Dorstens Nordlichter setzen weiter auf Kooperation

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2017 gründeten der SV Lembeck, der SSV Rhade und der SV Rot-Weiß Deuten eine Jugendspielgemeinschaft. Vor der neuen Saison steht für die drei Clubs fest: Es war genau der richtige Schritt.

Lembeck, Rhade, Deuten

, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Bei der Vorstellung der Jugendmannschaften der JSG Lembeck/ Rhade/Deuten platzte die Sportanlage am Deutener Bahndamm aus allen Nähten. Kein Wunder, immerhin drängten sich fast 100 Nachwuchsfußballer auf dem Platz, und das waren längst nicht alle, die bei in der nächsten Saison für die JSG auflaufen werden.

Dorstens Nordlichter setzen weiter auf Kooperation

Stefan Bahde vom SV Lembeck, Niklas Berkel von Rot-Weiß Deuten sowie Stefan Meister und Martin Trockel vom SSV Rhade (v.l.) sind sich einig: Die Jugendspielgemeinschaft ihrer Vereine war genau die richtige Idee. © Andreas Leistner

„Hätten wir die Spielgemeinschaft nicht, dann hätten wir heute insgesamt wohl vier Mannschaften weniger“, erklärt Martin Trockel vom Jugendvorstand des SSV Rhade. Die Gründung der JSG war nicht nur in seinen Augen genau der richtige Schritt. „Durch die Kooperation können wir jedem Spieler eine Mannschaft seines Leistungsniveaus anbieten“, ergänzt Niklas Berkel, 2. Jugendleiter des SV Rot-Weiß Deuten. Das steigere nicht nur den Spaß der jungen Kicker: „Ein schwächerer Spieler muss jetzt nicht mehr hoffen, von seinen stärkeren Mitspielern ein einziges Mal im Spiel angespielt zu werden. Er hat viel mehr Ballkontakte und Erfolgserlebnisse und wird so auch selber besser“, erläutert Stefan Bahde vom SV Lembeck.

Sportlicher Erfolg macht Spaß

Das schlägt sich auch im sportlichen Erfolg nieder. „Es macht natürlich Spaß, mitanzusehen, wie die Mannschaften in den Ligen erfolgreich sind oder Stadtmeistertitel holen“, sagt Martin Trockel. Zuletzt holten die C-Junioren der JSG den Titel auf dem Feld, die A-Jugend wurde Dritter. Ganz von selbst kommen diese Erfolge aber natürlich nicht. Qualifizierte Trainer für alle Mannschaften sind einer der Schlüssel. Ständige Fortbildung ein anderer.

Nur eitel Sonnenschein herrscht im Dorstener Norden aber auch nicht. Bei manchem Elternteil müssen die Vereinsverantwortlichen auch heute noch Überzeugungsarbeit leisten. „Den Jungs ist es egal, wo sie trainieren. Aber manche Eltern halten genau nach, wie oft in Lembeck, in Rhade oder in Deuten trainiert wird“, erzählt Martin Trockel.

Ausgerechnet der Verband bereitet Probleme

Größter Widersacher der Jugendspielgemeinschaft ist allerdings jemand anderes: der Fußball- und Leichtathletik-Verband. „Man sollte meinen, der Verband müsse froh sein, wenn ihm durch die Kooperation mehrerer Vereine Mannschaften und damit Mitglieder erhalten bleiben“, sagt Stefan Bahde. „Stattdessen werden immer neue Statuten erlassen, die es den Clubs schwerer machen.“ Bei den E-Junioren hat das dazu geführt, dass die JSG zur kommenden Saison noch nicht offiziell als solche antreten kann.

Doch davon lassen sich die drei Dorstener Nordlichter nicht beirren. „Wir freuen uns auf ein weiteres Jahr der Zusammenarbeit“, teilte Niklas Berkel als Moderator der Teamvorstellung am Deutener Bahndamm den Eltern der Jugendkicker mit. Wenn es nach den Jugendvorständen der drei Clubs geht, dann wird die Zusammenarbeit eher noch intensiviert, und davon sollen auch die Seniorenabteilungen profitieren: „Wir bilden Spieler für diese Mannschaften aus, darum geht es ja letztendlich“, sagt Martin Trockel: „Denn ohne eigenen Nachwuchs kann heutzutage auf Dauer kein Verein mehr bestehen.“

Das einzige, was dem Erfolgsmodell aus dem Dorstener Norden jetzt noch fehlt, ist ein gängigerer Name.

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