Dorstener radelte zum Gardasee

dzRadsport

Von Freiburg zum Gardasee? Da wäre die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wohl geflogen. Der Dorstener Hendrik Epping hat die Strecke mit dem Rad zurückgelegt.

Dorsten

, 09.09.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tour de France mag gerade durch Frankreich rollen. Doch nachdem Corona ausbrach, saß Otto-Normal-Radsportler in Sachen Wettkämpfe erst einmal auf dem Trockenen. Also was tun? Hendrik Epping vom RSC Dorsten bewies Köpfchen. Der gebürtige Dorstener, der mittlerweile in Freiburg studiert, suchte sich neue Herausforderungen.

Everesting hieß die erste. Dabei suchten sich der 23-Jährige und sein Trainingspartner Adrian Horchler eine Strecke mit 8848 Höhenmetern, also der Höhe des höchsten Berges der Erde. Jetzt ging es nicht um Höhe, sondern um Entfernung. „Warum“, so fragten sich die beiden Radsportler, „fahren wir nicht mal eben zum See?“ Allerdings nicht zum Bodensee, was von Freiburg aus eigentlich naheliegend gewesen wäre. Nein, Epping und Horchler radelten mal eben zum Gardasee.

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“Ursprünglich wollten wir ja nur bis Italien, bis zum Reschenpass“, erzählt Hendrik Epping. Doch dann entwickelte sich daraus schnell die Idee, noch 200 Kilometer weiter zu fahren nach Riva del Garda. Allerdings nicht einfach so. Unter 24 Stunden sollte das Ganze dauern. Ein bisschen sportlicher Anreiz muss ja sein bei einer Strecke von 550 Kilometern und rund 6300 Höhenmetern.

Und so machten sich die beiden Radsportler morgens um 4 auf den Weg. Nach den Erfahrungen des Everestings hatten sie diesmal Licht an ihren Rädern und auch ein Begleitfahrzeug dabei. Quer durch den Schwarzwald ging es zunächst nach Winterthur, von dort zum Zürichsee und nach Davos und hinauf zum Flüelapass. Über Scuol und den Reschenpass ging es von dort aus nach Südtirol.

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“Wir hatten Glück“, berichtet Hendrik Epping: „Als es heiß wurde, waren wir schon auf einer Höhe von 2000 Metern. Da konnte man es besser aushalten.“ Trotzdem verlangten die Gebirgspässe den zwei Seefahrern einiges ab. „Es war gut, dass die Pässe ungefähr auf der Mitte der Strecke lagen“, sagt Epping: „Danach ging es 200 Kilometer lang relativ flach durch Südtirol.“

Und zwar nach Meran, Bozen, Trento und schließlich nach Riva del Garda. Nach 23 Stunden und sieben Minuten kamen Epping und Horchler dort an. Die anvisierte 24-Stunden-Grenze hatten sie also klar unterboten und durften sich erst einmal zufrieden ausruhen. Der rechte Blick für die Schönheit des Seepanoramas fehlte nachts um 3 allerdings auch.

Was kommt als Nächstes?

Am nächsten Tag ging‘s dann zurück nach Freiburg. Im Begleitfahrzeug, das hatten sich die beiden Sportler verdient. Auf dem Weg zurück wurden dann wahrscheinlich schon die Pläne für die nächsten Touren geschmiedet. Mount Everest und Gardasee sind abgehakt – was kann jetzt noch kommen? Nun, Hendrik Epping und Adrian Horchler wird ganz sicher etwas einfallen.

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