Zwölf Minuten entscheiden das Schermbeck-Spiel

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Der SV Schermbeck hat sich nach dem Spiel beim Tabellenzweiten der Oberliga geärgert. Der SV Hardt war gegen Altenberge erschreckend schwach und RW Deuten Heidens Viktoria klar überlegen.

von Ralf Weihrauch, Niklas Berkel

Schermbeck, Dorsten

, 10.11.2019, 20:37 Uhr / Lesedauer: 4 min

Oberliga Westfalen

RW Ahlen - SV Schermbeck

3:1 (3:1)

Innerhalb von zwölf Minuten hat der SV Schermbeck das Spiel beim Tabellenzweiten RW Ahlen verloren. Die drei Treffer vor der Pause stellten den Spielverlauf auf den Kopf. Die Schermbecker haben die Spielvorgabe ihres Trainers Thomas Falkowski sehr gut umgesetzt. Sie störten die Ahlener schon früh bei der Ballannahme und kamen durch gewonnene Zweikämpfe immer wieder in Ballbesitz. Daher war die Führung nach 16 Minuten auch mehr als verdient. Lukas Steinrötter köpfte den Ball nach einer Ecke Kilian Niewerths zum 1:0 über die Linie. Kurz darauf tauchte Niewerth nach Zuspiel Dominik Milaszewski frei vor dem Ahlener Tor auf, ließ aber das 2:0 liegen.

Von Ahlen war lange nichts zu sehen, doch dann machte der Tabellenzweite aus drei Chancen drei Tore. Luca Steinfeldt köpfte nach einer Ecke den Ausgleich (33.). Ein Ballverlust im Mittelfeld führte nur fünf Minuten später zur Ahlener Führung durch Timon Schmitz. Mit dem Pausenpfiff erhöhte Sebastian Mai auf 3:1.

Trainer Thomas Falkowski ärgerte sich über diese unvorhersehbare Wende: „In Wiedenbrück und Meinerzhagen waren wir ohne Chance, aus Ahlen hätten wir einen Punkt mitbringen können.“

Die Schermbecker agierten im zweiten Durchgang wieder auf Augenhöhe, und Chancen gab es auf beiden Seite. SVS-Schlussmann Cedric Drobe verhinderte zweimal mit Glanzparaden einen vierten Ahlener Treffer. Auf der anderen Seite hätten sowohl der eingewechselte Dominik Hanemann als auch Dominik Milaszewski auf 2:3 verkürzen können. In der Tabelle hatte die Niederlage keine dramatischen Folgen, und mit einem Sieg gegen Schlusslicht Hamm am Sonntag käme alles wieder ins Lot.

SVS: Drobe, Niehoff (73. Gerner), Klimczok (77. Göbel), Zugcic, Milaszewski, Jacoby (46. Miles Grumann), , Malte Grumann (46. Hanemann), Hodzic, Poch, Steinrötter, Niewerth.

Tore: 0:1 Steinrötter (16.), 1:1 Steinfeldt (33.), 2:1 Schmitz (38.), 3:1 Mai (45.)

Landesliga 4

RW Deuten - Viktoria Heiden

5:0 (3:0)

„Klar, wenn du mit 5:0 gewinnst, kannst du erst einmal nicht viel meckern“, sagte Deutens Trainer Frye nach dem Abpfiff. „Doch spielerisch haben wir schon bessere Leistungen gezeigt.“ Der Trainer nannte vor allem die Spielanlage, Abstände und die Kompakheit sowohl mit als auch gegen den Ball als Kritikpunkte.

Warum die Deutener trotzdem hoch gewannen, hatte vor allem einen Grund. Und der hieß Viktoria Heiden. Die Gäste kamen zwar in der ersten Halbzeit nach ein, zwei Deutener Nachlässigkeiten auch mal gefährlich vor das Deutener Tor. Im Endeffekt machte Heiden aber zu viele Fehler, um dem Aufsteiger über das gesamte Spiel gesehen gefährlich zu werden.

Die erste Chance gehörte allerdings den Gästen. Nach einem Solo über die linke Seite eines Heideners rettete erst der Deutener Innenpfosten, dann ging der Nachschuss aus zweiter Reihe knapp über das Tor. Mit der ersten gelungenen Aktion der Gastgeber ging dann aber Deuten in Führung. Einen starken Diagonalball nahm Moritz Noetzel mit vor das Heidener Tor. Corbin Drobe im Tor der Gäste zögerte einen Moment zu lange, parierte aber dennoch. Gegen den Nachschuss von Arthur Fell war er dann aber chancenlos (11.).

Spiel war früh entschieden

Fell war es auch, der 13 Minuten später erhöhte. Nach Ballgewinn im Mittelfeld ging es schnell und im Eins-gegen-Eins gegen Drobe blieb der Stürmer cool. Das 3:0 durch Thomas Swiatkowski (34.) gehörte in die Kategorie Pleiten, Pech und Pannen − aus Heidener Sicht. Swiatkowskis harmloser, halbhoher Schuss glitt Drobe durch die Hände.

Nach der Halbzeit verletzte sich Deutens Torhüter Marvin Radüchel, der in der ersten Halbzeit eine Eins-gegen-Eins-Situation direkt nach dem 1:0 stark entschärfte. Für ihn kam Pascal Lehm-kuhl. Er sah, wie sein Innenverteidiger Dennis Hubert den Ball nach einer Ecke in die Maschen wuchtete (75.). Und eine Minute später verloren die Gäste in der Viererkette den Ball, Lukas Nolte bedankte sich mit dem Tor zum Endstand.

RWD: Radüchel (50. Lehmkuhl), E. Fell, Hubert, T. Goeke, J. Goeke, Swiatkowski (83. Mueller), Noetzel (68. Nolte), A. Fell (76. Arifaj), Fabisiak, Frasheri, Falkenstein

Tore: 1:0, 2:0 A. Fell (11., 24.), 3:0 Swiatkowski (34.), 4:0 Hubert (75.), 5:0 Nolte (76.)

Landesliga 4

SV Hardt - TuS Altenberge

0:3 (0:2:)

Das hat nicht viel mit Landesliga-Fußball zu tun gehabt, was der SV Hardt am Sonntag ablieferte. Nach dem 0:3 gegen Altenberge steht die Stroetzel-Elf weiter auf einem Abstiegsplatz.

Den Hardtern fehlten acht Spieler, und das kann Martin Stroetzel nicht kompensieren. Der Mannschaft fehlte in der ersten Halbzeit jegliche Qualität, um in der Liga mitzuhalten. Vielmehr konnte man über weite Strecken den Eindruck gewinnen, Altenberge sei eine Spitzenmannschaft, dabei war der Gast vor dem Match punktgleich mit den Hardtern.

Die Hardter Defensive war in den ersten 45 Minuten sehr leicht auszuspielen. Meist kam Altenberge über die Flügel vor das Hardter Tor und erspielte sich zahlreich Chancen. Hinzu kamen Hardter Stellungsfehler, wie beim 0:1 durch Kevin Behn, der zwischen zwei Verteidigern an den Ball kam und frei vor dem Tor auftauchte (10.).

Zur Ehrenrettung der Hardter Defensiv-Spieler muss allerdings gesagt werden, dass sie keine Entlastung bekamen. Im Spielaufbau gingen die Bälle schon frühzeitig verloren. Zudem war das Zweikampfverhalten im Mittelfeld mangelhaft.

Da konnten die Hardter von Glück sagen, dass die Altenberger sehr schludrig mit ihren Chancen umgingen. Der TuS vergab drei Hochkaräter, bevor Tim Wellers in der 29. Minute aus spitzem Winkel die erste Hardter Torchance hatte. Zu allem Überfluss versagte der Unparteiische den Gastgebern einen klaren Foulelfmeter. Alex Brefort hatte freie Bahn in Richtung Tor, als ihm Timo Gausling von hinten in die Hacken lief und ihn zu Fall brachte. (32.). Stattdessen gelang den Gästen drei Minuten vor der Pause das 0:2. Kevin Behn hatte auf links freie Bahn, und passte nach innen zum Torschützen Jannick Hagedorn.

Mit dem Beginn der zweiten Halbzeit kam auch Leben in die Hardter Mannschaft. Die Gastgeber griffen nun früher an, und kamen nach gewonnenen Zweikämpfen in Ballbesitz. Allein es fehlte eine erkennbare Spielidee, wie der Ball ins gegnerische Tor sollte. Die besseren Torchancen hatten weiterhin die Gäste. Die machten in der 66. Minute auch den Sack zu. Nach einer Ecke stand Felix Kemper völlig frei und erzielte volley das dritte Tor.

Die Hardter wollten sich aber nicht aufgeben. Leon Einhaus beförderte den Ball aus spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbei. Auch Tim Wellers vergab die Chance zum Ehrentreffer.

Hardt: Schröder, Lensing, Wellers, Attris, Haarmann, Scheuch, Heitbreder, Brefort (46. Braun), Königshausen (61. Einhaus), Beisenbusch (61. Sasse),Bromkamp (77. Winkler).

Tore: 0:1 Behn (10.), 0:2 Hagedorn (42.), 0:3 Kemper (66.).

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