TSV Raesfeld und TuS Gahlen sorgen für Unterhaltung

dzFußball

Die Spitzenspiele im Dorstener Kreisliga-Fußball haben gehalten, was sie versprochen haben. Insbesonder das A-Liga-Duell des TSV Raesfeld gegen den TuS Gahlen war ein echtes Spektakel.

von Sascha Schröer, Andreas Leistner

Dorsten, Schermbeck, Raesfeld

, 25.10.2020, 21:45 Uhr / Lesedauer: 4 min

Mächtig strecken musste sich der selbsternannte Meisterschaftsfavorit beim TSV Raesfeld, um auf der Zielgeraden noch die zweite Saisonniederlage zu verhindern.

Kreisliga A 1

TSV Raesfeld - TuS Gahlen 4:4

Dabei begann alles optimal für die Gäste, da Kevin Lachs schon in der 6. Minute freistehend zur Gahlener 1:0-Führung einnickte. Danach ließ sich die Elf von Trainerteam Thomas Grefen und Dominik Seemann konsequent tief fallen, wodurch die schnellen Raesfelder Angreifer sich kaum in Szene setzen konnten. Höhepunktarm war die erste Hälfte dieses Spitzenspiels, das diesen Namen zunächst noch nicht wirklich verdient hatte.

Mehr oder weniger aus dem Nichts fiel dann in der 40. Minute der Ausgleich durch Christoph Platzek, der nach Patzer von Gahlens Schlussmann Oliver Hemmert im Anschluss an eine Ecke den Ball aus kurzer Distanz per Kopf über die Torlinie beförderte.

Jetzt lesen

Nach der Pause dann die beste Viertelstunde aus Raesfelder Sicht. Immer wieder setzte sich der von der linken auf die rechte Angriffsseite gewechselte Yannis Brömmel durch, spielte mit seinen Gegenspielern bisweilen Katz und Maus und war damit auch maßgeblich am 2:1 durch David Ronau (52.) und 3:1 durch Pascal Gabmaier (59.) beteiligt. Der Favorit wankte, gab sich aber lange noch nicht auf.

Mit einem Traumtor brachte Theo Kötter den TuS in der 70. Minute wieder heran und Orcan Güclü hemmerte nur zwei Minuten später einen Freistoß zum 3:3-Ausgleich in die Torwartecke. Dieser Freistoß brachte TSV-Trainer Kikki Gabmaier allerdings in Wallung: „Unser Torwart schlägt ab und die Fußspitze schaut angeblich aus dem Strafraum, ich weis nicht, wie der Schiedsrichter das überhaupt gesehen haben will. So einen Freistoß pfeift man einfach nicht, das siehst du in der Sportschau jede Woche zig Mal, da kommt auch kein Schiri auf die Idee, das abzupfeifen! Für mich eine Fehlentscheidung und ein Knackpunkt im Spiel.“

Doch auch diesen Knackpunkt steckten die Raesfelder weg und gingen durch einen Treffer von Simon Sondermann in der 75. Minute erneut mit 4:3 in Führung. Jetzt war es ein offener Schlagabtausch, Gahlen erhöhte in der Schlussphase den Druck und erarbeitete sich einige Chancen, Raesfeld blieb dagegen gefährlich im Konterspiel. Bastian Bruß sorgte letztlich in der 87. Minute für den unter dem Strich gerechten Ausgleich und Endstand zum 4:4.

Aus Gabmaiers Sicht fiel das Tor aus dem Abseits, die Gahlener Trainerzunft lobte dagegen Moral und Einsatz der eigenen Truppe. Auf jeden Fall aber war es ab der 46. Minute ein wahres Spitzenspiel.

Jetzt lesen

SV Schermbeck II - BW Wulfen 2:2

Aus Sicht von Schermbeck-Coach Alex Kaul, der mit Malte und Miles Grumann sowie Kevin Mule-Ewald auf insgesamt drei Akteure aus dem Oberligakader zurückgreifen konnte, war das Ergebnis am Ende ärgerlich: „Wir waren meiner Ansicht über die gesamte Spielzeit das bessere Team mit den größeren Chancen. Zudem bereiten wir das Wulfener 1:0 auch noch mustergültig mit vor. Wir haben eindeutig zwei Punkte verloren.“

In der Tat ging dem 0:1 (50.) durch Danny Lützner ein katastrophaler Rückpass voraus, bei dem Lützner wohl schlichtweg übersehen wurde. Als Sam Melenberg in der 65. Minute auf 2:0 stellte, witterte Wulfen tatsächlich schon Siegesluft. Doch die Schermbecker drehten gerade in der zweiten Hälfte mächtig auf und setzten die Wulfener immer wieder unter Druck. Leotrim Pelaj verkürzte unmittelbar nach dem 0:2 auf 1:2 (67.) und Malte Grumann glich wenig später zum 2:2 aus. Ein an Miles Grumann verschuldetes Foul wurde überraschenderweise nicht mit Strafstoß geahndet (85.) und Ali Salha traf in der 90. Minute noch die Latte.

Wulfens Trainer Daniel Schikora: „Wir nehmen den Punkt gerne mit. Schermbeck hat mächtig Druck gemacht, wir waren dadurch aber auch immer wieder gefährlich im eigenen Konterspiel.“

Kreisliga B 1 RE

TSV Raesfeld II - Rhade 2:3

Durch den Ausfall von Mauritz Sondermann fehlte Rhades Coach Martin Trockel schon vor der Partie der Lenker und Denker im Mittelfeld. Trotzdem hatte die Elf vom Dahlenkamp das Geschehen in den ersten 30 Minuten im Griff und führte seit der 12. Minute auch verdient mit 1:0 durch das erste Tor von Leon Meister, der am Ende alle drei Rhader Treffer erzielen sollte.

Kurios dann der Ausgleich in der 26. Minute: Nach einem Ballverlust kurz hinter der Mittellinie, aber noch in der gegnerischen Hälfte, schoss Raesfelds Sebastian Uhrmann aus über 50 Metern über den aufgerückten Rhader Keeper hinweg und erzielte das 1:1. Rhade verlor den Faden und kassierte kurz vor der Pause auch noch das 1:2 (43.). Doch im Gegenzug rettete Meister mit seinem zweiten Streich noch so gerade das 2:2 in die Kabine (44.).

Kurz nach der Halbzeit traf erneut Meister dann zum 3:2-Siegtreffer (54.). Trockel: „Ein Arbeitssieg, den wir uns hart erkämpfen mussten. Der Ausfall von Leonard Klein zur Halbzeit tat weh. Hauptsache, drei Punkte.“

Eintracht Erle - Viktoria Heiden II 5:2

Schon in der 1. Minute traf Felix Wojtalla nach einer Kopfballverlängerung von Pascal Schleking zur Erler Führung. Nach einer Flanke von Rene Rentmeister war es Schleking selbst, der das 2:0 erzielte (21.). Und auch das 3:0 schrieb sich Schleking auf seine Karte, als er nach einem langen Ball und einem Luftloch des Heidener Tormanns ins gegnerische Netz einschob (34.). Heiden pirschte sich mit dem Anschlusstreffer zum 1:3 ein Stück weit heran (55.). Erle tat jetzt nicht mehr genug fürs Spiel und plötzlich stand es nur noch 3:2 (69.). In dieser Situation erzürnte sich Erle-Trainer Manuel Jakob derart, dass ihm der Unparteiische die Rote Karte zeigte. Vorausgegangen war ein Tritt auf den Arm von Torwart Ludwig Fortmann. Danach fanden die Erler aber in die Spur zurück und gewannen, dank zweier weiterer Schleking-Tore 5:2 (83., 90.).

Jakob hofft, dass der Sieg die Genesung des im Krankenhaus befindlichen Stadionsprechers Hermann Eich beschleunigt.

SuS Hervest-Dorsten - GW Barkenberg

Am Hervester Ellerbruch zeigten beide Seiten den Einsatz, der einem Spitzenspiel angemessen war. © Ralf Pieper

Kreiliga B 2 RE

SuS Hervest-Dorsten - GW Barkenberg 1:3

Die Partie war noch keine fünf Minuten alt, da hätte der Unparteiische Elfmeter für Hervest geben können. GWB-Keeper Dominik Hannemann hatte beim Herauslaufen einen Angreifer der Gastgeber berührt. Dass der nicht zu Fall kam, rettete wohl Hannemann und sein Team – die Pfeife des Schiedsrichters blieb auf jeden Fall stumm.

Trotzdem ging Hervest in Führung, als die Barkenberger Hintermannschaft bei einer weiten Flanke von Nils Brodhage selig schlief und Miguel Garrido platziert einköpfte (20.). Lange freuen durften sich die Gastgeber aber nicht: Albinat Packolli stand vier Minuten später völlig frei und überwand Florian Kalinowski zum 1:1 (24.). Das ging beim Gang in die Kabinen in Ordnung.

Im zweiten Durchgang sah Barkenbergs Trainer Frank Hofmann dann „etwas mehr Kontrolle“ seines Teams. Sein Hervester Pendant Alesandro Roccaro ärgerte sich dagegen über eine weitere strittige Szene: „Miguel Garrido wird im Strafraum angesprungen und bekommt die Fäuste an den Kopf. Das war der nächste klare Elfmeter.“ Doch auch diesmal ließ der Unparteiische weiterlaufen, und es ging weiter mit dem Barkenberger Glück.

Roy-Klemens Gerling vergab aus drei Metern die dicke Chance zum 2:1 für Hervest, und bei einer Ecke säbelte Kevin Bojahr den Ball bei einem Rettungsversuch per Bogenlampe schließlich zur Barkenberger Führung ins eigene Netz (86.).

Danach hatte Michele Joswig den Ausgleich auf dem Fuß. Stattdessen machten die Gäste mit einem Konter den Sack zu, als Florian Kalinowski bei einer Ecke mit nach vorn geeilt war. Der schnelle Kubilay Emre Erken traf zum 1:3 (90.+4), Barkenberg jubelte und Frank Hofmann gab zu: „Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir haben derzeit einfach auch das Glück, das man oben braucht.“

Lesen Sie jetzt