Schützenfest hat Vorfahrt? Nicht bei Blau-Weiß Wulfen

dzFußball

Aufregung in der Kreisliga A 1: Adler Weseke II wollte sein Spiel am kommenden Sonntag verlegen. Wegen des Weseker Schützenfestes. Doch Gegner Wulfen ließ sich nicht darauf ein.

Wulfen

, 14.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Ausgerechnet Blau-Weiß Wulfen. Als am 1. Juli beim Wulfener Schützenfest der neue König gesucht wurde, da waren vier von zehn Anwärtern Blau-Weiße. Neuer König wurde mit Carsten Mecking ein langjähriger Spieler der ersten Mannschaft; seine Königin: die Frau des 2. Vorsitzenden; seine Minister: Spieler und Vorstandsmitglieder des SC. Und dann lehnen die Wulfener die Anfrage von Adler Weseke II ab, die Partie am zweiten Spieltag wegen des Weseker Schützenfestes zu verlegen? Was war da los?

„Weseke hat zunächst bei unserem Vorstand angefragt“, erklärte Wulfens Trainer Daniel Schikora am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion. Dann sei die Bitte an ihn weitergeleitet worden. „Da ging es zunächst um den Samstag“, berichtet Schikora. Er fragte bei seinen Spielern nach. Ergebnis: Sieben Absagen, hauptsächlich wegen Schichtdiensten. „Da musste ich also ablehnen“, sagt Schikora.

Andere Termine, ähnliche Gründe

Daraufhin habe sich Murat Kizilyar, Wesekes Trainer, persönlich bei ihm gemeldet und nach dem Freitags-Termin gefragt. „Doch da“, so Schikora, „sah es ähnlich aus. Auf Leistungsträger wie Czapka, Ziegler oder Goroll wollte und konnte ich nicht verzichten. Einem solchen Nachteil kann ich als Trainer einfach nicht zustimmen.“

Der Mittwoch der kommenden Woche schied aus denselben Gründen aus, der Dienstag dieser Woche, weil die Wulfener dann mit Meisterschaft und Kreispokal drei Spiele in fünf Tagen vor der Brust gehabt hätten.

Absage am Sonntag

So blieb es beim „Nein“ aus Wulfen, und am vergangenen Sonntag setzten sich Vorstand und Spieler von Adler Weseke nach ihrer Partie gegen Reken zusammen und sondierten die Lage. „Ich hätte ja gerne gesagt, wir spielen“, erklärte Murat Kizilyar gegenüber unserer Redaktion: „Aber die Jungs sind fast alle in irgendeiner Funktion im Schützenverein aktiv. Wir bekamen einfach keine Mannschaft zusammen.“ Und deshalb sagten die Weseker die Partie am Sonntagnachmittag bei Staffelleiter Franz-Josef Humme ab − die Punkte gehen kampflos an Wulfen.

Regelung vor einigigen Jahren geändert

Bis vor einigen Jahren wäre es zu einer solchen Situation gar nicht gekommen. „Früher habe ich Spiele bei solchen Feiern von vornherein verlegt“, berichtet der Staffelleiter. „Doch als die Ligen vor drei, vier Jahren neu eingeteilt wurden und einige Vereine aus Marl dazu kamen, zeigten die wenig Verständnis dafür. Deshalb sind wir dazu übergegangen, dass die Vereine sich einigen sollen.“ Was meistens funktionierte. Nur diesmal nicht. „Und mit der Partie des SC Reken II gegen Marl-Hamm steht sogar noch eine Partie aus demselben Grund auf der Kippe“, weiß Franz-Josef Humme.

Ursprünglich zugesagt?

Bleibt noch der Vorwurf der Weseker, der Wulfener Vorstand habe auf dem Staffeltag im Juli in Recklinghausen auf die erste Anfrage auf Spielverlegung bereits eine verbindliche Zusage gegeben. „Das war nicht der Fall“, erklärte dazu Wulfens Geschäftsführer Sebastian Lorenz am Dienstag: „Ich war selber dort. Wir haben ganz klar gesagt, dass wir das mit unserem Trainer besprechen müssen. Ohne ihn kann ich doch so eine Zusage nicht geben.“

Verstehen kann Lorenz die Weseker Gemütslage aber nur zu gut − er ist einer der drei Minister, die neben König Carsten Mecking zur Wulfener Throngemeinschaft gehören. „Gott sei Dank“, sagt er, „ist unser eigenes Schützenfest immer in der fußballfreien Zeit.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt