Kein Budenzauber für die Jugend?

Fußball

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen wird in dieser Saison im Nachwuchsbereich keine Hallenturniere veranstalten. Was das für Dorstens Jugendfußballer bedeutet, ist noch offen.

Dorsten

, 08.09.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
SSV Rhade, Hallenturnier

Die B-Juniorinnen des SSV Rhade werden diese Saison nicht beim Hallenmasters spielen können © Joachim Lücke

Die Hallensportarten wie Tischtennis, Basketball oder Handball unternehmen gerade die ersten Schritte zurück zum Ligabetrieb, da erteilt der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) dem Kick unterm Hallendach für diese Saison eine Absage – zumindest für den Jugendbereich.

Der Verbands-Jugend-Ausschuss (VJA) des FLVW informierte die Vorsitzenden der Kreis-Jugend-Ausschüsse (KJA) am Samstag in der Jugendbeirats-Videokonferenz darüber, dass der FLVW in der laufenden Saison keine Jugendturniere in der Halle durchführt. Grund sind die Coronavirus-Pandemie und der damit verbundene Infektionsschutz.

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Prominentes Opfer dieses Beschlusses ist etwa der ARAG Cup. Das U12-Sichtungsturnier, das traditionell zu Jahresbeginn im SportCentrum Kaiserau an sechs Turniertagen und mit insgesamt mehr als 300 Spielerinnen und Spielern ausgetragen wird, hätte in den ersten Januartagen 2021 bereits zum 50. Mal stattgefunden. „Die Absage dieses Jubiläums tut besonders weh. Aktuell können wir uns aber nicht vorstellen, so viele Menschen konform mit einem Hygienekonzept in unserer Sporthalle begrüßen zu können. Wir haben als Verband eine Verantwortung gegenüber den Spielerinnen und Spielern und den zahlreichen Eltern und Großeltern, die immer gern zum ARAG Cup nach Kaiserau kommen, um die Kinder anzufeuern“, bedauert der VJA-Vorsitzende Harald Ollech.

“Keine sorgfältige Planung möglich“

Ollech schränkt zwar ein, dass man nicht wisse, wie sich die Lage bis Januar 2021 entwickele, aber: „Eine sorgfältige Turnierplanung ist aktuell aufgrund der vielen Unvorhersehbarkeiten einfach nicht möglich“. Gleiches gilt auch für das AOK-Hallenmasters der B-Juniorinnen, das in den vergangenen Jahren in Ibbenbüren ausgespielt wurde. Die inoffizielle Westfalenmeisterschaft und gleichzeitig beliebtes „Klassentreffen“ des überkreislich spielenden Nachwuchses hätte 2021 bereits seine 16. Auflage erfahren. Die B-Juniorinnen des SSV Rhade zählten hier zu den Stammgästen.

Ebenfalls abgesagt werden die vom FLVW ausgerichteten Hallenwestfalenmeisterschaften für Vereinsmannschaften und die Juniorinnen-Kreisauswahlwettbewerbe. Ob und inwieweit die Entscheidung des VJA auch für Hallenkreismeisterschaften oder Vereinsturniere richtungsweisend sein kann, vermag Harald Ollech noch nicht zu sagen: „Wir müssen das Infektionsgeschehen und die Vorgaben der Landesregierung abwarten. Im Zweifel raten wir den Kreisen und Vereinen aber: Lieber darauf verzichten, auch wenn es wehtut. Die Gesundheit geht aber eindeutig vor.“

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In Dorsten hat die Fachschaft Jugendfußball im Stadtsportverband noch nicht entschieden, wie sie vorgeht. „Normalerweise treffen wir uns Anfang September, um alles zu organisieren“, erklärte Fachwart Klaus-Dieter Brühl auf Anfrage unserer Redaktion, „ich warte aber noch auf die Vorgaben des Kreises. Wenn wir die kennen, müssten wir uns dann mit der Stadt zusammensetzen, wie ein Hygienekonzept aussehen könnte.“

“Persönlich rechne ich eher nicht damit“

Brühl verweist zwar darauf, dass sich die Corona-Lage bis Ende des Jahres „ja auch noch verändern kann“. Er persönlich hält das und eine Ausrichtung der Hallenstadtmeisterschaften 2021 für unwahrscheinlich: „Wenn im Ligenbetrieb beim Volleyball oder Handball zwei Mannschaften in der Halle sind, geht das ja noch. Aber bei einer Hallenstadtmeisterschaft wären es bis zu zehn. Dafür ein Hygienekonzept zu erstellen und die Sicherheit zu gewährleisten, stelle ich mir sehr schwierig vor.“

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