Schalke - Dortmund? Jetzt kommt Gahlen - Schermbeck

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Schalke gegen Dortmund ist am Samstag. Richtig ernst wird es in Sachen Derby aber erst am Sonntag. Denn da spielt Gahlen gegen Schermbeck.

Gahlen, Schermbeck

, 23.10.2019, 18:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zwischen den Stadien von Schalke 04 und Borussia Dortmund liegen rund 30 Kilometer Luftlinie, und für ihre Fanlager haben die Duelle gegeneinander schon fast religiöse Bedeutung. Die Plätze des TuS Gahlen und des SV Schermbeck trennen ganze drei Kilometer. Und auch zwischen diesen beiden Clubs herrscht seit eh und je eine gesunde Rivalität. 1975 tat dann die Kommunalreform ein Übriges, um ein besonderes Verhältnis zwischen Gahlenern und Schermbeckern zu schaffen. Denn damals verlor Gahlen seine Eigenständigkeit als Gemeinde und ist seitdem nur noch ein Ortsteil von Schermbeck.

Kurz: Wenn Mannschaften des TuS Gahlen und des SV Schermbeck aufeinander treffen, dann ist da „Musik drin“, und am Sonntag ist es wieder so weit. In der Kreisliga A 1 RE heißt es Fünfter gegen Zweiter, heißt es TuS Gahlen gegen SV Schermbeck II.

Zwei Duelle gab‘s dieses Jahr schon

Dass dieses Spiel ein ganz besonderes ist, hat auch Thomas Grefen schon verinnerlicht, dabei ist er erst seit Saisonbeginn Trainer des TuS. „Wir hatten ja dieses Jahr schon zweimal das Vergnügen, gegen die Schermbecker Erste zu spielen“, erzählte er im Gespräch mit unserer Redaktion. Bei der Stadtmeisterschaft und im Kreispokal setzte sich der SVS jeweils durch. Mit seiner Oberliga-Mannschaft. Doch nicht nur deshalb spricht Thomas Grefen von einem Duell des „kleinen Ortsteils gegen den Großen“. TuS gegen SVS – das hat für die Gahlener immer auch etwas vom kleinen gallischen Dorf, das sich gegen die übermächtigen Römer auflehnt.

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Und ab und zu gewinnen die Gahlier auch. Wie vor zwei Jahren im Finale der Stadtmeisterschaft. Oder 2008, ebenfalls bei der Stadtmeisterschaft, aber da schon im Halbfinale. Jedes Mal führte die Gahlener Siegessause rein zufällig auch nach Schermbeck. 2008 sogar mit einem kleinen Autokorso über die Mittelstraße. Eine gute Portion Schadenfreude ist beim Sieg über den Nachbarn halt immer dabei. Auch wenn die Beziehungen zwischen beiden Vereinen bei aller gesunden Rivalität wirklich freundschaftlich sind. Als der SV Schermbeck seinen Kunstrasenplatz renovierte, stellte der TuS Gahlen seine Anlage fürs Training der Schermbecker zur Verfügung. Umgekehrt lief es beim Bau des Gahlener Kunstrasens genauso.

SVS-Vorstand fährt nach Gahlen

Dass der Vorstand des SVS am Sonntag nicht zum Auswärtsspiel der Oberliga-Elf nach Meinerzhagen, sondern mit der Zweiten nach Gahlen fährt, hat genau damit zu tun. „Es ist ein Derby bei einem befreundeten Verein. Da sollte man sich als Vorstand schon blicken lassen“, sagte SVS-Abteilungsleiter Michael Steinrötter.

Über derlei Unterstützung der Vereinsführung ist Schermbecks Trainer Sleiman Salha natürlich hoch erfreut. Dass das Derby gegen Gahlen kein Spiel wie jedes andere ist, hat er aber auch an seinen Spielern beobachten können: „Alle sind heiß, alle sind beim Training. Für die Spieler ist dieses Spiel genauso wichtig wie fürs ganze Umfeld. Von Anfang an haben alle darüber gesprochen, dass sie nach dem Aufstieg in die A-Liga endlich auch gegen Gahlen spielen können.“

TuS kann den SVS II nicht überholen

Dort steht Aufsteiger Schermbeck nach elf Spieltagen sogar besser da als der TuS. Bei dem ärgert sich Thomas Grefen noch über die 1:2-Niederlage seines Teams am vergangenen Sonntag in Marl: „Dadurch können wir Schermbeck im Derby nicht überholen.“ Sechs Punkte trennen den Fünften Gahlen aktuell vom Zweiten Schermbeck. Thomas Grefen weiß um die Stärken des Gegners: „Wir hatten vergangenen Donnerstag einige Beobachter in Schermbeck. Das ist eine spielstarke Mannschaft, keine Frage. Vor allem nach vorn haben sie ihre Qualitäten.“ Trotzdem rechnet er sich etwas aus: „Wenn wir halbwegs komplett antreten können, haben wir unsere Chancen.“

Sätze, wie sie jeder andere Trainer vor jedem anderen Spiel auch sagen könnte. Doch wer auch immer am Sonntag gewinnt – der Jubel dürfte wohl ein wenig stürmischer ausfallen als sonst. Nicht so fanatisch wie im großen Ruhrpott-Derby zwischen Königsblau und Schwarz-Gelb. Eher mit Foppen, markigen Sprüchen und Augenzwinkern. Aber vielleicht gibt‘s ja auch wieder einen Autokorso ...

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