Mit Markus Falkenstein und Marek Swiatkowski übernimmt erstmals ein Trainer-Duo bei RW Deuten. Auf die beiden wartet mit der Westfalenliga eine große Herausforderung.

Deuten

, 31.07.2020, 06:55 Uhr / Lesedauer: 4 min

Als Trainer-Duo übernehmen Markus Falkenstein und Marek Swiatkowski zusammen den Fußball-Westfalenligisten RW Deuten. Im großen Antrittsinterview erklären sie ihre Art Fußball spielen zu lassen und wie die Arbeitsaufteilung zwischen ihnen aussehen soll.

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Markus Falkenstein, Marek Swiatkowski, wie groß ist die Vorfreude, nach so langer Zeit endlich starten zu können?

Falkenstein: Das wurde Zeit. Es war eine unendlich lange Zeit. Wir sind richtig heiß. Die Jungs auch, sie durften ja schon zwei Wochen laufen. Die werden sich freuen, jetzt endlich wieder gegen den Ball treten zu können. Wir haben jetzt endlich wieder ein Ziel vor Augen. Zum Ende hin war es eine Katastrophe.

Swiatkowski: Ohne den Fußball war das eine trostlose Zeit. Für mich ist es doppelt schön. Ich freue mich auf einen neuen Weg. Zudem bin ich sehr gespannt auf die neue Aufgabe mit der Westfalenliga. Das gibt einem noch mehr Motivation. Ich bin sehr froh, dass es wieder losgeht.

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Markus, Du sprachst an, dass das Team bereits Laufpläne hatte. Wie sahen die Pläne aus?

Falkenstein: Marek hat die Pläne erarbeitet. 14 Tage mussten die Jungs jeden Tag Athletik-Training und Kräftigungsübungen machen. Jeden zweiten Tag kam eine Laufeinheit dazu. Die ersten Laufeinheiten waren zum Thema Grundlagenausdauer. Bei einem Puls von 120 bis 140 sollten sie 40 Minuten laufen. Mit jedem weiteren Lauf kamen fünf Minuten dazu. Die letzten Einheiten beinhalteten zudem Intervallläufe.

„Wir wollen nicht philosophieren, sondern Fußball spielen.“
Marek Swiatkowski

Also sollten die Jungs jetzt einigermaßen fit sein im besten Fall...

Swiatkowski: Genau. Das war dafür da, damit die Jungs schon ein bisschen vorbereitet sind. Dann müssen wir die Grundlagenausdauer nicht mehr im Training trainieren.

Welche Schwerpunkte wollt Ihr in der Vorbereitung setzen?

Falkenstein: Die Mannschaft ist im Wesentlichen zusammen geblieben, wir haben nur wenige Neue dazubekommen. Wollen unsere Philosophie rüberbringen. Es wird darauf ankommen, neben der Fitness, dass der Kopf mitspielt. Dabei geht es um das Umschaltspiel, gemeinsames, schnelles Spielen, verschiedene Situationen erkennen und für diese Lösungen finden.

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Wie soll Eure Spielphilosphie in der kommenden Saison aussehen?

Swiatkowski: Spielphilosophie ist immer so ein Wort. Wir wollen nicht philosophieren, sondern Fußball spielen. Spielidee würde ich eher sagen. Wir wollen uns den Gegner vorbereiten und dann im richtigen Moment zuschlagen. Wir wollen in jeder Situation im Stande sein, das Spiel zu beruhigen oder zu beschleunigen. Dafür brauchen wir viel Ballgefühl. Die Jungs müssen sich ständig bewegen und anspielbar sein. Uns ist wichtig, dass wir uns nicht brav hinten in die Ecke stellen und warten, bis der Gegner ein Tor schießt, sondern wir wollen agieren. Zu 80, 90 Prozent trägt das Früchte.

„Die Mannschaft hat zudem in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit viel erreichen kann.“
Markus Falkenstein

Markus, Du sagtest, es geht auch darum, die Entscheidungfindung zu trainieren. Dazu gehört auch, wie Du schon sagtest, beim Umschaltspiel wach zu sein, zu wissen, wann ich beschleunige oder Tempo rausnehme. Also mit dem Ball die richtigen Entscheidungen zu treffen: Wie wollt Ihr das trainieren?

Falkenstein: Da gibt unterschiedlichste Spielformen. Die werden den Kernstück unserer Trainingsarbeit darstellen in der gesamten Vorbereitung. Wir werden unterschiedlichste Trainingsvarianten einbauen. Anders geht es nicht.

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Die Mannschaft kennst Du ja bereits etwas länger, Markus: Welche Schwächen wollt Ihr beheben?

Falkenstein: So konkret würde ich da nicht drauf eingehen wollen. Da wir eine junge Mannschaft haben, sind wir natürlich noch sehr unerfahren. Das kann zwar auch eine Stärke sein, aber da wollen wir uns verbessern. Das Schöne an der Mannschaft ist, dass sie viel Potenzial hat, noch sehr jung und willig ist, zu lernen. Da wollen wir die Entwicklung vorantreiben.

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Jetzt geht‘s eine Liga höher in die Westfalenliga. Es können auch mal schlechtere Phasen kommen. Habt Ihr da auch mal vor, von Eurem agierenden Fußball abzurücken? Oder würdet ihr eure Spielidee durchziehen wollen, damit die Entwicklung an erster Stelle steht anstatt das Ergebnis?

Swiatkowski: Wir wollen den Jungs nicht nur die eine Ausrichtung mit auf den Weg geben, sondern uns breiter aufstellen können. Wir wollen nicht nur Plan A haben, sondern auch Plan B und Plan C. Auch wenn wir nach vorne spielen und agieren wollen, müssen wir uns in einem Spiel auch mal zurückziehen können, um den Gegner zu locken. Allgemein ist es ein Vorteil, dass wir eine junge Truppe haben, die auch bereit ist, Wege zu gehen. Das wollen wir ausnutzen, um den Gegner auch mal zu verwirren. Wir werden den Fußball nicht neu erfinden, aber ein paar Sachen verändern und optimieren. Es wird aber keine Drehung um 360 Grad geben.

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Warum seid Ihr der Meinung, könnt Ihr mit dieser Mannschaft in der Westfalenliga bestehen?

Falkenstein: Wie ich schon sagte: Das Potenzial dieser Mannschaft ist definitiv da. Davon sind wir zu 100 Prozent überzeugt. Wir müssen die PS nun auf den Platz bekommen. Die Westfalenliga ist sehr, sehr schwer und es werden sicherlich auch mal Phasen kommen, die nicht so gut sind. Aber detailliert haben wir uns darüber noch keine Gedanken gemacht. Das Entscheidende ist, dass die Qualität da ist. Die Mannschaft hat zudem in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit viel erreichen kann. Das ist ein ganz großes Plus, dieses Kollektiv und der Zusammenhalt.

Mal zu euch beiden: Ihr sollt als Trainer-Duo agieren. Hat wer etwas mehr zu sagen oder agiert Ihr auf Augenhöhe?

Falkenstein: Wir sind auf einer Linie. Sollte es wirklich mal so sein, dass wir uns beide nicht einigen können, liegt die letzte Entscheidung bei mir. Einer muss die ja treffen. Aber wir agieren auf Augenhöhe. Und Marek mit seinen Erfahrungen, ich mit meinen: Wenn wir die in einen Topf werfen, dann sollte was Gutes bei rum kommen.

Swiatkowski: Wir werden uns am Platz die Arbeit teilen. Wir werden auch mal im Training wechseln, dass jeder sein Programm durchzieht. Der andere wird dann aber auch seine Ideen dabei reinbringen sollen. Den Jungs wird so ein breites Feld an Wissen zur Verfügung gestellt.

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Was sind Stärken oder Schwächen des jeweils anderen, die Ihr ausgleichen könnte?

Falkenstein: Wir haben uns lange Zeit aus den Augen verloren. Bei Marek schätze ich aber die Kompetenz, dass er den Fußball lebt, die Leidenschaft, mit der er dabei ist. Schwächen habe ich keine erkannt (lacht).

Swiatkowski: Ich denke, wir ticken, was Fußball angeht, gleich. Unsere Philosophie ist ähnlich. Wir wollen Fußball spielen mit Ballbesitz, das Spiel in unsere Hände nehmen und steuern und uns nicht verkriechen. Nur so kann man die Spieler besser machen. Das ist am Ende unser Ziel, dass die Spieler und die Mannschaft besser werden und der Verein so noch mal attraktiver wird.

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