Darum war Jason Osborne der einzige Dorstener bei der EM

dzRudern

Rude-EMn – das war früher ein Tummelplatz für Sportler aus Dorsten. Diesmal war mit Jason Osborne nur ein einziger Ruderer aus der Lippestadt in Poznan am Start. Die Gründe sind unterschiedlich.

Dorsten

, 14.10.2020, 12:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

So hat Christopher Reinhardt vom RV Dorsten, 2019 noch Weltmeister mit dem Deutschland-Achter und zuletzt im deutschen Vierer ohne auf Olympia-Kurs, im Juni erklärt, dass er eine einjährige Pause vom Leistungssport einlegen wolle. „Die Vorbereitung auf eine mögliche Teilnahme an den Olympischen Spielen von Tokio hätte mich bei meinem Studium ein weiteres Jahr gekostet“, erklärte der 23-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Dieser Einsatz erschien ihm aber zu hoch: „Man weiß ja jetzt noch gar nicht, ob die verlegten Spiele nächstes Jahr überhaupt stattfinden können.“

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Seine Entscheidung habe er recht früh getroffen, um dem Deutschen Ruder-Verband (DRV) und seinen Bootskollegen Zeit zu geben, sich auf die veränderte Situation einzurichten: „So konnten sie sich auf die EM und weiter auf Olympia vernünftig vorbereiten. Das war ein Gebot der Fairness.“

Kompletter Schlussstrich

Anders als ihr jüngerer Bruder zog Charlotte Reinhardt unterdessen in diesem Jahr einen kompletten Schlussstrich unter ihre Leistungssport-Karriere. Die Europameisterin von 2017 und WM-Dritte von 2016 hatte in den vergangenen zwei Jahren mit Verletzungen zu kämpfen gehabt. Im Kampf um die Rückkehr in den Doppelvierer rieb sie sich aber auch mit den Verhältnissen und den Verantwortlichen beim DRV. Die Mischung aus gesundheitlichen Problemen und Frust ließ bei ihr die Entscheidung reifen, die Karriere zu beenden.

Zudem macht die Medizinstudentin in einem halben Jahr ihr Examen und setzt dementsprechend nun auch berufliche Prioritäten. Ins Boot steigt die 27-Jährige trotzdem noch: „Ich treibe sehr viel Sport und rudere natürlich noch. Als Leistungssportler muss man ja auch vernünftig abtrainieren.“

Timo Piontek, Belgrad 2018

Timo Piontek (r.) sitzt wieder im Doppelzweier. © Detlef Seyb

Neben den Geschwistern Reinhardt gehörte mit Timo Piontek ein weiterer Dorstener zu den festen Größen im deutschen Nationalteam. 2020 war der 28-Jährige vom Koblenzer RV Rhenania nach einem enttäuschenden fünften Platz im Doppelvierer bei der WM 2019 in den Doppelzweier gewechselt und wollte zusammen mit Lars Hartig (Friedrichstädter RG) den Kampf um ein Ticket für Olympia in Tokio aufnehmen.

Weltcup-Rennen fielen aus

Doch Corona machte dem Duo einen Strich durch die Rechnung, denn alle drei angesetzten Weltcups und damit die Qualifikationsrennen fielen aus. Bei der Europameisterschaft gab der DRV Stephan Weber (Frankfurter RG) und Marc Krüger (Gießener RC) den Vorzug. Sie verpassten als Halbfinal-Vierte das A-Finale, gewannen aber das B-Finale und wurden so Siebte. Nicht unbedingt das, was man eine Ticket-Garantie für Tokio nennen würde. Vielleicht eröffnet sich also für Timo Piontek noch eine Chance, als zweiter Dorstener Ruderer neben Jason Osborne bei Olympia 2021 dabei zu sein.

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