Neuzugänge des SV Schermbeck stachen - genau wie die neuen Regeln

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Es war ein Spiel randvoll mit Emotionen. Warum er allerdings beim 3:3 gegen Westfalia Herne die Gelbe Karte sah, wusste Schermbecks Trainer Thomas Falkowski wirklich nicht.

Schermbeck

, 13.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Es lief die 87. Minute. Gerade hatte Gökhan Turan den SVS gegen Herne zum dritten Mal in Führung gebracht. Das musste doch nun die Entscheidung sein, und dementsprechend groß war der Schermbecker Jubel. Auswechselspieler, Trainer, die ganze Schermbecker Bank stürmte auf den Platz − und auf dem Rückweg machte Thomas Falkowski dann Bekanntschaft mit einer neu eingeführten Regel: Er sah die Gelbe Karte.

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Wofür? „Das wissen Sie schon selber“, sagte Schiedsrichter Marcel Benkhoff Falkowski auf dessen Nachfrage. „Wusste ich aber nicht“, erklärte der Schermbecker Coach am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch Falkowski hatte eine Vermutung: „Wahrscheinlich war es dem Linienrichter einfach zuviel geworden. Er lief ja die ganze Zeit vor unserer Bank auf und ab und er hat uns ermahnt, nicht mehr auf den Platz zu laufen. Beim 3:2 hat er dann den Schiedsrichter informiert, und der wollte wohl in der Schlussphase Ruhe haben.“

Böse war Falkowski dem Linienrichter aber nicht: „Das war eigentlich ´n töften. Wir haben uns ja viel unterhalten.“

Freundschaftliches Verhältnis zu Knappmann

Freundschaftlich ging es nach dem Schlusspfiff der dramatischen Partie auch zwischen Falkowski und seinem Herner Trainerkollegen Christian Knappmann zu. „Es kommt nicht jeder mit seiner Art klar, aber wir haben ein gutes Verhältnis“, meinte der SVS-Coach. Dass Knappmann nach dem Herner 1:1 in seine Richtung beide Fäuste geballt und ihm eine Kusshand zugeworfen habe, gehöre einfach dazu: „Da sind eben Emotionen mit im Spiel. Das gehört dazu.“ Dass Knappmann mindestens ebenso oft auf den Platz stürmte wie er und trotzdem ohne Gelb davon kam, spielte für Thomas Falkowski keine Rolle.

Neuzugänge des SV Schermbeck stachen - genau wie die neuen Regeln

Thomas Falkowski und sein Herner Trainerkollege Christian Knappmann umarmten sich nach Spielende herzlich. © Andreas Leistner

Viel wichtiger war ihm, dass seine Mannschaft − und vor allem die Neuzugänge − im ersten Saisonspiel eine starke Leistung gezeigt hatte. Der Schermbecker Trainer hatte in der Startformation zum Beispiel auf Nikolaj Zugcic verzichtet, der erst einen Tag vor dem Spiel aus dem Urlaub zurückgekehrt war. Er schenkte in der Innenverteidigung dem jungen Lukas Steinrötter das Vertrauen, und der spielte dort, als sei er schon seit Jahr und Tag in der Oberliga zuhause.

Özkara und Hanemann wirbelten

Vorne wirbelten unterdessen zwei weitere Neuzugänge. Bilal Can Özkara, zusammen mit Steinrötter aus der A-Jugend des MSV Duisburg nach Schermbeck gekommen, war mit seinen Dribblings und Finten ein ständiger Unruheherd für die Herner Verteidigung. Nicht von ungefähr holte er den Elfmeter zur 1:0-Führung des SVS heraus.

Neuzugänge des SV Schermbeck stachen - genau wie die neuen Regeln

Bilal Can Özkara (l.) holte den Elfmeter zum Schermbecker 1:0 heraus. © Joachim Lücke

„Bilal ist auf einem sehr guten Weg“, sagte Thomas Falkowski, der den jungen Spieler bei dessen Auswechselung nach 75 Minuten herzlich an sich drückte. „Wenn er so weiter macht, kann er noch viel erreichen“, prophezeite der SVS-Trainer, mahnte aber auch zum Augenmaß: „Gerade weil Bilal so jung ist, dürfen wir jetzt auch nicht überpacen und ihn verheizen. Aber da passen wir schon auf.“

Äußerst angetan war Thomas Falkowski auch von Dominik Hanemann, mit 23 Jahren nicht viel älter als Özkara und Steinrötter: „Er hat gegen Herne unglaubliche Wege gemacht. Auch er ist noch jung und noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung“, lobte der Schermbecker Trainer. Hanemann entlastete mit seinem Laufpensum spürbar seinen Namensvetter Dominik Milaszewski, und sein Kopfballtreffer zum 2:1 war alles andere als ein Zufallsprodukt.

Habitz strahlt Optimismus aus

Zuguterletzt gab es am Rande des Spiels auch noch gute Nachrichten von Maik Habitz. Nach seinem Kreuzbandriss tauscht er die starre Beinschiene Ende der Woche gegen eine bewegliche aus und kann so wieder selbst Auto fahren. „So kann ich dann mit der Reha im Injoy beginnen. Man muss immer das Positive sehen. Es geht bergauf“, verbreitete der 24-Jährige Optimismus.

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