Schermbecker Rennfahrer heizte allen hinterher - das Team muss warten

dzMotorsport

Der Schermbecker Rennfahrer Moritz Oberheim musste mit seinem Team beim vorletzten Lauf der VLN-Langstreckenserie gewinnen. Das Team war auch auf einem guten Weg – bis zum Schluss.

Dorsten

, 15.10.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Für den Schermbecker Rennfahrer Moritz Oberheim war es die letzte Chance. Der 51. ADAC-Barbarossapreis führte die Teilnehmer am vergangenen Samstag beim vorletzten Lauf der diesjährigen VLN-Langstreckenserie auf der Nordschleife über die Distanz von vier Stunden. Und die Zeichen standen gut, denn mit strahlendem Sonnenschein und kühlen Temperaturen herrschten auch für den Schermbecker Moritz Oberheim fast ideale Rennbedingungen. „Um weiter Chancen auf die Meisterschaft zu haben, müssen wir heute die Klasse gewinnen“, sagte er vor dem Rennen. Doch es sollte anders laufen.

Startaufstellung versprach spektakuläres Rennen

Schon das Qualifying bereitete Probleme am Samstagmorgen. Erstmalig stand in der Saison nur die neunte Startposition im „BMW 240i Racing Cup“ auf der Anzeige. Grund dafür waren zwei längere „Code 60“-Phasen, in denen keine schnellen Rundenzeiten möglich waren. Ein ähnliches Schicksal ereilte auch die beiden Hauptkonkurrenten und so versprach schon die Startaufstellung ein spektakuläres Rennen.

Allerdings kam es in der Startrunde zu einem Unfall, in den gleich drei Fahrzeuge der ersten Startgruppe verwickelt waren. Aus Sicherheitsgründen wurde das Rennen sofort mit der roten Flagge abgebrochen. Bei dem eine Stunde später angesetzten Neustart zeigten die Spitzenteams dann aber ihr ganzes Können. Oberheims Teamkollege Sindre Setsaas ließ den „AVIA BMW M240i Racing Cup“ richtig fliegen, griff schon in den ersten Kurven die vor ihm liegenden Gegner an und konnte sich im ersten Stint nach sauberen Überholmanövern sogar in Schlagdistanz zu den Cup-Führenden bringen.

Oberheim heizte allen hinterher

Er übergab nach sieben Runden auf Platz drei an Oberheim. Und auch der ließ sich nicht lange bitten und hetzte sofort dem enteilten Feld hinterher. Dabei nutzte er unterwegs jede sich bietende Angriffsmöglichkeit konsequent aus, überholte im Streckenbereich „Hatzenbach“ den bis dahin auf Rang zwei liegenden „Scheid BMW“ und lag am Ende seiner zweiten Runde schon wieder in Kontakt zur Spitze.

Doch das war nur der Auftakt zu dem nun folgenden, atemberaubenden Schlagabtausch. Um 15.05 Uhr Rennzeit betrug sein Abstand auf die Führenden im CUP5, #650 Fübrich/Griessner, nur noch 0,2 Sekunden. Formatfüllend im Heck des Gegners lauerte Oberheim die nächste Runde auf einen Fehler des Gegners und übernahm auf dem schnellsten Teilstück der „Döttinger Höhe“ erneut die Initiative.

„Das ist das Los des Führenden, der im Gegenwind fährt und dadurch zwangsläufig dem dahinter liegenden immer wieder Windschatten gibt.“
Moritz Oberheim, Schermbecker Rennfahrer

Er setzte sich neben den Konkurrenten und beide jagten mit absolutem Topspeed in einem beinharten, aber immer fairen „Tür-an-Tür-Duell“ über die lange Gerade. Und hier gelang Oberheim erneut einer seiner spektakulären Überholmanöver. Er nutzte im Bereich „Antoniusbuche“ einen so von ihm dort erwarteten zusätzlichen „Hauch“ seitlichen Windschattens für das finale Überholmanöver. Und so spektakulär ging es dann über die nächsten Runden weiter. Die Führung wechselte praktisch im Rundentakt und Oberheim erklärte später: „Das ist das Los des Führenden, der im Gegenwind fährt und dadurch zwangsläufig dem dahinter liegenden immer wieder Windschatten gibt.“

Dieser gnadenlosen Hetzjagd musste Oberheim dann aber in seiner letzten Runde Tribut zollen. Bereits am „Wippermann“ hatte er erste Aussetzer und musste im „Brünnchen“ wegen Spritmangel ausrollen. Doch nach dem obligatorischen Neustart zog die Pumpe aus den Tiefen des Tanks noch eine letzte Spritreserve und Oberheim brachte seinen Boliden – zwar mit etwas Rückstand – doch noch zurück in die rettende Box, wo ihn Teamkollege Inge Hanseatre bereits ungeduldig erwartete.

Schermbecker Rennfahrer heizte allen hinterher - das Team muss warten

Der Schermbecker Rennfahrer (l.) suchte nach Gründen. © Privat

Auch Hanseatre reihte sich nahtlos in die überzeugende Leistung des „AVIA Sorg Rennsport Teams“ ein. Es gelang ihm, im „Yokohama S“ erneut Platz zwei zu übernehmen. Oberheim, der in der Box mitfieberte, sagte: „Zwischen Platz neun und zwei hätten alle heute den Sieg verdient gehabt.

Die Ereignisse überschlugen sich – ungeduldiges Warten

Doch kurz danach überschlugen sich die Ereignisse. Um Platz zwei zu sichern, holte das „Avia Sorg Rennsport Team“ Hanseatre in der nächsten Runde zu einem letzten „Splash and dash“ (verkürzter Tankstop) zurück in die Box. Doch diese Strategie ging nicht auf. Hanseatre rollte in seiner letzten Runde ohne Treibstoff aus, wurde von einem Fahrzeug der Sicherheitsstaffel an den „Haken“ genommen und bis kurz vor die Ziellinie geschleppt, die er dann doch noch aus eigener Kraft überqueren konnte.

Am Ende stand die Startnummer #695 mit „Did not finnish“ (DNF) in der Ergebnisliste. Das Team wartet aber aktuell noch auf die offizielle Begründung der Rennleitung für den Wertungssausschluss, um danach über das das weitere Vorgehen zu entscheiden.

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