LSB-Chef Niessen rechnet nicht mit Pleitewelle bei Vereinen

Der Vorstandsvorsitzende des Landesportbunds Nordrhein-Westfalen, Christoph Niessen, sieht die große Mehrheit der gut 18 000 Sportvereine in NRW derzeit nicht in ihrer Existenz bedroht. Allerdings dürfe der Notbetrieb in der Corona-Krise vor allem bei den Großvereinen mit mehr als 5000 Mitgliedern nicht mehr allzulange andauern, warnte der 51-Jährige im Interview der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Überwiegend ist das Signal: Bis zu den Sommerferien kommen wir durch, wenn im September der Sportbetrieb wieder aufgenommen werden kann“, sagte der hauptamtlich tätige LSB-Chef.

19.06.2020, 08:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Christoph Niessen nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Rainer Jensen/dpa/Archivbild

Christoph Niessen nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Rainer Jensen/dpa/Archivbild

Laut Niessen sind dem LSB keine Austrittswellen von Sporttreibenden bekannt, „die Mitglieder halten den Vereinen die Treue. Ich habe das Gefühl, dass man sich bis zu den Sommerferien „durchhungert“. Sollte es im September nicht weitergehen, haben wir ein ganz anderes Bild. Wenn es dann keinen Spielbetrieb gibt, dann wird es richtig schwierig“, mahnte er.

In Not geraten könnten vor allem Tennisvereine, Golfclubs, Reit- und Schützenvereine, „alles Vereine, die eigene Immobilien haben“, so Niessen. „Die Fixkosten dafür laufen weiter, genauso wie die für das Personal. Da, wo hohe Fixkosten sind, gibt es Probleme.“

Bisher haben etwa 500 NRW-Sportclubs ein von der Landesregierung aufgelegtes Soforthilfe-Paket genutzt, um eine drohende Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Laut Niessen sind bis jetzt rund 3,3 Millionen Euro von den schon bereitgestellten zehn Millionen Euro abgerufen worden. Das Budget sei längst noch nicht erschöpft, zumal auch viele Vereine direkt Bundesmittel in Anspruch genommen hätten.

NRW hat sein Hilfsprogramm vorerst bis August ausgeweitet. Niessen kann sich aber gut vorstellen, es nochmals zu verlängern. Wenn im Herbst wieder Normalbetrieb herrsche, „wird es aus meiner Sicht nur noch wenige Vereine geben, die auf weitere Hilfe angewiesen sind“.

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