Alesandro Roccaro.

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Der Favorit aus Deuten tat sich die gesamte Spielzeit schwer gegen den tief stehenden Gastgeber. Das frühe Tor trug natürlich maßgeblich zur Hervester Spielidee bei. Der SuS stand am eigenen Sechszehner, die Deutener Angriffe scheiterten am Bollwerk des B-Kreisligisten.

Wie dann der Ausgleich fiel, wunderte die wenigsten. Eine Kombination der eigentlich so spielstarken Gäste war es nämlich nicht. Auf dem Ascheplatz war die einfach kaum möglich. Stattdessen faustete SuS-Keeper Florian Kalinowski den eigenen Abwehrspieler an, von wo der Ball in Richtung Torlinie trudelte. Vangjel Frasheri drückte ihn über die Linie (37.).

Tolles Solo von Samy Mertens bringt Deuten in Führung

Auch das 2:1 war kein herausgespielter Treffer. Samy Mertens setzte zum Solo durch die Hervester Fünferkette an, dribbelte sich vor Kalinowski und schoss trocken zur Deutener Führung ein (70.).

Damit schien das Spiel entschieden, denn der SuS bekam den Ball lediglich durch seine Klärungsversuche über die Mittellinie − bis Garrido auf einmal frei vor Lehmkuhl stand. Doch weil der Deutener Keeper parierte und Nils Fabisiak noch der dritte Treffer gelang (89.), durfte Deuten den Mund abputzen und seine Pflichtaufgabe als erledigt ansehen.

„Pflicht erfüllt“ und „Hut gezogen“

„Wir haben unsere Pflicht erfüllt“, sagte RWD-Trainer Markus Falkenstein. SuS-Coach Roccaro war dagegen voll des Lobes für eine Elf: „Ich weiß nicht, wie viele Hüte ich vor meiner Elf ziehen soll.“

E. Erle - V. Heiden 1:3

Das Spiel unter der Woche barg Probleme für Eintracht Erle. „Wir mussten etwas umstellen, weil einige es berufsbedingt nicht frühzeitig geschafft haben“, sagte Erles Trainer Manuel Jakob. Erle hatte deswegen auch am Anfang mit einigen Problemen zu kämpfen. Die Eintracht kam nicht gut in das Spiel.

Nach 22 Minuten nutzte das Daniel Hennebach zur Führung für die Gäste. Nur drei Minuten später traf Benedikt Hussmann zum 2:0 für den Favoriten.

In der Halbzeit hat der neue Trainer der Erler einige Dinge angesprochen. Was ihm vor allem nicht gefiel, war, dass seine Elf körperlich nicht richtig da war. In der zweiten Halbzeit war sie es dafür umso mehr. Den Spielaufbau der Gäste störte die Eintracht früh, zwang Heiden, das von Michael Hellekamp trainiert wird, zu vielen langen Bällen.

Trotz weiterer Gegentreffer durch Nils Lütkenbohmert (67.) und Bernd Oenning (70.) war Jakob zufrieden. Den verdienten Ehrentreffer schoss Sebastian Kock (74.). Und Chancen für weitere Treffer hatte Erle ebenfalls noch.

SV Westerholt - Altendorf 5:0

Die Niederlage nahm Altendorfs Trainer Christian Martschat auf seine Kappe. „Ich wollte taktisch noch einmal was Neues ausprobieren“, sagte er, „gerade in der ersten Halbzeit ist das nicht aufgegangen.“ Der Trainer merkte aber auch an, dass sein Team zwar vieles nicht gut gemacht hätte, dafür aber auch vieles gar nicht schlecht gewesen war. Es war halt ein eher mittelmäßiges Spiel der Altendorfer.

„Das habe ich selten erlebt“

Dass der ambitionierte B-Kreisligist dann dermaßen unter die Räder geraten ist, lag vor allem an der Chancenverwertung der Gastgeber. „Das habe ich selten erlebt: Die haben fünf Mal auf das Tor geschossen − und alle fünf Male war der Ball drin“, so Martschat.

Gute Chancen hatten auch die Altendorfer. Doch Tim Kusch traf zweimal alleinstehend vor dem gegnerischen Keeper das Tor nicht und der SVA verschoss zudem einen Elfmeter. Dazu fiel vor allem das 0:3 zu einem ungünstigen Zeitpunkt (53.). „Da kamen wir gerade aus der Halbzeit, hatten gute Chancen und kassieren dann das Ding“, so Martschat. „Dass da die Motivation dann fehlt, ist klar.“

SuS Polsum - BVH 6:5 n.E (1:1)

Die Holsterhausener fanden über 90 Minuten keine Mittel gegen die robust auftretenden Polsumer. Immer wieder versuchte der A-Ligist sein Glück mit langen Bällen, die aber nur selten einen Abnehmer fanden. BVH-Trainer Arek Knura ärgerte sich: „Die Stimmung wurde von draußen angeheizt, und meine Spieler waren gegen die harten Polsumer zu lieb.“

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Die Gäste, bei denen mit Leo Lopez ein Feldspieler das Tor hütete, gerieten nach einer Ecke in der 30. Minute in Rückstand. Auch wenn der BVH mehr Ballbesitz hatte, sprangen kaum Chancen heraus. Erst zwei Minuten vor dem Ende staubte Bünyamin Orhan aus dem Gewühl zum 1:1 ab.

Gute Figur, aber kein Glück

Leo Lopez machte im Tor eine gute Figur, doch im Elfmeterschießen hatte er kein Glück. Während Polsum alle Versuche versenkte, scheiterte Nico Winter als zweiter BVH-Schütze am SuS-Torhüter. Viel schlimmer als die Niederlage sind für Knura zwei Verletzungen: „Ich hoffe, dass Simon Wilkes und Orhun Öztürk am Sonntag wieder fit sind.“

Testspiele Männer

Erler SV - SV Hardt 1:1

Hardts Trainer Martin Stroetzel muss jede Chance nutzen, um seinem Team Spielpraxis zu verschaffen. Nach dem Pokalspiel in Hoxfeld sah er gestern einen Gelsenkirchener Landesligisten, der in der ersten Halbzeit einige Vorteile hatte. So war die 1:0-Führung nach 13 Minuten durchaus verdient. „Wir hätten zur Pause auch 0:2 hinten liegen können,“ Stroetzel.

Im zweiten Durchgang war seine Mannschaft viel präsenter auf dem Platz. Lukas Diericks stabilisierte als Sechser nicht nur die Abwehr, sondern organisierte auch das Spiel nach vorne. So war der Ausgleich nur eine Frage der Zeit.

In der 65. Minute kam Jens Lensing über die rechte Seite, brachte den Ball vors Tor, und Hendrik Bromkamp beförderte den Ball am zweiten Pfosten über die Linie. Die Gäste hatten in der Endphase deutliche konditionelle Vorteile, ein weiteres Tor wollte ihnen aber nicht gelingen. Stroetzel sagte: „Ich war mit meinem Team zufrieden, und das 1:1 geht in Ordnung.“

TSV Raesfeld - GW Lankern 6:1

Gegen den B-Ligisten aus Hamminkeln zeigte die Elf von Trainer Christian Gabmaier ein gutes Spiel. Der Trainer freute sich: „Das hat dem Team gut getan, denn aufgrund der vielen Urlauber waren die Spiele bislang durchwachsen.“

„Immer für ein paar Tore gut“

Gabmaiers spielender Co-Trainer Mario Brockmann eröffnete den Torreigen (24.). Stepan Flück traf zum 2:0 und zwei Minuten später zum 3:0. Mit dem Pausenpfiff erhöhte Brockmann auf 4:0. Gabmaier: „Mario gibt der jungen Mannschaft Sicherheit und ist immer für ein paar Tore gut.“ Gegen Lankern waren es gleich drei, denn Brockmann traf auch zum 5:0. Nach dem 5:1 (63.) stellte Flück das Endergebnis her (69.).

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