Gelbe und Rote Karten jetzt auch für Trainer: Kult-Coach kommt mit Herne nach Schermbeck

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Seit dieser Saison können auch Trainer Gelb und Rot sehen. Einer, der schon mal am Rand ausflippt, ist am Sonntag zu Gast in Schermbeck: Hernes Trainer Christian Knappmann ist berüchtigt.

Schermbeck

, 09.08.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Oberliga-Auftakt vor einem Jahr hat es keine 20 Minuten gedauert, da musste Christian Knappmann sich schon einen neuen Platz suchen. Nach einem Wortgefecht mit der Bank der Schalker U23 schickte der Schiri den Trainer von Westfalia Herne auf die Tribüne. Er hatte sich aufgeregt, weil sein Team den Ball ins Aus gespielt hatte, als ein Schalker verletzt am Boden lag – und die Knappen das später nicht taten, als es einen Herner erwischt hatte.

Solche Lappalien reichen manchmal schon, um „Knappi“ aus der Haut fahren zu lassen. „Wenn ich ausraste, dann spüre ich nur Panik“, hat er mal dem Magazin 11 Freunde gesagt. „Panik, dass ich verlieren könnte.“

Im Ruhrgebiet kennt man den kahlköpfigen Hühnen, als Stürmer hat er eigentlich bei jeder seiner 15 Stationen bis rauf in die 3. Liga zuverlässig seine Hütten gemacht. Am Sonntag gastiert er nun als Coach mit Westfalia Herne zum Oberliga-Auftakt beim SV Schermbeck. Es könnte also rundgehen am Rand, denn auch SVS-Trainer Thomas Falkowski ist keiner, der 90 Minuten still auf dem Stuhl sitzt.

„Gehe 90 Minuten voll mit - im positiven Sinne“

„Das geht schon vom Naturell her nicht“, sagt Falkowski. Letzte Saison musste auch er einmal auf die Tribüne, im Spiel gegen Sprockhövel. „Ich gebe ja auch lautstark Anweisungen und gehe 90 Minuten voll mit – im positiven Sinne.“

Wer sich als Trainer nicht im Griff hat, kassiert ab dieser Saison Gelbe und Rote Karten, genau wie die Spieler. Bislang bekamen Trainer vom Referee eine Ermahnung oder wurden direkt mündlich auf die Tribüne geschickt, wenn sie sich mal nicht benommen haben.

Die neue Karten-Regelung soll Trainer-Vergehen jetzt für alle Zuschauer und Spieler transparenter machen, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses, Thomas Bäger: „Durch Zeigen der Gelben Karte soll für alle sichtbar sein, dass der Trainer angezählt ist.“

Gelbe und Rote Karten jetzt auch für Trainer: Kult-Coach kommt mit Herne nach Schermbeck

Schermbecks Trainer Thomas Falkowski hält nicht viel davon, dass nun auch Trainer Gelbe und Rote Karten bekommen können. © Joachim Lücke

Konsequenzen haben die Karten aber erst mal nicht. Anders als bei Spielern zieht eine Rote Karte für Trainer nicht automatisch eine Sperre nach sich. Wird ein Trainer des Innenraums verwiesen, landet wie gehabt ein entsprechender Eintrag im Spielbericht. „Der Staffelleiter entscheidet dann, ob möglicherweise ein Ordnungsgeld verhängt wird“, so Bäger.

Kann der Schreihals nicht identifiziert werden, kassiert der Trainer den Karton

Schermbecks Coach Thomas Falkowski hält nicht viel von der neuen Regel. „Wenn ich schreie und der Schiri kommt und ermahnt mich, dann weiß von der Kreisliga bis zur Bundesliga doch jeder, was Sache ist.“ Kurios findet er die Regelung, dass der ranghöchste Trainer künftig die Karte sieht, wenn der Schiri den Schreihals auf der Bank nicht identifizieren kann. Freilich muss ein Spielertrainer nicht vom Platz, wenn auf der Bank jemand ausflippt. Dann trifft es eben den Co-Trainer. Falkowski kann da „nur drüber schmunzeln, aber man muss es akzeptieren“.

Allzu groß sei das Problem mit pöbelnden Trainern im Kreis Recklinghausen ohnehin nicht, sagt Thomas Bäger vom Kreisschiedsrichterausschuss. Und welcher Coach kann schon von sich behaupten, nicht irgendwann mal etwas zu laut geworden zu sein, wenn sein Team unfair behandelt wurde. „Jeder Trainer hat seine eigene Trainerpersönlichkeit“, sagt Falkowski und nennt als Beispiel die beiden Typen Guardiola und Klopp. „Ich bin da eher Klopp.“

Gelbe und Rote Karten jetzt auch für Trainer: Kult-Coach kommt mit Herne nach Schermbeck

Pep Guardiola sah im englischen Supercup gegen den FC Liverpool die Gelbe Karte. © dpa

Einer der ersten prominenten Gelb-Sünder auf der Trainerbank war dann aber doch der Spanier in Diensten Manchester Citys - im englischen Supercup gegen Klopps FC Liverpool.

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