Lembecker berichtete von der Europameisterschaft

Handball

Arnulf Beckmann begleitete die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Polen als Journalist. Der gebürtige Lembecker ist ein erfahrener Berichterstatter, der EM-Triumph war aber auch für ihn außergewöhnlich.

von Bastian Rosenkranz

, 04.02.2016, 15:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lembecker berichtete von der Europameisterschaft

Arnulf Beckmann begleitete die Handball-EM als Journalist.

Erst die Tagesschau rief Fußballdeutschland am Sonntag ins Gedächtnis, dass ein gewisser FC Bayern am frühen Abend um Punkte gespielt hatte. Zur gleichen Zeit nämlich eroberten die Handballer die Herzen der Nation. Live in Krakau erlebte der Lembecker Arnulf Beckmann den EM-Titel. Der Journalist strich daraufhin endgültig seine erholsamen Tage.

Während sich der große Bruder Fußball immer mehr zum abgehobenen Hochglanzprodukt entwickelt, präsentierten sich die Handballer offen, zugänglich und authentisch. „Das ist keine Besonderheit, sie sind einfach so“, bestätigt Arnulf Beckmann. Selbst einen alten Hasen wie ihn packt es noch angesichts der Vorkommnisse der jüngsten Vergangenheit, begeistert setzt er fort: „Im Fußball ist alles reglementiert und ‚medial verdorben‘. Beim Handball kann man noch echte Gespräche führen, es ist ein Paradies für Journalisten.“ Beckmann muss es wissen, ist doch kaum jemand so gut in der Handballszene vernetzt wie der gebürtige Lembecker.

Handball-Magazin

Szenenwechsel von der großen Final-Bühne ins beschauliche Schermbeck. Beckmann ist im Stress, als man ihn am Mittwoch in seinen vier Wänden ans Telefon bekommt. Von wegen Urlaub und Erholung: Der 53-Jährige steckt als Chefredakteur mitten im Feintuning der neusten Ausgabe von „Handball Inside“, schließlich möchten die Leser des wohl wichtigsten deutschsprachigen Magazins dieser Sportart über das „Sportwunder“ (Beckmann) informiert werden. Mit hintergründigen Analysen, Reportagen und Interviews. Denn die 1:0-Berichterstattung ist nicht die Sache des Lembeckers. „Hochglanz, aber nicht ganz 11 Freunde“, umschreibt Beckmann das Produkt. Zwei Wochen begleitete der 53-Jährige in Polen dafür unter anderem die deutschen, schwedischen und norwegischen Handballer, sammelte Eindrücke und verarbeitete sie mit Fachwissen und „einer vernünftigen Schreibe“.

Diese eignete sich Arnulf Beckmann schon während seines Studiums unter anderem bei der Dorstener Zeitung an, trotz einer ausbleibenden Handballkarriere („Über die Schulmannschaft bin ich nie hinausgekommen“) fand er in dem Sport seine Berufung.

WM 2007 war das Highlight

Die Berichterstattung führte den Lembecker zu Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen, auch die Pressesprecher-Tätigkeit für die Deutsche Handball-Bundesliga Anfang des Jahrtausends ziert seine Vita. Die Zeit in Polen nimmt darin einen der vorderen Plätze ein. Vor allem an den so nicht für möglich gehaltenen „Sensationssieg“ gegen die Dänen erinnert sich Beckmann mit Freude, der Heim-WM 2007 könne der Aufenthalt im Nachbarland aber nicht das Wasser reichen: „Das war noch eine Nummer größer und intensiver.“

Arnulf Beckmann spricht mit solch einer Begeisterung über seinen Sport, dass man sich den Journalisten noch mit 100 Jahren als Berichterstatter bei großen Turnieren vorstellen kann. „Wenn es nach dem Plan von DHB-Vizepräsident Bob Hanning geht, soll die Nationalmannschaft ja in Tokio 2020 Gold holen. Das wäre ein schöner Abschluss“, sinniert Beckmann, um derlei Abschiedsgedanken schnell wieder ad acta zu legen: „Den Handball loszulassen wird eh viel zu schwer.“

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