JSG - das Modell der Zukunft? Ein Für und Wider

dzKommentar

Während die Jugendspielgemeinschaften Lembeck/Rhade/Deuten und Hardt/Gahlen funktionieren, meidet der SV Schermbeck diesen Schritt. Ein Kommentar.

Dorsten, Schermbeck

, 28.07.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die einen machen es, die anderen nicht. Und wissen Sie? Beide Vorgehensweisen haben ihre Berechtigung. Während BW Wulfen aufgrund von Spielermangel eine Jugendspielgemeinschaft mit dem FC Marl eingeht, meidet der SVS diesen Schritt und meldet einfach keine B-Jugend.

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Die Vorteile einer JSG liegen auf der Hand, sie wurden bereits beschrieben. Doch die Partnerschaft mit anderen Vereinen bringt eben auch Nachteile mit sich. Die Vereine machen sich voneinander abhängig, die Kommunikation erschwert sich, die Wege werden länger. Streitigkeiten können zudem finanzielle Punkte betreffen oder aufkommen, wenn es keine klare Regelung bezüglich des Wechsels in die Senioren gibt. Wenn ein Verein einen Spieler vom Partner anspricht, ob er nicht die Mitgliedschaft oder in den eigenen Seniorenbereich wechseln möchte.

SVS könnte Lücke schließen

Der SV Schermbeck ließ sicher auch diese Gedanken bei seinem kategorischen Nein gegenüber der Aufstellung in einer JSG einfließen. Und wenn alles gut läuft, kommen darauf das Jahr einige C-Jugendlichen in die B-Jugend hoch. Dann wäre diese Lücke wieder geschlossen. Zwar könnte die A-Jugend dann Engpässe bekommen, doch aufgrund der Bezirksliga als Spielklasse ist es dort einfacher, andere Kinder vom Verein zu überzeugen − vorausgesetzt das Team hält die Liga in der kommenden Saison.

Auf der anderen Seite: Die acht, neun Spieler, die jetzt ein Jahr überspringen, werden es schwer haben, als B-Jugendliche in der A-Jugend Spielpraxis zu erhalten. Das könnte dazu führen, dass sie die Lust am Fußball verlieren. Dann hätte der SVS nicht viel gewonnen.

Eine JSG kann funktionieren, wenn die angesprochenen Schwierigkeiten von vorne rein klar benannt werden, wenn es klare Regelungen gibt. Positiv-Beispiele einer gelungenen Kooperation sind dafür die JSG Lembeck/Rhade/Deuten oder die JSG Hardt/Gahlen in den vergangenen Jahren. Genauso gut gibt es Negativ-Beispiele. Das Thema kann aus verschiedenen Richtungen betrachtet werden. Ein Richtig und ein Falsch gibt es nicht. Am Ende müssen die Vereine die für sie beste Entscheidung fällen.

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