So spielten BG Dorsten und BSV Wulfen am Sonntag

dzBasketball

Der zweite Teil des ersten Doppelspieltags der 1. Regionalliga brachte den Herren der BG Dorsten und des BSV Wulfen einen Sieg und eine Niederlage.

von Andreas Leistner, Ralf Weihrauch

Dorsten, Wulfen

, 22.09.2019, 20:41 Uhr / Lesedauer: 3 min

1. Regionalliga West

BSV - NEW El. Grevenbroich

73:70 (26:26)

Mit 4:2 Punkten steht der BSV Wulfen nach drei Spieltagen in der Liga sehr gut da. Der Sieg über die NEW Elephants aus Grevenbroich legte am Sonntag aber auch wieder die Schwachstellen des Aufsteigers offen.

Wie schon am Freitag in Herten mussten die Wulfener auch gegen die Elephants auf den grippekranken Hendrik Bellscheidt verzichten. Weil zudem Alexander Winck einen schwachen Tag erwischt hatte und ungewöhnlich viele Fehler produzierte, war schnell klar: Wulfen brauchte einen Bryant Allen und einen Michael Haucke in Topform, große Pausen würde Trainer Gary Johnson den beiden nicht geben können. Und Haucke und Allen lieferten.

In der Offensive waren sie quasi über 40 Minuten lang die Offensiv-Optionen eins und zwei des BSV. Danach kam lange nichts. Kamen Allen oder Haucke nicht in Wurfposition oder erst gar nicht an den Ball, dann wirkte das Wulfener Spiel oft unsicher.

Wichtige Unterstützung

Umso wichtiger waren natürlich die Korberfolge, die Jonas Kleinert oder Steffen Piechotta beisteuerten, und am Ende stand mit Nils Peters ein 19-jähriger Youngster im Fokus. Sein Dreier zum 70:67 war vermutlich der wichtigste Wulfener Korberfolg des Tages und brachte den BSV 50 Sekunden vor dem Ende auf die Siegesstraße zurück.

Es war die erste Wulfener Führung seit der 24. Minute. Da hatte es nach einer ersten Halbzeit voller Fehlversuche auf beiden Seiten gerade einmal 32:31 für Wulfen gestanden. Doch über erfolgreiche Dreier der beiden Ex-Wulfener Ryon Howard (19 Punkte, 5 Dreier) und Daniel Feldmann (15/4) hatte Grevenbroich sich bis zum Beginn des Schlussviertels auf 55:46 abgesetzt. Eine Führung, die angesichts der überschaubaren Offensivleistungen beider Teams fast schon nach Vorentscheidung roch.

Fans und Team wachten auf

Doch die Wulfener wachten, angetrieben von den nun ebenfalls lebhafter werdenden Fans, noch rechtzeitig auf. Dreier von Bryant Allen und Körbe von Steffen Piechotta und Michael Haucke brachten den BSV wieder auf 60:60 heran, und auch das 60:65 durch einen erneuten Howard-Dreier konterten die Gastgeber.

Nach Nils Peters‘ Dreier suchte Grevenbroich sein Heil ebenfalls aus der Distanz, doch Wulfen konnte diesen entscheidenden Angriff stoppen und sich den Rebound sichern. Die Elephants mussten zu Fouls greifen, um die Uhr zu stoppen. 14,6 Sekunden vor dem Ende traf Steffen Piechotta einen von zwei Freiwürfen zum 71:67. Die Entscheidung? Nein, denn Ryon Howard verkürzte 11,5 Sekunden vor der Schlusssirene auf 71:70.

Grevenbroich foulte natürlich erneut und schickte Alex Winck an die Freiwurflinie. Doch der ließ die schwache Partie schwache Partie sein und verwandelte sicher zum 73:70. Die BSV-Defense ließ anschließend keinen kontrollierten Gäste-Wurf mehr zu, und so retteten die Gastgeber unter dem Jubel der Fans den zweiten Saisonsieg ins Ziel.

BSV: Silic (o.E.), Winck (4), Landwehr (o.E.), Allen (30/3), Ajagbe, Terboven, Kleinert (9/1), Haucke (16, 13 Rebounds), Vadder, van Buer, Piechotta (5), Peters (9/1).

1. Regionalliga West

Bayer 04 Leverkusen II - BG

90:78 (47:42)

Franjo Lukenda hatte eine einfache Erklärung für die ersten Niederlage seiner Mannschaft. Bei der Reserve von Bayer Leverkusen hatten seine Spieler unter den Körben nichts zu bestellen.

Die Statistik spricht eine eindeutige Sprache. Die Leverkusener holten 48 Rebounds, die Dorstener nur 25. Diese 23 mehr gewonnen Zweikämpfe unter den Körben waren auch für eine Vielzahl zweiter Versuche der Gastgeber oder eben auch verhinderte Nachwürfe der Dorstener zuständig.

Talente aus der Ersten dabei

Leverkusen nutzte das Heimspiel, um mit Lennart Winter, mit 18 Punkten Top-Scorer, Dzemal Selimovic und Thomas Fankhausen drei Spieler aus dem Pro-A-Kader einzusetzen. Damit wurde die ohnehin körperlich starke Truppe noch robuster. Doch auch das hätte die BG Dorsten ausgleichen können ,wenn sie genau so intensiv gespielt hätte wie in den ersten beiden Partien. Da ärgerte sich Lukenda: „Der Spieltermin am Sonntagmittag und die kleine leere Halle hat mein Team wohl glauben lassen, wir wären auf einem Ausflug.“

Allerdings kamen die Gäste vor vielleicht 40 Zuschauern etwas besser ins Spiel, trafen die Dreier und führten 13:7 (6.) und 24:17 (8). Bayer kam zum Viertelende aber auf 24:22 heran. Auch im zweiten Spielabschnitt hatten die Dorstener immer wieder die Nase vorn, brachte sich durch Fehlwürfe aber in Schwierigkeiten. So glich Leverkusen von 32:26 auf 33:33 aus. Die BG setzte sich auf 38:33 ab (16.), doch mit einer 10:0-Serie eroberte Bayer die Führung, die die Gastgeber nicht mehr abgeben sollten.

Vielmehr bauten die Leverkusener nicht zuletzt wegen ihrer vielen Rebounds die Führung sukzessive aus. Die Gäste punkteten nicht mehr und sahen sich zum Ende des dritten Abschnitts einem 55:70 gegenüber.

“Dinge gemacht, die nicht abgesprochen waren“

Lukenda kritisierte nun, dass sich seine Mannschaft kaum noch an den Spielplan hielt: „Wir haben Dinge gemacht, die so nicht abgesprochen waren. Jeder meinte, er hätte die beste Idee, wie wir das Spiel drehen könnten.“ Von dieser Kritik nahm er ausdrücklich Nainoa Schmidt aus. Dem jungen Neuzugang attestierte der Coach eine sehr reife und fehlerfreie Leistung auf der Aufbauposition.

Das reichte aber auch nicht, um die Dorstener noch einmal in Schlagdistanz zu bringen. Im Gegenteil: Beim 60:80 sah es nach einer derben Pleite aus. Doch ganz so wild wurde es nicht, in der Endphase kamen die Dorstener sogar noch einmal auf 76:88 heran. Da war aber nur noch etwas mehr als eine Minute zu spielen.

Der BG-Trainer nahm die Niederlage sportlich, zumal die Leverkusener in den Heimspielen noch die eine oder andere Spitzenmannschaft in die Enge treiben werden. „Gegen Ibbenbüren wird es wieder ein ganz anderes Spiel.“

BG: Eromonsele (2), Sinnathamby (o.E.), Pelaj (12/4), Penders (11/3), von Quenaudon (o.E.), Schmidt (1), Köhler (4), Budde (4), Morlock, Pedroso (11), Pickett (28/2), Peters (5/1).

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