Neu-Trainer Martin Stroetzel will den SV Dorsten-Hardt aus dem Tabellenkeller führen

dzFußball: Landesliga

Um die Klasse noch zu halten, trennte sich der Landesligist von seinem langjährigen Trainer Marc Wischerhoff. Der neue Trainer Martin Stroetzel will nun „an einigen Stellschrauben drehen“.

Hardt

, 08.01.2019 / Lesedauer: 4 min

Seit 2012 war Marc Wischerhoff Trainer des SV Dorsten-Hardt. Nach nur zwölf Punkten aus 17 Partien und dem vorletzten Tabellenplatz in der Landesliga ist nun jedoch Schluss. Überraschend kam die Trennung im neuen Jahr nicht wirklich für Wischerhoff. Er habe schon während der Saison, in der die Hardter erst ein einziges mal dreifach punkten konnten, öfter mit dem Vorstand über die sportliche Situation gesprochen, erzählt er. „Die sportliche Situation hat dem Vorstand nicht viel Spielraum gelassen.“ Als Trainer sei er nun mal für die sportliche Situation verantwortlich.

Einzig der Zeitpunkt der Trennung habe den langjährigen Trainer dann doch etwas überrascht, denn diese fand am vergangenen Montag statt. Abends stand für Wischerhoff, der schon seit 2007 die erste Mannschaft als Co-Trainer betreute, eigentlich die erste Trainingseinheit des Jahres an. Die übernahm dann aber schon Martin Stroetzel, der die Hardter nun aus dem Tabellenkeller holen und vor dem Abstieg retten soll. Dass die Mannschaft auch in der kommenden Saison in der Landesliga spielen werde, da ist sich Marc Wischerhoff sicher. Er sei überzeugt davon, dass das Team „die Klasse halten“ werde.

Beim SuS Stadtlohn „zur falschen Zeit am falschen Ort“

„Wir müssen sehen, dass wir aus der Situation herauskommen“, erklärt der neue Trainer Martin Stroetzel. Die Mannschaft werde „hart daran arbeiten“ müssen, um aus den untersten Tabellenregionen herauszukommen. Doch genauso wie sein Vorgänger ist auch er sich sicher, dass das Team stark genug ist, um die Klasse zu halten: „Der Kader hat Landesliga-Niveau.“ In der Hinrunde habe die Mannschaft eben auch viel Pech gehabt, vor allem mit Verletzungen.

Neu-Trainer Martin Stroetzel will den SV Dorsten-Hardt aus dem Tabellenkeller führen

Zuvor war Martin Stroetzel zwei Jahre beim SuS Stadtlohn aktiv. © Sascha Keirat

„Wir müssen an einigen Stellschrauben drehen“, stellt er fest. Ein Aspekt werde der Fitnesszustand seiner Spieler sein, erzählt er. Oftmals habe dem Team in der Schlussviertelstunde ein wenig der „letzte Dampf gefehlt“, stellt er fest. Nun gehe es erst mal darum, sich aneinander zu gewöhnen. Dass es für die Spieler ziemlich ungewohnt sei, einen anderen Trainer als Marc Wischerhoff zu haben, ist Martin Stroetzel ebenfalls bewusst.

Bei der Mission Klassenerhalt wird er auf reichlich Erfahrung zurückgreifen können. Von 2003 bis 2012 trainierte Stroetzel den SV Schermbeck. Von dort kenne er sogar noch einige Spieler des heutigen Hardter Kaders. Danach folgten drei Jahre beim DSC Wanne-Eickel in der Westfalenliga. Seine letzte Station war der SuS Stadtlohn, der nun zu den größten Konkurrenten der Hardter im Abstiegskampf zählt.

„Zur falschen Zeit am falschen Ort“

Bei Stadtlohn sei er allerdings „zur falschen Zeit am falschen Ort“ gewesen. Nach dem Abstieg aus der Oberliga 2017 gab der Vorstand der Stadtlohner schon während der Westfalenligasaison bekannt, sich unabhängig vom letztendlichen Tabellenplatz aus der Westfalenliga zurückzuziehen und in der Landesliga zu starten. Die Kosten seien deutlich zu hoch gewesen, erklärte der Vorsitzende Wilfried Steinhage damals.

Wischerhoff war zu dem Zeitpunkt beim SV Hardt aktiv. Bereits 1982 begann er als Jugendspieler seine fußballerische Laufbahn beim SV Dorsten-Hardt. Und auch in Zukunft wird er dem Verein trotz seines beendeten Trainerengagements erhalten bleiben. Er werde auch weiterhin bei den Alten Herren mitspielen, erzählt er. Und im Laufe der Saison werde er mit Sicherheit auch bei dem ein oder anderen Spiel als Zuschauer dabei sein, versichert er.

Mehr Zeit für die Familie

Doch vorerst wolle er sich „etwas rar machen“, um seinem Nachfolger auf der Trainerbank den Einstieg zu erleichtern. Dass er nun sonntags nicht mehr an der Seitenlinie stehen und auch in der Woche keine Trainingseinheiten mehr leiten werde, sei allerdings „ein bisschen befremdlich“, gesteht er.

Die vergangenen Jahre sei er so gut wie immer auf dem Platz gewesen. Seine Familie habe daher in den letzten Jahren immer wieder „hinten angestanden“. Dies werde sich aber nun ändern. Seine neugewonnene Freizeit wolle er nutzen, um wieder mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Zumindest so lange seine Familie es mit ihm aushalte, scherzt er. Da ihm die Arbeit als Trainer „viel Spaß“ mache, könne sich der Familienvater auch vorstellen, in Zukunft wieder einen Trainerposten zu übernehmen, „falls sich was interessantes ergibt“.

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