Moritz Sanders will zu Olympia, aber nicht nach München

dzBasketball

Wenn die Basketball-Bundesliga ab heute in München in Turnierform den Deutschen Meister der Saison 19/20 ausspielt, dann hätte auch der Dorstener Moritz Sanders als Spieler dabei sein können.

Dorsten

, 06.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Doch der 22-Jährige wollte nicht. Dabei ist die BBL sein erklärtes sportliches Nahziel.

„Ich hatte während der Corona-Krise wochenlang keinen Ball in der Hand. So wollte ich mich bei dem Turnier in München nicht präsentieren“, erklärte der 2,10-m-Mann vom Pro-A-Ligisten Nürnberg Falcons. Anfragen lagen und liegen Sanders gleich mehrere vor. „Aber“, so sagt er, „ich richte meinen Blick auf die kommende Saison.“

Und für die hat er auch in der Corona-Pause schon hart gearbeitet. „Ich habe den Fokus auf die Athletik und auf Krafttraining gelegt. Zusammen mit meinem Freund und Personal Trainer Dr. Tobias Schachten habe ich acht, neun Kilo Gewicht drauf gepackt“, berichtet Sanders. Zeichen dafür, dass er sich von der Position des Flügelspielers endgültig nach innen auf die Centerposition bewegt?

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„Nein“, sagt Sanders, „der Plan ist, bis zur Saison wieder vier Kilo weniger zu haben, damit ich mich dann wie ein Athlet bewegen kann. Meine Spielweise wird sich nicht ändern. Ich sehe das Mehr an Gewicht nicht als Einschränkung meiner Möglichkeiten, sondern als Zusatz.“

Dabei sind diese Möglichkeiten ja schon jetzt vielfältig. Trotz seiner 2,10 m ist Moritz Sanders beweglich genug, um auch auf den Außenpositionen zu spielen. Aus der Drei-Punkte-Distanz, also von jenseits der 6,75-m-Linie, ist er ein verlässlicher Schütze, doch mit seiner Größe kann er eben auch in Korbnähe bestehen. Eine Vielseitigkeit, die ihn in die Jugendnationalteams des Deutschen Basketball Bundes führte und in der 2. Liga Pro A zu einem Leistungsträger der Nürnberg Falcons reifen ließ.

Nürnberg scheiterte an Lizenzhürden

Fast hätte er mit ihnen auch schon sein sportliches Ziel BBL erreicht. Doch der sportlich erreichte Aufstieg scheiterte 2019 an den Lizenzhürden der deutschen Basketball-Beletage. Nürnberg fehlte unter anderem eine passende Halle, und so mussten die Falcons eine weitere Saison in der Pro A spielen.

Damals entschied sich Moritz Sanders trotzdem zu bleiben, um weiter zu reifen. Durchschnittlich 26 Spielminuten, 9,6 Punkte, 3,7 Rebounds und 1,6 Assists zeigen, dass er dieses Ziel in der aktuellen Saison erreicht hat.

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Wohin ihn sein Weg in der nächsten Saison führen wird, kann er noch nicht sagen: „Wie gesagt: Es gibt Angebote. Ich habe da keine Präferenzen. Wichtig ist für mich, dass ich bei dem neuen Verein Spielzeit und Vertrauen bekomme.“

Dass die Corona-Krise es ihm und anderen jungen Spielern leichter macht, in der BBL Fuß zu fassen, glaubt der 22-Jährige nicht: „Vielleicht wird der Markt kurz sinken, und die Zahl ausländischer Profis wird sich verringern. Aber in drei, vier Jahren wird sich das spätestens wieder erholen.“

“Olympia ist das Maximum“

Und Moritz Sanders‘ Pläne machen bei diesen drei, vier Jahren nicht halt. Deutscher U19-Meister ist er schon geworden, mit der U18-Nationalmannschaft holte er EM-Bronze und mit der A2-Nationalmannschaft wurde er bei der Universiade Fünfter. „Langfristig“, sagt er, „träumt man natürlich immer davon, den Adler auf der Brust zu tragen.“ Und sein absolutes Traumziel sind die Olympischen Spiele: „Das ist das Maximum. Dafür arbeite ich jeden Tag hart.“

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