Zu laut für den Nürburgring? Dorstener hat ein Déjà vu

dzMotorsport

Neue Saison, altes Problem – der Dorstener Oliver Sprungmann kämpfte beim Langstrecken-Rennen auf dem Nürburgring erneut mit der Lautstärke.

Dorsten

, 08.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das OVR Racing Team rund um den Dorstener Oliver Sprungmann und seinen Teamkollegen Ralph Caba hatte sich für die aktuelle Saison auf der Nordschleife des Nürburgrings viel vorgenommen. Dann kam Corona.

Test- und Einstellfahrten, die Läufe der Langstreckenserie – alles fiel der Pandemie zum Opfer. Umso mehr freuten sich Sprungmann und Co., als es mit der Saison doch noch los ging. Doch dann sahen sie schon nach wenigen Runden das, was kein Rennfahrer sehen will: die schwarze Flagge – ihr Team wurde disqualifiziert. Was war geschehen?

Anfang Juni hatte Oliver Sprungmann bei einem so genannten Trackday, also einem freien Fahren, seinen Ford Mustang GT „Bullitt“ noch einmal getestet. Dabei bemerkte er einen spürbaren Leistungsverlust im oberen Drehzahlbereich. „Auf dem schnellsten Streckenteil erreichten wir statt 260 nur noch einen Topspeed von knappen 254 km/h“, erzählt der Dorstener. Nähere Untersuchungen bei dem renommierten Mustangtuner Schropp in Mössingen ergaben, dass beide Katalysatoren durchgebrannt waren und dadurch das gesamte Abgassystem nicht mehr die optimale Leistung erbrachte. Nach dem Austausch der Komponenten fuhr man danach zuversichtlich zum Saisonauftakt der Nürburgring Langstrecken-Serie, der 51. Adenauer ADAC Rundstrecken Trophy.

“Bullitt“ zeigte sich von seiner besten Seite

Dort machte sich die Arbeit der Tuningschmiede auch direkt positiv bemerkbar. Im Training am Samstagmorgen zeigte sich der „Bullitt“ von seiner besten Seite. Sprungmann konnte nach der obligatorischen Eingewöhnungsrunde schon gleich darauf mit 9:34 min an die schnellen Zeiten des vergangenen Jahres anknüpfen. „Der Wagen hatte wieder Leistung satt und hing sofort voll am Gas“, freute sich Sprungmann. Doch dann das: Die Rennleitung monierte: „Ihr habt die zulässige Laut-stärkengrenze um zwei Dezibel überschritten“, und das Team hatte im Grunde keine Zeit mehr, große Umbauten vorzunehmen.

OVR Racing Team am Nürburgring

Zusätzlich Luftschlitze im Auspuff waren das einzige, was die Mechaniker des OVR Racing Teams unter Zeitdruck versuchen konnten, um das Lautstärken-Problem zu lösen. © Privat

Trotzdem versuchten die OVR-Mechaniker, zu retten, was zu retten ist, und flexten kurzerhand zusätzliche Luftschlitze in die Auspuffanlage, in der Hoffnung, so vielleicht die entscheidenden Dezibel zu verlieren.

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Der Start ins Rennen war anschließend verheißungsvoll. Von Position 73 des 140er-Feldes machte Oliver Sprungmann dank der Brachialgewalt seines von einem bärenstarken V8-Aggregats angetriebenen Boliden schon auf der Grand-Prix- Runde die ersten Plätze gut.

Doch nach drei Runden kam es dann knüppeldick. Durch einen kurzfristigen Ausfall der Bordsprechanlage verpasste Sprungmann die wichtige Teamdurchsage, die ihn wegen erneut zu starker Geräuschentwicklung in die Box zurück beordern wollte. So fuhr er nichts ahnend weiter und bekam bei der nächsten Durchfahrt auf Start und Ziel das von allen Rennfahrern am meisten gefürchtete schwarze Flaggensignal mit seiner Startnummer 109 gezeigt. Damit war er disqualifiziert und aus dem Rennen genommen.

“Das Geräuschproblem werden wir lösen“

Nach der ersten Enttäuschung nahm der Dorstener das frühzeitige Aus aber sportlich gelassen und sagte: „Wir haben trotz allem viel Positives gesehen. Der Speed stimmt, das Geräuschproblem werden wir lösen und beim zweiten Lauf dann erneut angreifen.“

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